Spectral Force Genesis

Spectral Force Genesis

Publisher: Nobilis Games
Entwicklerstudio: Idea Factory
Genre: Echtzeit-Strategie
Sub-Genre: Genremix
Art: Vollpreisspiel
Erscheinungsdatum: 08.07.2010
USK 12

Spectral Force Genesis  07.09.2010 von Der Ohm

An das Thema Echtzeitstrategie haben sich auf dem Nintendo DS so manche Entwickler die Zähne ausgebissen. So sind selbst Genregrößen wie Age of Empires oder Age of Mythology nur als abgespeckte, rundenbasierte Version auf der handlichen Konsole erschienen. Die Jungs des japanischen Entwicklerteams Idea Factory sind sogar ein Schritt weiter gegangen, sie versuchen in Spectral Force Genesis sogar drei Genre abzudecken. Kriegsspiel, Echtzeit-Strategie und Rollenspiel. Ob dies auf den zwei kleinen Bildschirmen unterzubringen ist? Lest selbst...

Die Story

Neverland, die Welt in der Spectral Force Genesis zuhause ist, wird von drei Gottheiten regiert.  Collia, Epsilon und Janus halten gemeinsam das Gleichgewicht aufrecht. Doch nun scheint die Dunkelheit die Macht in Neverland zu übernehmen. Drei große Kriege sind schon bestritten worden und haben die Welt ins Chaos gestürzt. Nun, da scheinbar alle drei Götter besiegt wurden, steht die vierte und alles entscheidende Schlacht vor den Toren. Die Story wird durch hübsch gezeichnete Anime-Bilder erklärt.

Der Spieler startet nun, in der Ära der Magie 1201, in das Spiel, indem er eins der 40 Königreiche, die auf der Landkarte von Neverland zu finden sind, übernimmt. Zusammen mit drei Generälen besteht eure Aufgabe  nun darin aus 40 Königreiche eins zu machen. Die Generäle haben jeweils verschiedene Attribute, die im Laufe des Spiels weiter ausgebaut werden können. So gibt es die Grundklassen Angriff, Verteidigung und Magie. Des Weiteren verfügen sie über spezielle Angriffs- und Verteidigungstechniken die bei den Kämpfen der Generäle eingesetzt werden können. So stehen zum Beispiel Erschütterungswellen oder Blitzzauber auf dem Plan, mit denen die feindliche Armee erschüttert werden kann. Insgesamt stehen 90 verschiedene Fähigkeiten zur Verfügung, die je nach General einsetzbar sind. Neben den 40 Ländern gibt es noch 130 Charaktere und zu erwartende 50 Stunden Spielzeit.

Der Spielablauf

Die Spielrunden sind bei Spectral Force Genesis in Monate aufgeteilt. In jedem Monat steht eine der fünf unterschiedlichen Aufgaben an, so treibt ihr in einem Monat die Steuer ein, verstärkt eure Armee oder führt diplomatische Verhandlungen mit anderen Königreichen um mit Hilfe starker Allianzen im Spiel voran zu kommen. Während ihr euch hierbei größtenteils durch Menüs hangelt, die dank der fehlenden deutschen Sprachunterstützung und der eingeschränkten Bildschirmgröße mit so tollen Abkürzungen wie „Com. Dft. Tax“ oder „Ally. Per“ daherkommen, gibt es im Battle-Modus endlich die Echtzeitstrategie zu bewundern.

Der Spieler kann drei verschiedene  Einheiten auf einmal in den Kampf führen. Diese lassen sich in der Aufstellung  vorne, in der Mitte oder hinten  aufstellen, je nach Typ. Diese wiederum unterscheiden sich in Angriff, Verteidigung und Magie. Jeder Einheit ist ein General zugewiesen, der in den Kämpfen seine Spezialfähigkeiten einsetzen kann. Mithilfe des Eingabestiftes kann der Spieler nun für jede Armee eine Linie ziehen, die diese Tapfer abläuft umso die ideale Position zum Angriff oder zur Verteidigung einzunehmen. Sollte der Angriff auf ein angrenzendes Königreich dessen Eroberung dienen, wird nach einem erfolgreichen Angriff noch die Hauptstadt gestürmt. Hierbei stehen die eigenen Einheiten vor dessen Mauer und versuchen diese einzureißen. Nur wenn auch dies gelingt, hat der Spieler die Möglichkeit das Land einzunehmen. Feindliche Generäle können hierbei auch überlaufen, was dem Spiel weitere Tiefe verpasst. Nach dem eigenen Rundenabschluss kann der Spieler alle Aktionen der verbliebenden Königreiche verfolgen und wird hierbei gegebenenfalls auch angegriffen.So sollte es dem Spieler gelingen Runde für Runde mehr Macht in Neverland zu bekommen und eines Tages Herrscher dieser Welt zu werden.

Die Grafik und der Sound

Die Präsentation ist durchweg ordentlich, wenn auch die beiden kleinen Bildschirme des DS eindeutig überfordert sind. Wie oben erwähnt müssen viele Punkte im Menü abgekürzt werden, um überhaupt auf den Bildschirm zu passen. Da auch nur das Handbuch übersetzt wurde, welches allerdings wirklich ausführlich erstellt ist, hat es der Spieler auch mit mittelprächtigem Englisch nicht leicht in das Spiel einzufinden. Die Weltkarte, sowie die in Standbildern erzählte Geschichte, können da schon mehr überzeugen. Die Schlachten finden auf dem oberen Bildschirm statt, dargestellt mit kleinen, knuddeligen Figürchen die um einander herumtanzen. Auf dem unteren Bildschirm führt ihr anhand stilisierter Icons die drei Einheiten. Der Ton ist meines Erachtens gelungen, nervt er zumindest nicht über die doch sehr lange Spielzeit.


Das Fazit von: Der Ohm

Der Ohm

Spectral Force Genesis hat es mir wirklich nicht leicht gemacht. Anfangs zieht sich das Spiel ewig in die Länge, jeden Monat eine neue Aufgabe. Steuern, Diplomatie, Generäle verwalten. Ich will doch einfach nur kämpfen! Mein Durchhaltevermögen hat sich allerdings nach ein paar Stunden bezahlt gemacht, denn erst dann beginnt das Spiel flüssig von der Hand zu gehen. Der Rollenspielanteil ist leider verschwindend gering und begrenzt sich nur auf die Charakterentwicklung der Generäle. Ein eintauchen in die Charaktere, was für mich die Definition von Rollenspiel ist, sucht man vergebens. Was bleibt, ist ein durch Diplomatie und Geldeintreiben aufgeblähtes Strategiespiel für Spieler mit viel Geduld.


positiv negativ
  • Innovatives Spielprinzip
  • 40 Königreiche und 130 Charaktere
  • Wuselige Kämpfe
  • Zäher Spielfluss
  • Unübersichtliche Menüs
  • Nur englische Texte





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