Splinter Cell Blacklist

Splinter Cell Blacklist

Publisher: Ubisoft
Entwicklerstudio: Ubisoft Montreal
Genre: Action
Sub-Genre: Stealth-Action
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 22.08.2013
USK 18

Splinter Cell Blacklist   10.09.2013 von Xthonios

2010 spaltete Ubisoft mit Splinter Cell Conviction wohl die Sam-Fisher-Gemeinde. Ein Teil der Community empfand Conviction als zu shooter-lastig und die Anderen waren begeistert von der Veränderung. Jetzt drei Jahre später – am 22.08.2013 – erschien der Nachfolger. Sechs Monate, nachdem Third Echolon ausgelöscht war und Ihr eure Tochter wieder an eurer Seite habt, greift erneut eine geheime Institution namens „Engineers“ die USA an und bedroht die Sicherheit des ganzen Landes. Nur ein Mann kann die Nation retten – Sam Fisher ...

 

Die USA haben in über 150 Ländern der Welt Soldaten im Einsatz. Die Terrorzelle „Engineers“ fordert die USA auf, sämtliche Soldaten nach Hause zu holen, da sie den Krieg sonst ins eigene Land bringen. Die Terroristen starten die Blacklist, in der alle sieben Tage ein Gesellschaftszweig angegriffen wird, um der Regierung den Ernst der Lage zu verdeutlichen. Die Präsidentin bittet Euch (als Sam Fisher), diese Bedrohung aufzuspüren und auszuschalten. Koste es, was es wolle. Da dies von offizieller Seite nicht möglich ist, erhaltet Ihr den „Fifth Freedom“ Status. Das Recht, die Gesetze zu brechen, um die Gesetze zu schützen. Einige Leben zu nehmen, um andere Leben zu erhalten. Kurz um, Ihr erhaltet die Befugnis, alles zu tun, um das Land zu schützen. Egal, was getan werden muss.

 

Die Installation aka wann geht’s endlich los

 

Splinter Cell Blacklist enthält in der XBOX 360 Version zwei DVDs. Wer das Spiel komplett auf Festplatte speichern möchte, sollte mindestens 13,9 GB freien Speicher haben. Beim ersten Start des Spiels werden wir gefragt, ob man nicht das HD-Texturenpaket installieren möchte, hierfür werden weitere drei GB Festplattenspeicher benötigt. Dieser Vorgang hat auf unserer XBOX 360 in zwei Versuchen durchschnittlich 30 Minuten gedauert. Wer gern auf matschige Texturen und teilweise recht durchschnittliche Umgebungen steht, der könnte sich diese Zeit sparen. Wenn Ihr jedoch auf recht ansprechende Lichteffekte, verfeinerte Schatten und detailreiche Umgebungen abfahrt, so solltet Ihr bei der Nachfrage auf "Ja" klicken. Wer das Spiel im Zuge einer Vorbestellung erworben hat, wurde hier mit einem exklusiven „Upper Echolon“ Inhalt belohnt. Doch um an den Content zu gelangen, ist ein kleiner Marathon notwendig. Zuerst ist eine Registrierung über eine bestimmte Splinter Cell-Seite notwendig. Dort muss man anschließend einen uPlay-Account registrieren (oder sich mit dem Konto anmelden), um anschließend den Promotion Code einzugeben. Kurze Zeit später erhält man dann eine Mail mit einem Bestätigungslink, um alles zu aktivieren. Sobald dies geschafft ist, landet wieder eine Mail im Briefkasten, in dem zu dem exklusiven Inhalt gratuliert wird. Ein Code findet man dennoch nicht, lediglich ein Hinweis, dass man weitergehende Informationen bekommen wird. In unserem Fall mussten wir nur acht Tage warten, bis endlich der Code in unserem Postfach war, den wir dann natürlich wiederum im Spiel selbst eingeben mussten. Benutzerfreundlichkeit sieht für uns anders aus. Für alle, die das Vorbestellerpaket nicht unverzüglich registriert haben, kommt jede Möglichkeit zu spät, die Seite wurde zum 30.08. heruntergefahren.

