Space Shuttle Mission Simulator

Space Shuttle Mission Simulator

Publisher: Iceberg Interactive BV
Entwicklerstudio: Exciting Simulations
Genre: Simulation
Sub-Genre: Space-Shuttle Simulator
Art: Midpreis Titel
Erscheinungsdatum: 11.06.2010
USK 0

Space Shuttle Mission Simulator   07.07.2010 von Der Ohm

Hängt in eurem Zimmer ein Planetenmobile von der Decke? Sind eure Wände mit Postern von Juri Gagarin und Neil Armstrong tapeziert. Ihr haltet Buzz Aldrin nicht für einen neuen Energydrink? Dann habe ich hier genau das richtige Spiel, oder besser die richtige Simulation für euch. 10-9-8-7-6-5-4-3-2-1-Lift off.

Wie die meisten von uns hat mir seinerzeit der normale Führerschein gereicht und daher habe ich auf eine Astronauten-Ausbildung verzichtet. Wie so vieles im Leben rächt sich dies nun.  Nach der Installation von zarten 165 MB und der Registrierung stürze ich mich erst mal in die erste Mission und schwebe sogleich mit meinem  Space-Shuttle in der Erdumlaufbahn. Unter mir dreht sich langsam der blaue Planet. Dank TrueEarth Global Satellite Bildern ähnelt dieser Anblick Google Earth und das kommt nicht von ungefähr, denn die haben die gleichen Texturen lizensiert.

Da ich aber überhaupt nicht weiß was ich hier machen soll, springe ich erst einmal zurück in das Hauptmenü. Kontrolle des Schwierigkeitsgrads – OK, steht auf „Einfach“. Der niedrigste unterstützt den angehenden Astronauten mit Hinweispfeilen und Untertexten, die uns durch die anstehenden Aufgaben führen. Wie beruhigend, dass an uns Anfänger gedacht wurde.

Das Hauptmenü kommt sehr spartanisch daher, es gibt nur drei Menüpunkte, in dem neben „Aktion“ nur noch die Missionsauswahl und die Credits auswählbar sind. Unter dem Button „Aktion“ finden sich auch nur fünf Punkte, wobei „Registrieren“, „Ende“ und „Optionen“ schon mitgezählt sind. Unter dem Punkt „Nutzer“ ändere ich mein Profilname von Default in DerOhm, jetzt fühle ich mich gleich wie zuhause. Es stehen fünf Profile zur Verfügung, falls die ganze Familie Spaß am Raumgleiten bekommen sollte. So kann jeder seine eigenen Erfolge unter den fünften und letzten Menüpunkt „Ergebnisse“ bewundern.

Dieses Mal stürze ich mich aber nicht blind ins Weltall. Auf dem 36 seitigen Quick-Start-Manual prangt in großen Buchstaben „Vor der Installation lesen!“. Interessant ist die beschriebene Unterstützung von stereoskopischen Brillen und Mehrfachmonitoren. Sogar die eigene Kopfbewegung kann von dem Spiel berücksichtigt werden, die richtige Hardware ist natürlich eine Voraussetzung. Es wird zumindest dringend empfohlen einen Joystick einzusetzen, um eine manuele Landung mit der Raumkapsel nicht zum Fiasko werden zu lassen. Da ich aber momentan nichts von dem in Reichweite habe, starte ich nun mit klassischer Tastatur/Maus Steuerung.

 

Meine erste Mission, der Jungfernflug der Columbia vom 12.April 1981. Die primären Ziele dieses Fluges waren, die gesamten Shuttle-Systeme zu überprüfen und die Maschine sicher in den Orbit und zurück zu verfrachten. Diese Mission ist Schritt für Schritt im Manual erklärt und ich schau mal ob es diesmal klappt. Ich werde im Briefing-Bildschirm begrüßt und kann mir hier alle wichtigen Informationen zu der Mission anschauen. Welche Astronauten an Bord waren und sämtliche Flugdaten. Ich habe auch die Möglichkeit direkt zu den spannenden  Ereignissen springen und zum Beispiel erst bei der Landung einsteigen.

Die erste Auswahlmöglichkeit ist 1 Stunde und 50 Minuten bis zum Start. Das macht die Sache zwar sehr realistisch aber solange in meinen Raumanzug vor dem Bildschirm zu sitzen halte ich einfach nicht durch. Also steige ich im zweiten Punkt ein, 12 Sekunden bis zum Start. Da dies ein bisschen knapp ist drücke ich sofort die P-Taste für Pause und schaue mich einmal um. Mit der Maus kann ich nun um das Space-Shuttle herum rotieren und mit dem Rad die Entfernung zum Schiff verändern. 

Die für mich als Anfänger wichtigen Informationen werden in gut lesbarer Schrift am unteren Bildschirmrand eingeblendet. Neben direkten Anweisungen wird hier auch interessantes Wissen vermittelt.

