Red Faction: Guerrilla - Re-Mars-tered Edition

Red Faction: Guerrilla - Re-Mars-tered Edition

Publisher: THQ
Entwicklerstudio: Volition
Genre: Third-Person-Shooter
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 03.07.2018
USK 18

Red Faction: Guerrilla - Re-Mars-tered Edition   14.07.2018 von LorD Avenger

Alec Mason trifft auf dem Mars endlich wieder auf seinen Bruder, mit dem er ein neues Leben beginnen möchte, doch als dessen Leben kurzerhand beendet wird, schließt sich Alec den Widerstandskämpfern an und stellt sich der Earth Defense Force entgegen...


Red Faction: Guerrilla erschien vor ziemlich genau 9 Jahren für PlayStation 3, Xbox 360 sowie den PC als dritter Teil der Red Faction-Reihe (Teil 1 erschien 2001, dicht gefolgt vom Sequel 2002). Bekannt sind sämtliche, teils sehr unterschiedliche Games der Reihe für ihre einzigartig zerstörbare Umgebung, für die der große Vorschlaghammer auf den Covern Sinnbild ist. Nach zwei Ego-Shootern wagte man sich mit Guerrilla in neues Terrain, präsentierte sein Third-Person-Gameplay sowie die ausschweifende Open World auf dem tristen, staubigen Marsplaneten. THQ Nordic veröffentlichte nun die clever betitelte Re-Mars-tered Edition mit aufpolierter Grafik und 4K-Support.

 

Handlung

 

Das Spiel wirft einen überraschend schnell in die Handlung rein, ist ruckzuck im kurzen Tutorial, dann stirbt auch schon Alecs Bruder und er schließt sich ohne Umschweife den Rebellen der Red Faction an, womit das eigentliche Spiel losgeht - alles in allem also sogar eine kürzere Einleitung als z.B. das Puzzle(!)-Game Sushi Striker. Einerseits schön, nicht ewig auf die Action warten zu müssen, andererseits entfremdet es einen auch direkt vom Protagonisten, der noch kaum zehn vollwertige Sätze von sich gegeben hat und den das Drama schon ereilt, während man sich als Spieler noch überhaupt nicht für ihn interessiert, geschweige denn mit ihm fühlt. Im Gegensatz zu den ersten beiden Spielen der Reihe legt Guerrilla also merklich wenig Wert auf die Geschichte, was einem auch sehr schnell nach Spielbeginn klar wird. Videosequenzen sind Mangelware, stattdessen müht man sich Open World-typisch über endlose Wege hinweg bis zu den Missionsmarkern, kriegt dann ein eingesprochenes Briefing von einer gesichtslosen Stimme, gepaart mit ein paar Videofetzen, die offenbar mit einer billigen Webcam aufgenommen wurden - erinnert ein bisschen an die Command & Conquer-Reihe. Nach dem Briefing beginnt sang- und klanglos die Mission und erfordert natürlich erst einmal den nächsten ellenlangen Weg zum Zielort auf sich zu nehmen - warum sollte die Mission auch direkt dort beginnen? Da die Missionen allerdings selten mehr beinhalten als Schießereien, Sprengungen und andere Zerstörung, gibt es nicht viel nennenswerte Handlung, abgesehen von ein paar Sätzen, die man vielleicht zwischen zwei Kugelhageln über Funk aufschnappt.

 

Grafik

 

Nachdem die PS3 2006/7 auf den Markt kam gehörte Red Faction: Guerrilla 2009 noch zu den frühen Titel der Konsolengeneration und konnte sich nicht wirklich mit den grafischen Leistungen messen, die exklusive oder spätere Titel aus der Konsole herauskitzelten. In solchen Fällen hilft auch ein Remastern verhältnismäßig wenig und wird wohl nur im direkten Gegenüberstellen positiv auffallen - immerhin kann man es so als Pluspunkt anrechnen, dass die grausam hässlichen Videosequenzen so selten vorkommen. Die Landschaft besteht nur aus rötlichbraunen Steinen, Felsen und Bergen, ist also nicht sonderlich ansehnlich oder anspruchsvoll, selbst unter diesen Gesichtspunkten allerdings nicht unbedingt schön anzusehen. Auch die komplett zerstörbaren Gebäude und ihre Einrichtungen erinnern fast mehr an die PS2- als 3-Ära.