 

Eins, zwei, Feuer frei

 

Nachdem wir alle Formalitäten erledigt haben, befinden wir uns im Hauptmenü und können loslegen. Ähnlich wie bei Mass Effect 3 spielen wir nicht einfach nur Missionen durch, sondern besitzen eine Hauptzentrale in Form eines stark modifizierten Militärflugzeuges. Aber wir sind diesmal nicht einfach nur Protagonist, sondern leiten die gesamte Operation und können so mit den Mitgliedern der Crew agieren und das gesamte Flugzeug begehen. Über die sogenannte SMI-Steuerung (Strategic Mission Interface) haben wir die volle Kontrolle über die derzeitigen Missionen und auch hier erblicken wir zahlreiche Neuerungen, die wieder stark an Mass Effect erinnern. Neben der eigentlichen Storyline finden wir stets einige Nebenmissionen, sogenannte 4E-Missionen zur Auswahl. Wer also nicht nur die Kampagne durchspielen möchte, hat hier zahlreiche Möglichkeiten, viele weitere Abenteuer und abwechslungsreiche Missionen zu spielen. Des Weiteren haben wir im Flugzeug die Option, Upgrades zu erwerben. Zwischen den Missionen kann man sich entscheiden, mit Geld entweder die eigene Ausrüstung, die Waffen oder auch das Flugzeug als Solches zu verbessern. So kann man beispielsweise die Radarreichweite der Maschine verbessern, um detailliertere Informationen in den Missionen zu erhalten, man kann Charlie dem Technik-Freak Geld in die Schuhe stopfen, um an Waffen-Prototypen zu gelangen oder auch die Krankenstation upgraden, um die Regenerationsfähigkeit von Sam während der Missionen zu beschleunigen. Auch wenn nicht alle Upgrades logisch erklärbar sein mögen, generell hat man so erfolgreich etwas mehr Individualität ins Spiel gebracht. Auch bei der Ausrüstung kann man frei entscheiden, ob man mehr Wert auf Panzerung legt oder die Stealth-Fähigkeiten optimieren möchte. Waffen haben diverse Upgrade-Slots, die man entsprechend kaufen und ausrüsten kann.

 

Das Gameplay und Co

 

