Replicas

Replicas

Originaltitel: Replicas
Genre: Science Fiction • Thriller
Regie: Jeffrey Nachmanoff
Hauptdarsteller: Keanu Reeves • Alice Eve
Laufzeit: DVD (104 Min) • BD (107 Min)
Label: Concorde Home Entertainment
FSK 16

Replicas   11.05.2019 von MarS

Nach seinem durchschlagenden Erfolg als Hacker "Neo" in der Matrix-Trilogie war es lange Zeit ruhig um den Kanadier Keanu Reeves geworden, bis er sich 2014 in seiner Rolle als John Wick mit einem lauten Knall zurückmeldete. Während seine Paraderolle als knallharter Actionstar bald in die dritte Runde geht, dreht Reeves aber auch fleißig andere Filme, wie beispielsweise den Sci-Fi Thriller Replicas, der nun von Concorde Home Entertainment veröffentlicht wurde...

 

Inhalt

 

Der Neurowissenschaftler William Foster (Keanu Reeves) steht kurz davor, erfolgreich das Bewusstsein eines Menschen auf einen künstlichen Körper zu übertragen. Bislang sind jedoch alle Versuche fehlgeschlagen, sehr zum Unmut des Leiters der geheimen Forschungseinrichtung auf Puerto Rico. Als eines Tages Wills Frau und seine drei Kinder bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommen, verbündet er sich mit seinem Kollegen Ed (Thomas Middleditch), um in seinem heimischen Keller ein Labor einzurichten. Dort will er zunächst Klone seiner Familie erstellen, um ihnen dank seiner Forschungen anschließend ihr eigenes Bewusstsein wiederzugeben. Tatsächlich scheint dieses Mal alles glatt zu laufen, doch ein fehlender Klon-Tank zwingt Will dazu, seine jüngste Tochter aus dem Gedächtnis der übrigen Klone zu löschen. Nach dem erfolgreichen Experiment versucht Will sein altes Leben wiederaufzunehmen, doch sein Geheimnis bleibt nicht lange sicher...

 

Replicas nimmt sich nicht nur einem sehr interessanten, aktuellen Thema an, sondern gleich mehreren. Während sich die Handlung zunächst um die "Datenübertragung" zwischen dem menschlichen Gehirn und einem künstlichen Körper dreht, erweitert sich das Geschehen im weiteren Verlauf auf das Klonen von Menschen und die damit einhergehenden ethischen Diskussionen. In diesem Potpourri von Elementen liegt aber auch genau das Problem des Films, denn weder wird auch nur eines dieser Bestandteile stimmig ausgearbeitet, noch kann Replicas auf diese Weise Spannung oder Dramatik entwickeln. Was zu Beginn noch, unter den gegebenen Umständen eines Science-Fiction-Films, durchaus glaubwürdig erscheint, verzettelt sich im Verlauf immer mehr in klaffenden Logiklöchern und absurdem, pseudowissenschaftlichem Geplänkel, das eher unfreiwillig komisch wirkt, als dass man als Zuschauer davon gepackt werden würde. Das Löschen von Erinnerungen und den zugehörigen Verknüpfungen im menschlichen Gehirn wird zum simplen Mausklick, das Schreiben eines komplizierten Algorithmus, nach dem man jahrelang gesucht hatte, geschieht über Nacht, ebenso wie der heimliche und völlig unbemerkte Aufbau eines kompletten Millionen Dollar Labors im eigenen Keller...und das sind nur einige der abstrusen Gegebenheiten, die hier auf einen lauern. Überhaupt wird der Streifen immer unglaubwürdiger, je weiter die Handlung voranschreitet, was unter anderem auch an der Vielzahl von Nebengeschichten liegt, die so überhaupt nicht ineinandergreifen wollen. Sowohl die Darsteller als auch die Erzählung stolpern von einem Problem zum Nächsten, ohne dass dabei darauf geachtet wird, was man dem Betrachter hier eigentlich gerade zumutet. Dazu gesellen sich zahlreiche, wirklich schlecht gemachte CGI-Effekte, die sich vor allem im Finale extrem unharmonisch vom übrigen Design abheben. Alles in allem kann man sagen, dass Replicas einfach viel zu viel erzählen will, und auf diese Weise völlig außer Acht lässt, dass die Thematiken eines Films eigentlich auch zueinander passen beziehungsweise sich stimmig ergänzen sollten. 

 

Bildergalerie von Replicas (11 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Wenn schon der Film inhaltlich nicht überzeugen kann, dann auf jeden Fall die Blu-ray. Das Bild ist knackig scharf und sehr gut kontrastiert, die Farben sind satt und der Schwarzwert liefert ebenfalls sehr gute Werte. Die Tonspur ist kraftvoll und dynamisch abgemischt und zeigt sich dank klarer Kanaltrennung sowie sauber ortbarem Effekteinsatz sehr räumlich. Im technischen Bereich kann das HD-Medium auf ganzer Linie überzeugen.


Das Fazit von: MarS

MarS

Replicas behandelt interessante Themen und macht dank sehr gutem Einstieg Lust auf mehr, wird aber im weiteren Verlauf immer wirrer und unglaubwürdiger. Die Masse an Logikproblemen sowie das Übermaß an Handlungselementen sorgt letztendlich dafür, dass der Film einfach nicht stimmig wirkt und deutlich zu viele unterschiedliche Richtungen einschlagen will, als dass das Ganze noch funktionieren könnte. So ansprechend Replicas zu Beginn noch erscheint, letzten Endes kann man sich dieses überladene Gewirr aus Science-Fiction, Drama, Verschwörung und Wissenschaft eigentlich sparen.


Die letzten Artikel des Redakteurs:


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Ich kann mich meinem Kollegen Mars leider nur anschließen, auch wenn ich es nach dem schönen Anfang des Films nicht wahrhaben wollte: der Film ist als Gesamtwerk einfach nichts „Gscheites“ – schade drum. Hätten sich die Macher mehr auf ein Genre konzentriert und mehr auf den guten, alten roten Faden, dann wäre es mit Sicherheit was geworden – so aber leider nicht. Replicas kann man nur wirklichen Hardcore-Science-Fiction-Fans empfehlen, die aber auch mit einem bunten Genre-Mix etwas anfangen können.


Die letzten Artikel des Redakteurs:




Kommentare[X]

[X] schließen