Zusammen mit dem wohl berühmtesten Countdown der Welt setzt typische „wir erobern jetzt den Weltraum“ Musik ein, die auch aus einem Sience-Fiction-Film entliehen sein könnte. Mit riesigen Rauchschwaden verlässt das Space-Shuttle nun Mutter Erde. Bis auf eventuelles Beobachten der Instrumente bin ich, wie auch ein richtiger Astronaut, zum beobachten und bangen verurteilt. Nach freier Wahl kann ich mir den Flug aus dem Cockpit, aus Sicht des Piloten oder aus der Sicht des Commanders anschauen. Auch die einzelnen Instrumententafeln sind als starre Displays auswählbar. Da das 3D Cockpit aber auch alle Instrumente in Echtzeit anzeigt entscheide ich mich für diese Ansicht, abwechselnd mit der Außen-Kamera.

Nach guten zwei Minuten wird die erste Brennstufe abgeworfen und die Columbia mit dem großen Zusatztank übernimmt den Job. Nun folgt meine erste richtige Aufgabe, ich soll überprüfen ob der Flash Evaporator richtig funktioniert, der Temperaturwert soll unter 60 Grad liegen. Die passende Anzeige finde ich im oberen vorderen Panel. Die Temperatur liegt bei guten 40 Grad, alles in Ordnung. Insgesamt stehen hier ganze 15 verschiedene Panel-Ansichten zur Verfügung, bis ich alle Lämpchen, Schalter und Sensoren kenne und verstehe, werden wohl noch Wochen ins Land ziehen.

Soweit , so gut. Scheint ja nicht allzu kompliziert zu sein so ein Astronauten-Leben. Doch was ist das? „Die CRTs zeigen jetzt das OMS 1 MNVR EXEC Display. Bereiten sie die OMS Zündung 1 vor die das Apogäum anhebt“ meldet sich die Spielhilfe, uff. Na dann mal los, weiterlesen. „Rechte Tastatur: Geben Sie Item 22 EXEC ein um die Zünddaten zu laden“. Ok, die Tastatur ist gefunden und die Anweisung ist ausgeführt, weiter geht’s.“ Geben Sie ITEM 23 EXEC ein um die Lageänderung zu starten“. Ja, das kann ich jetzt, und weiter.“ Geben Sie ITEM 27 EXEC ein um den Countdown für den Zünd-Timer zu starten“. So langsam kehrt der Astronauten-Alltag wieder ein, routiniert führe ich die gewohnte Anweisung aus.“Oberes hinteres Panel (O14):Schalten sie L OMS ENG VLV auf on“. Hilfe, wieder erschlagen mich die unzähligen Schalter und Hebel, und da ich das obere hintere Panel nicht so recht deuten kann, schau ich mir alle Schalter an, die sich aber über sechs Bildschirmseiten verteilen. Nach einer gefühlten halben Stunde habe ich mich auf dem Panel oben hinten zurecht gefunden und den Schalter umgelegt. Nächste Anweisung:“Oberes Hinteres Panel(O16) Schalten Die L OMS ENG VLV auf on“. Routiniert wie ein alter Weltraumhase greife ich zum passenden Schalter und erwarte neue Anweisungen. Nachdem ich nun gesehen habe dass die Unterpanels durchnummeriert sind, daher die (O16) und (O14), fällt die Suche nur noch halb so schwer. „Mittleres(C3) Panel : Schalten Sie OMR Left/Right auf ARM/PRESS“. Nach meiner überheblichen Euphorie werde ich wieder gebremst, das Panel ist größer als die beiden vorher, aber so schnell gebe ich so kurz vor dem Ziel nicht auf. War ja auch nun ganz einfach, es sind die ersten beiden Knöpfe gewesen. Damit habe ich meine erste große Aufgabe gelöst.

Grafisch weiß der Space-Shuttle Mission Simulator, kurz SSME, zu gefallen. Die Erdtexturen sind zwar recht unscharf, aber man soll ja auch im Weltraum gleiten. Das Space-Shuttle ist optisch gut gelungen und die Instrumente sind realistisch eingefangen, soweit ich das beurteilen kann. Die musikalische Unterstützung lockert die ansonsten staubtrockene  Simulation ein wenig auf.

Zu erwähnen wäre auf jeden Fall noch die große Community, die voller Elan hinter dem SSME stehen und der Sache Leben einhaucht. Nach der Registrierung stehen der Zugriff zur Community sowie weitere kostenlose Erweiterungen zum Spiel zur Verfügung. Die Entwickler werden das Spiel weiterhin mit kostenlosen Spielinhalten unterstützen, somit wird dem ambitionierten Raumpiloten auch noch nach dem Durchspielen der integrierten 26 Missionen nicht das Material ausgehen.


Das Fazit von: Der Ohm

Der Ohm

Der Space Shuttle Simulator ist kein Spiel, SSME ist eine reine Simulation für Fans der Raumfahrt. Es ist nicht möglich die Columbia mit Raketenwerfern auszurüsten und ihr werdet auch nicht auf den Todesstern treffen. Ich kann mir aber schon vorstellen das Enthusiasten einen Kellerraum in ein Cockpit umbauen, inklusive dreier Monitore und den Kopf-Tracker, um selbst unendliche Weiten erobern zu können. All denen wünsche ich viel Spaß, ihr werdet ein realitätsnahes Erlebnis haben. Zocker sollten sich lieber Space Invaders holen.   


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