Schoßgebete

Schoßgebete

Originaltitel: Schoßgebete
Genre: Tragikkomödie
Regie: Sönke Wortmann
Hauptdarsteller: Lavinia Wilson
Laufzeit: DVD (89 Min) • BD (93 Min)
Label: Constantin / Highlight Film
FSK 16

Schoßgebete   24.03.2015 von GloansBunny

Charlotte Roche spaltet die Nation und somit auch die Sofahelden. Während die Feuchtgebiete konsequent ignoriert werden, flattert unverhofft die zweite Romanverfilmung Schoßgebete in das Haus von Redakteurin GloansBunny. Ekelfaktor oder Hoffnungsträger?

 

Nach einem schweren Autounfall ist Sex das Allheilmittel für die Mittdreißigerin Elizabeth Kiel (Lavinia Wilson). Nach einer gescheiterten Ehe, unzähligen Kontrollzwängen, Verfolgungswahn-Attacken, Rachegefühlen, Panikanfällen in Fahrstühlen, Zügen und anderen engen Räumen, sowie der notorischen Angst vor dem Einsturz ihres eigenen Hauses, begibt sich die Zwangsneurotikerin in die Hände der erfahrenen Psychaterin Doktor Drescher (Juliane Köhler). Neben ihren Problemen besprechen die Frauen in den Therapiestunden auch das alltägliche Sexleben von Elizabeth und ihrem Neu-Ehemann, dem sensiblen Galeristen Georg (Jürgen Vogel), welches sich nicht nur auf heimische Bettgymnastik beschränkt. Gemeinsame Bordellbesuche und exzessive Einkaufstouren im Sex-Shop sind dabei nur die Spitze des erotischen Eisberges, der immer wieder mit einem Schiff namens "Alltag" kollidiert. Denn die ganz normalen Dinge des Lebens, wie etwa die Kindererziehung samt konsequenter, vegetarischer Biokost-Ernährung, aber auch ein nicht verarbeitetes Trauma machen das Leben von Elizabeth zu einem wahren Hürdenlauf. Kann die junge Frau den Spagat zwischen Familienleben, sexueller Begierde und Ehefrauendasein meistern oder scheitert sie an ihren zahlreichen Neurosen? Charlotte Roches Leser wissen, worauf sie sich mit Schoßgebete einlassen ...

 

Bildergalerie von Schoßgebete (13 Bilder)

Autorin Charlotte Roche spaltete bereits mit der Verfilmung zu Feuchtgebiete die Gemüter, und auch bei Schoßgebete wurden unmutige Stimmen laut. Doch anders als im Debüt-Film handelt Schoßgebete nicht von grenzwertigen sexuellen Vorlieben und Eskapaden. Viel mehr taucht Schoßgebete tief in das Leben der traumatisierten Elizabeth Kiel (toll gespielt von Lavinia Wilson) ein, die ihr turbulentes Familien- und Eheleben durch Sex im Griff zu behalten versucht. Die schwierige Thematik eines nicht verarbeiteten Unglücks zieht sich wie ein roter Faden durch den kompetten Film, der zugleich tragisch, wie auch komisch ist. Die sexuellen Ausflüchte des Ehepaares, in dem Jürgen Vogel eine sehr ernste, mitreissende Rolle übernimmt, sind visuell sehr überschaubar und keineswegs unästhetisch. Nichts desto trotz ist Schoßgebete kein Mainstream-Film, kein Must-see-Movie und auch kein wirklich fesselndes Ergebnis. Doch allzu wirr und nicht existenzberechtigt, wie man zunächst vielleicht vermuten mag, ist Schoßgebete auch nicht. Technisch liefert die DVD ein solides Gesamtpaket ab. Die Bildqualität ist mit leichtem Rauschen zwar nicht ganz optimal, doch natürliche Farben und gute Schärfegrade gleichen dieses Manko gut aus. Soundtrack und Dialogsequenzen sind stets sauber abgemischt und klar verständlich, der Extras-Bereich liefert mit einigen Featurettes, Behind the Scene, Interviews und Trailern zudem auch einige wissenswerte Zusatzinhalte.


Das Fazit von: GloansBunny

GloansBunny

Charlotte Roches Schoßgebete, seines Zeichens die Filmadaption zum zweiten Roman der Skandalautorin, schlägt überraschend ernste und keineswegs unästhetische Töne an. Das Hauptaugenmerk liegt auf der weiblichen Hauptfigur Elizabeth (sehr gut gespielt von Livinia Wilson), die verzweifelt gegen ein nicht verarbeitetes Trauma ankämpft. Während einige witzige Sequenzen (Stichwort "Ticks") die tragisch-komische Stimmung auflockern, agiert Jürgen Vogel erstaunlich ernst und authentisch als ruhiger Gegenpart. Einen faustdicken roten Faden hat Schoßgebete zwar nicht, und auch die Thematik ist Geschmackssache, aber gar so schlimm wie ich als vehementer Feuchtgebiete-Meider dachte, ist dieser Film nicht zuletzt wegen seiner sehr überschaubaren (S)exkapaden aber nicht. Kein Mainstream, kein "Must-see", aber irgendwie ein interessanter Nischenfilm...


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