Rise of the Tomb Raider

Rise of the Tomb Raider

Publisher: Microsoft
Entwicklerstudio: Crystal Dynamics
Genre: Abenteuer
Sub-Genre: Action
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 13.11.2015
USK 16

Rise of the Tomb Raider   10.11.2015 von Xthonios

Im März 2013 kehrte die wohl berühmteste Ihres Zeichens Archäologin namens Lara Croft zurück. Erstmals trennte man sich vom alten Ideal der Superbusen-Amazone zu einem jüngeren und verletzlichen Alter Ego mit eigenen Träumen der Zukunft. Im Januar 2014 gab Sie auch auf der XBOX One Ihr Debüt und verzauberte gleich zwei Redakteure. Jetzt kehrt Lara in Rise of the Tomb Raider zurück und Xthonios macht sich einmal mehr auf den Weg und folgt ihr in die sibirische Kälte ...

 

Bei zahlreichen XBOX Spielern dürfte die Vorfreude diese Woche enorm sein. Neben Fallout 4 und Black Ops 3 erscheint auch Rise of the Tomb Raider. Im ersten Tomb Raider (hier unser Review) begleiteten wir die noch junge und unerfahrene Lara Croft auf ihr erstes Abenteuer und wurden von der neuen Aufmachung und dem Spielerlebnis sehr positiv überrascht. In dem neuen Abenteuer tritt sie in die Spuren ihres Vaters und sucht nach einer göttlichen Quelle, die Unsterblichkeit verspricht.

 

Die Story aka Um was geht es

 

Lara ist auf der Suche nach einem alten Relikt, von dem ihr Vater besessen war. Diese krampfhafte Suche danach und seine Überzeugung hat ihn seinen Ruf, seine Familie und auch seine Vernunft gekostet. Nach dem tragischen Tod ihres Vaters macht sich Lara auf die Spuren dieses Reliktes, um zu beweisen, dass ihr Vater nicht verrückt war und dieses Artefakt wirklich existiert. Doch schnell wird klar, dass sie nicht die Einzige ist, die auf der Suche ist. Ein religiös fanatischer Orden namens Trinity ist ebenfalls auf der Suche nach der göttlichen Quelle und ist hier jedoch entschieden, jedes nur erdenkliche Mittel einzusetzen, um ihr Ziel zu erreichen. Dies muss auch Lara schnell begreifen, als sie das erste Mal von einem Kampfhubschrauber in der syrischen Wüste begrüßt wird. Doch Lara ist nicht bereit aufzugeben und es sollen noch viele unerwartete Ereignisse passieren, die ihr Leben nachhaltig beeinflussen werden.

 

Das Ganze Drumherum

 

Eines muss man Crystal Dynamics und Eidos Montreal lassen: Grafisch ist Rise of the Tomb Raider absolut gelungen. Besonders hervorzuheben sind die Landschaften, die beeindruckenden Licht- und Schatteneffekte und auch Lara selbst sieht optisch erwähnenswert aus. Aber neben der Optik bietet das Spiel auch soundtechnisch jede Menge Highlights. Neben Hintergrundgeräuschen von Tieren, Wettereffekten und in Kampfszenen auch jede Menge Soundeffekten, ist es wieder Lara, die hier den Spieler an allem teilhaben lässt. Sie jammert bei Kälte, zittert, leidet und schreit bei jeder Verletzung - man nimmt ihr das auch alles ab. Und so kann sich der Spieler mit Lara einmal mehr identifizieren und man wird ein Teil des Spiels - grandios.

 

Aber neben der Grafik und dem Sound gibt es auch im Gameplay einige Änderungen gegenüber dem Vorgänger. So wurde die Crafting-Funktionalität erweitert. Anstatt ein Universalmaterial zu benötigen, werden jetzt Holz und Federn (für Pfeile), Öl (für Feuerpfeile) oder auch Felle von Tieren (für Ausrüstungsupgrades) benötigt. Das mag jetzt umständlich klingen, in der Praxis ist die Beschaffung jener Materialien jedoch sehr einfach. Auch die Gebiete selbst sind wesentlich größer und komplexer geworden, sodass man mehr Möglichkeiten hat, sich eventuell an Gegnern vorbeizuschleichen oder man alternative Wegen gehen könnte. Wo wir gerade beim Schleichen sind, auch hier gibt es eine positive Weiterentwicklung. Überall in den Arealen finden wir Sträucher vor, in dem Lara sich z. B. verstecken kann, um so Gegner (ähnlich wie bei Splinter Cell) lautlos zu töten und die Leiche gleich verschwinden zu lassen. Auch kann Lara nun mit einem Kampfmesser Feinde von Bäumen oder Häusern aus von oben herab außer Gefecht setzen. Unglücklicherweise gibt es immer noch erzwungene Szenen, in denen man sich als Rambo Croft durch einzelne Passagen kämpfen muss, aber zugegebenermaßen sehen diese Passagen trotzdem gut aus.