Die Steuerung von Blacklist orientiert sich größtenteils an den Vorgänger Conviction. So steuern wir Sam Fisher mit den beiden Analog-Sticks und können mit dem Steuerkreuz Waffen und Zubehör wechseln. Mit (LT) wird gezielt und mit (RT) wird geschossen. Mit (A) können wir Türen öffnen, über Hindernisse klettern, Lichtschalter ein- oder ausschalten, Fenster öffnen oder schließen, an Wänden hochklettern oder uns an Rohre hochziehen. Mit (B) können wir uns schnell in Deckung begeben und anschließend wieder mit (A) zur nächsten Deckung sprinten. Wenn ein Gegner in greifbarer Nähe steht, haben wir die Möglichkeit, ihn via (X) auszuschalten. Neu hinzugekommen ist hier die Möglichkeit, den Körper des Gegners anschließend mit (X) wegzutragen und irgendwo zu verstecken. Das wird vor allem die Stealth-Liebhaber unter uns freuen. Das Feature gab es bereits in den frühen Splinter Cell Teilen und ist jetzt endlich zurückgekehrt. Auch wieder mit dabei die ist „Markieren und Ausschalten“-Funktion. Habt Ihr einen Gegner im Nahkampf erlegt, könnt Ihr bis zu drei Gegner markieren und via (Y) erledigen. Während im Vorgänger die Funktion bereits nach einem Kill verfügbar war, hängt dies bei Blacklist vom Schwierigkeitsgrad ab. Es gibt diesmal vier Abstufungen: Anfänger, Normal, Realistisch und Perfektionist. Auf Realistisch füllt sich die Funktion langsamer auf, in Perfektionist ist die Funktion gar nicht verfügbar. Ebenfalls neu ist die Möglichkeit einen Gegner mithilfe der Back-Taste zu sich zu locken. Wer einen Kinect-Sensor besitzt, kann dies auch durch die Sprachbefehle steuern. In unserem Fall mussten wir bei einer Entfernung von vier Metern jedoch zu oft lauthals schreien, während der Sensor im XBOX-Menü bereits bei leiser Stimme sofort reagiert. Dies führte nach einigen Versuchen zum Ignorieren der Sprachsteuerung. Generell ist die Steuerung jedoch sehr gut gelungen, auch die Bewegungsabläufe sind flüssig und schön animiert. Jedoch führen die oftmals mehrfach belegten Tasten im Spielfluss in ungünstigen Situationen dann zu unabsichtlichen Fehlaktionen. Statt ein Lichtschalter auszuschalten, öffnet man dann aus Versehen eine Tür oder klettert plötzlich die Wand hinauf. Das sorgt vor allem dann für echten Frust, wenn man in einer 4E-Mission kurz vor dem Ziel steht und durch diesen Fehler womöglich die Gegner auf sich aufmerksam macht und somit die ganze Mission gescheitert ist. Hier kommen wir auch gleich zu einem weiteren Punkt, der gerade auf höherer Spielschwierigkeit für Resignation sorgt. Während in der Kampagne die Speicherpunkte recht fair gesetzt sind, glänzen eben jene in den 4E-Aufgaben oftmals mit totaler Abwesenheit. Wenn man dann nach 20 Minuten Spielzeit einer „Werde ja nicht entdeckt“-Mission kurz vor dem Ziel scheitert und man wieder ganz von vorn starten darf, kann es nach dem zehnten Versuch doch zu echtem #%*!!##* kommen. Ebenfalls neu ist die Entscheidungsfreiheit der Missionsauswahl. So kann man sich selbst entscheiden, ob man den Weg des Ghosts (nicht tödliche Angriffe), des Panthers (leise und tödlich) oder des Assaults (offener Kampf) meistern möchte. Für jeden Gegner bekommt man dann entsprechende Punkte. Wer gern schleicht und die Feinde mit Schockwaffen betäubt, wird hier mit den meisten Punkten belohnt. Aber auch wer z. B. Feinde komplett umgeht, bekommt hier am Ende der Mission zahlreiche Bonuspunkte. So bieten die Areale oftmals versteckte Wege oder alternative Routen, die dem Spieler zahlreiche Optionen bieten und so uns die volle Entscheidung überlassen, wie man die Mission gern spielen möchte. Ebenfalls erstklassig ist die Möglichkeit, vor dem eigentlichen Start der Mission entscheiden zu können, ob man die Mission solo, im Splitscreen oder über XBOX Live mit einem Freund oder beliebigen Spieler beschreiten möchte. So gibt es oftmals bei den Missionen Routen, die man nur im Koop öffnen kann und so ganz neue Möglichkeiten bieten.

 

Bildergalerie von Splinter Cell Blacklist (36 Bilder)

Optisches Vergnügen oder Grauen?

 

Grafisch gesehen bietet uns Ubisoft ein durchweg gelungenes Spiel. Das Spiel läuft flüssig, Licht- und Schatteneffekte harmonieren mit der entsprechenden Soundkulisse. Allerdings gibt es auch hier einige Kritikpunkte. Die Zwischensequenzen wirken grafisch veraltet, die Gesichter der Protagonisten wirken zu eckig und unbeweglich. Sam sieht nicht mehr aus wie Sam und wir mussten auch mehrfach feststellen, dass die Gesprächsteilnehmer ganz woanders hinschauen, als sie sollten. Nichtsdestotrotz werden Splinter-Cell-Liebhaber hier voll auf ihre Kosten kommen.

 

Wie ist der Gegner so drauf aka die KI

 

Die Gegner, mit denen wir es im Laufe des Spiels zu tun bekommen, agieren logisch und intelligent. Gegenüber Conviction finden wir hier eine deutliche Steigerung der KI vor. So wird bei Verdacht meist eher Verstärkung gerufen und auch beim Fund eines Toten erstmal in Deckung gegangen und Alarm ausgelöst. Sehr gut agieren die Wachen auch bei Veränderungen der Umgebung. Eine offene Tür oder Fenster, ein ausgeschaltetes Licht oder ein merkwürdiges Geräusch, all dies sorgt für eine erhöhte Wachsamkeit. Aber auch die Gegnertypen sind vielfältiger geworden. So gibt es neben den klassischen Wachen nun auch gepanzerte Einheiten, die man nicht mit Betäubungswaffen oder einem einfachen Kopfschuss erledigen kann. Auch hier erfordert es wesentlich mehr Arbeit, die richtige Taktik anzuwenden. Einige Wachen scheinen zudem mit einem sechsten Sinn ausgestattet zu sein, denn immer wieder wurden wir durch Türen hinweg oder hinter Mauern plötzlich entdeckt, ohne dass wir uns bewegten. 