 

Bildergalerie von Red Faction: Guerrilla - Re-Mars-tered Edition (5 Bilder)

Gameplay

 

So schnell wir ins tatsächliche Spielgeschehen hineingeworfen werden, so schnell hat man gefühlt auch schon alles gesehen, dass dieses Spiel zu bieten hat. Ellenlange Wege zurücklegen, entweder zu Fuß oder in einem der unterschiedlichen Mars-Fahrzeuge (zu empfehlen ist dringend Letzteres), um am Zielort in eine wilde, nicht enden wollende Schießerei verwickelt zu werden. Zur Verfügung stehen hier unterschiedliche Waffen, die man in insgesamt vier Ausrüstungs-Slots ausrüsten kann, darunter Pistolen, Maschinengewehre, Fernzündbomben und natürlich der berühmte Vorschlaghammer. Mit dem beginnt das Spiel und er kommt auch verdammt häufig zum Einsatz - denn die einzige Währung in der Spielwelt ist Schrott. Zerstört man Fahrzeuge, Gebäude, Masten, Laternen oder sonst irgendwas, das in sich zusammenfällt, bleibt in der Regel ein wenig leuchtender Schrott übrig, den man aufsammeln und wiederverwerten kann. Beispielsweise lassen sich damit neue Alternativwaffen kaufen, wie etwa ein ziemlich nützlicher Raketenwerfer, oder man rüstet damit sein bisheriges Equipment weiter auf - vergrößert die Magazine der Gewehre, verstärkt die Körperrüstung. Das hilft im Kampf gegen die EDF-Soldaten, ein mindestens ebenso großer Bestandteil des Spiels ist aber das Zerstören. Abgesehen vom allgegenwärtigen Marsgestein, in das man nicht einmal einen Kratzer hineinbekommt, lässt sich wirklich alles in die Luft jagen oder zu Kleinholz zerhacken. Mit einem lockeren Hammerschwingen jagt man bereits ein mannsgroßes Loch in jede Betonwand oder schlägt die massivsten Metalltore aus den Angeln. Anerkennung verdient das Spiel an dieser Stelle für die gelungene Physik - die meisten Strukturen sind zwar etwas zu einfach zu zerstören, welche Punkte, Wände und Säulen eines Gebäudes man zerstört, ist letztlich aber entscheidend, damit es einbricht. Durch die gezielte Zerstörung von Treppen, Wand- oder Bodenelementen lassen sich auch taktische Vorteile erschließen wie neue Einstiegs- oder Fluchtwege oder dem Abschneiden von Verfolgern - ob man im hektischen Feuergefecht allerdings dazu kommt, derartige Strategien auszutüfteln und anschließend umzusetzen, halte ich für eher fragwürdig. Richtige Stealth-Funktionen bietet das Spiel nämlich nicht und in so gut wie keinen Stützpunkt gelangt man ohne entdeckt und beschossen zu werden.

 

Neben den mäßig abwechslungsreichen Hauptmissionen bietet man dem Spieler noch die üblichen Open World-Aufgaben, wie sie z.B. aus den neueren Far Cry-Teilen bekannt sind. Zerstört feindliche Stützpunkte, zerlegt einen Konvoi, fangt einen gegnerischen Kurier ab - alles, um die Dominanz der Earth Defense Force in einzelnen Bereichen zu lockern, sodass dort mehr eigene Soldaten herumfahren und einem im Fall der Fälle zur Seite stehen. Diese Nebenaufgaben wären deutlich unterhaltsamer, wenn sie sich von den drögen Hauptmissionen unterscheiden würden.


Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

Das Beste an der Neuauflage von Red Faction: Guerrilla ist der Wortwitz im Untertitel "Re-Mars-Tered". Auch mit verbesserten Texturen, Schattendarstellungen, Lichteffekten und einer 4K-Unterstützung sieht das Spiel noch lange nicht zeitgemäß aus und stellenweise überlegt man sogar, ob das ursprüngliche Game sogar noch auf der PS2 erschienen sein könnte. Die Story ist überaus dünn und sämtliche Charaktere - inklusive dem Protagonisten - sind offenbar nebensächliches Beiwerk, zu dem man keinerlei Bindung aufbauen kann. Das Spiel konzentriert sich voll und ganz aufs Gameplay und die Nutzung der Open World, beides allerdings nicht gut genug, um über die bisher genannten Mängel hinwegzutäuschen. Die Controller-Steuerung ist nicht sonderlich intuitiv (Waffenzoom auf R3 anstatt L2, Rennen auf L1 anstatt auf L3, etc.), Haupt- und Nebenmissionen identisch eintönig und die Open World ist viel zu groß, da man ohnehin keinen Anlass hat die tote Marswüste zu erkunden - zu finden gibt es schließlich nicht wirklich etwas.


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positiv negativ
  • Physikbasierte und vollständige Zerstörung sämtlicher Bauelemente
  • Vielzahl von Waffen, Fahrzeugen und Ausrüstungsanpassungen
  • Online-Multiplayer
  • Dünne Story in einer öden, toten Wüstenwelt
  • Haupt- und Nebenmissionen sehr eintönig und stereotypisch für Open World
  • Große Spielwelt und lange Missionswege nerven eher als dass sie zum Erkunden ermutigen
  • Keine sonderlich intuitive Steuerung





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