 

Als eine weitere große Neuerung gibt es nun auch Nebenmissionen. Lara stößt im Laufe des Spiels auf Einwohner, die Ihr nach anfänglicher Hilfe auch optionale Ziele anbieten, wie z. B. das Ausschalten einiger Funkmasten oder Befreiung von Einwohnern aus den Krallen des Trinity Ordens. Die Belohnungen für diese Quests können sich auch sehen lassen und bieten echte Vorteile im Spiel. So erhält man beispielsweise am Anfang wertvolle Ausrüstungen, wie den Dietrich. Mit ihm kann man Türen und optionale Kisten öffnen, hinter denen sich möglicherweise versteckte Bauteile für besondere Waffen verstecken. Auch die optionalen Gräber bieten jetzt einen echten Anreiz, sie zu besuchen. Nach Abschluss eines solchen Grabes erhält Lara als Belohnung eine neue Fähigkeit, die es sonst nicht zu erforschen gibt. Wer glaubt, dass dies schon alles war, der irrt sich. Über gefundene Sammelobjekte, wie z. B. Schriftrollen oder Wandmalereien, lernt Lara auch die jeweiligen Sprachen, sodass sie nach Erreichen bestimmter Ränge Monolithen lesen kann, die ihr ein geheimes Versteck oder Goldmünzen auf der Karte anzeigen, die dann (Achtung noch eine Neuigkeit) bei einem abtrünnigen Trinity Händler gegen zusätzliche Ausrüstung erworben werden kann. Um den Spielern auch eine Langzeitmotivation und noch mehr Herausforderungen zu bieten, gibt es nun auch verschiedene Schwierigkeitsstufen, die sowohl Rätsel wie auch Gegner anpassen. Euch ist die Standardstufe zu einfach? Dann probiert es doch mal auf Gottverdammichistdasschwer.

 

Bildergalerie von Rise of the Tomb Raider (25 Bilder)

Multiplayer oder kein Multiplayer - das ist hier die Frage


Last, but not least, gibt es noch eine entscheidende Änderung: Es gibt keinen verkorksten Multiplayer mehr. Hier hat man scheinbar aus den Fehlern gelernt und sich gegen eine Neuauflage entschieden. Dafür gibt es jetzt sogenannte Expeditionen. Hier kann man u. a. einzelne Abschnitte erneut spielen und so Punkte und Kredits ergattern und gleichzeitig via Bestenlisten zu zeigen, was Ihr so drauf habt. Kredits erhaltet Ihr auch für das Abschließen der Storymissionen. Mit den Kredits könnt Ihr Euch im Store dann sogenannte Kartenpacks kaufen. Und hier kommen wir gleich zu einer weiteren Neuerung. Die Karten könnt Ihr dann verwenden, um bei den Expeditionen bestimmte Modifikationen einzubauen, die Euch Vor- oder Nachteile bringen, im Gegenzug dafür aber einen entsprechenden Modifikator bei der Gesamtpunktzahl einbringen. Das Gute ist hier, dass man die Kredits NICHT via Micro Payments kaufen kann, sondern nur im Spiel. Neben den Standardmissionen könnt Ihr jedoch auch Missionen erstellen und Missionen aus der Community spielen und meistern. Als Belohnungen winken Euch erneut Kredits. Leider gibt es auch hier - trotz optionaler Missionen oder Herausforderungen - keine Möglichkeit, das Spiel offline oder online im Koop-Modus zu spielen.

 

(UPDATE: Mit dem offiziellen Release wurden auch Micro Payments implementiert - zuvor waren diese nicht ersichtlich).


Das Fazit von: Xthonios

Xthonios

Mit Rise of the Tomb Raider erscheint ein absolut gelungenes Spiel. Das Gameplay wurde sinnvoll erweitert, grafisch und soundmäßig bietet TR so ziemlich alles, was man sich wünscht, die Atmosphäre des Nachfolgers ist ebenfalls genial. In puncto Story mag das Spiel etwas schwächeln, aber das ist zu vernachlässigen. Wer jedoch mit dem ersten Teil nicht wirklich warm wurde, wird hier auch keine große Freude haben. Viele Dinge sind gleich (gut) geblieben. Sehr lobenswert ist der entfernte Multiplayer, im Gegenzug dafür wurden Herausforderungen in Form von Einzelmissionen erschaffen und einem Leveleditor, mit dem die Community eigene Parkours erschaffen kann. Für Freunde der schwachen Internetverbindungen wird sich das Spielvergnügen jedoch nach dem Kauf etwas verzögern. Bei dem ersten Start müssen 826 MB heruntergeladen werden. Danach bekommt ihr grob 20-30 Stunden Spielspaß und wer ehrgeizig genug ist, kann mit dem Expeditionsmodus zahlreiche Spielstunden verbringen. Auch die verschiedenen Schwierigkeitsgrade sollten den Einen oder Anderen sicherlich fordern. All Jene, die den ersten Teil gemocht haben, werden an diesem Teil nicht vorbeikommen.


Die letzten Artikel des Redakteurs:


positiv negativ
  • Atmosphärisch und grafisch sehr gut
  • Kein sinnfreier Multiplayer-Modus
  • Expeditionen als neue Herausforderungen
  • Großartiges Charakter-Design
  • Stimmiger Soundtrack, klasse Effekte
  • Survival-Feeling dank Crafting gut gelungen
  • Langzeitmotivation durch frei einstellbaren Schwierigkeitsgrad
  • Etwas oberflächliche Story
  • Erzwungene Shooter-Passagen
  • Kein Koop-Modus (weder off- noch online)
  • Leider keine Kinect-Unterstützung mehr





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