Das mag anfangs noch okay sein, aber gerade bei Stealth-Missionen ist so etwas nicht spielfördernd.

 

Spy vs. Mercs aka Multiplayer-Modus

 

Bis zu vier Spione treffen auf die entsprechende Anzahl von Söldnern. Die Aufgaben sind recht übersichtlich, wie zum Beispiel Computer zu hacken oder andere Informationen zu beschaffen. Während die Spione leise und tödliche Angriffe ausführen, betreten die Söldner mit schweren Waffen die Bühne und müssen die Spione davon abhalten, die Informationen zu stehlen. Nachdem eine Seite gewonnen hat, tauschen die Teams die Rollen. Eine wichtige Rolle spielt hier auch die entsprechende Ausrüstung, die die Kämpfe dann sehr spannend gestalten können.

 

Neben dem klassischen Multiplayer gibt es auch noch das ShadowNet, indem man tägliche oder auch wöchentliche Herausforderungen absolvieren kann, um sich a) in den Bestenlisten zu verewigen und b) Geld für neue Upgrades abzustauben.


Das Fazit von: Xthonios

Xthonios

Nach dem Test der XBOX 360 Version stehen wir nun vor der eigentlichen Entscheidung: Ist Splinter Cell Blacklist hipp oder hopp. Ubisoft schafft den Spagat, das Spiel auf der einen Seite weiterzuentwickeln und gleichzeitig zu den Wurzeln zurückzukehren. Durch das umfangreiche Waffenarsenal, das technische Equipment, die gelungenen Schauplätze und die Möglichkeit vor fast jeder Mission zu entscheiden, ob allein oder im Koop, bleibt es dem Spieler selbst überlassen, wie er die Mission gern spielen möchte. Genau das ist eine der größten Stärken des Spiels. Grafisch gesehen spürt man etwas die Schwächen der älteren Engine, ingesamt kommen Freunde der Serie aber voll auf ihre Kosten. Die Story ist knackig und ohne echte Längen, die Steuerung ist einfach, einzig allein die Mehrfachbelegungen mancher Tasten sorgen bei schnellen Aktionen oftmals zu Fehlaktionen, die schnell das Ende der Mission bedeuten können. Die KI ist beeindruckend, denn gelegentlich entdeckt sie uns sogar durch Wände oder Türen hinweg oder weiß anhand einer Falle sofort, wo wir uns befinden. Mit Blacklist hat Ubisoft genau den richtigen Schritt gemacht und ein Spiel erschaffen, dass man auch gern mehrmals durchspielt.


Die letzten Artikel des Redakteurs:


positiv negativ
  • Intelligente und wachsame KI
  • 4 verschiedene Schwierigkeitsgrade
  • Ansprechende Licht- und Schatteneffekte
  • Zahlreiche Upgrades verfügbar
  • Gut umgesetzter Koopmodus (lokal oder per Internet)
  • Missionen bieten immer mehrere Lösungswege an
  • Schwierigkeitsgrad vor jeder Mission wählbar
  • Gegnervielfalt erfordert taktische Vorgehensweise
  • Spannender Multiplayer
  • Wechselnde Herausforderungen online bestehen
  • Versteckte Bonusziele in den Missionen
  • ... die manchmal jedoch hellseherische Fähigkeiten zu haben scheint
  • Unansehnliche Gesichter der Protagonisten
  • Fehlende Speicherpunkte in den 4E-Missionen
  • Mehrfachbelegungen sorgen oft für Aktionschaos
  • Grafik-Engine etwas in die Jahre gekommen





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