Super Scribblenauts

Super Scribblenauts

Publisher: Warner Brothers Games
Entwicklerstudio: 5th Cell
Genre: Rätsel
Sub-Genre: Kreativ-Rätsler
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 29.10.2010
USK 6

Super Scribblenauts   17.01.2011 von derstefan

In den letzten zwei Jahren war es relativ ruhig an der Nintendo DS Innovationsfront. Doch dann kam 2009 “Scribblenauts“ auf den Markt und brachte dem Entwickler 5th Cell einen kleinen, aber feinen Hit. Jetzt wurde es Zeit für einen Nachkömmling, der auf den einfallsreichen Namen „Super Scribblenauts“ hört. Lasst euch erzählen, ob das Spiel mehr Einfallsreichtum besitzt als seine Namensgeber…

Damit der Einstieg in das Spiel leicht fällt, gibt´s zu Beginn des Spiels erst einmal ein optionales Tutorial. Man kann den Protagonisten, einen kleinen Jungen namens Maxwell, entweder mit dem Steuerkreuz oder Touchpen steuern. Damit die kleinen Bilderrätsel durchgespielt werden können ist es notwendig, unseren kleinen Jungen ab und zu mal zu bewegen, tut einem kleinen Kind ja auch mal gut. Der Knirps mit dem seltsamen roten Helm (will bestimmt mal Feuerwehrmann werden) beherrscht folgende Moves: Laufen, Springen, Schwimmen und Schaufeln. Aber dazu später. Wenn Maxwell mal eine Klippe oder ähnliche Hindernisse nicht hochspringen kann, dann kommt die Wunderwaffe des Spiels zur Geltung: Der…TROMMELWIRBEL… Notizblock. Was daran so toll ist? Durch den Notizblock können Gegenstände erschaffen werden, die dann in der Spielwelt erscheinen. In seinem Kern ist Super Scribblenauts eigentlich ein Rätselspiel. Ihr bekommt am Anfang eines Levels eine Aufgabenstellung, die Ihr dann auf mehreren Wegen lösen könnt. Das Tolle an Scribblenauts ist dabei die Anzahl der Gegenstände, die erschaffen werden können. Mit circa 10.000 Gegenständen und Adjektiven lassen sich viele, manchmal auch etwas abgefahrene Gegenstände auf den Bildschirm beschwören. Somit steht einem roten riesigen Elefanten mit Engelsflügeln keine langwierige Evolution mehr im Wege.

Zum Erschaffen von Gegenständen tippt Ihr einfach auf einer Bildschirmtastatur den Begriff ein, den Ihr im Spiel haben wollt, zum Beispiel eine Leiter. Nachdem Eure Eingabe bestätigt wurde, erscheint nun auf dem Spielfeld die gewünschte Leiter. Wenn der Begriff nicht ganz eindeutig ist, dann erscheint eine Auswahl der verschiedenen Möglichkeiten. Ein Leiter kann ja auch eine Führungskraft sein, oder man will zum Beispiel speziell eine Holz- oder Alu-Leiter haben. Ich nehme jetzt mal eine Holzleiter und ziehe sie mir mittels Touchpen an die Stelle, die ich passend finde. Einmal auf die Leiter getippt, bewegt Maxwell seinen kleinen Hintern auch prompt auf die Leiter und dank der Sprungtaste ist die Klippe dann auch schnell übersprungen. Und wenn die Leiter nicht hoch genug ist, kann man entweder zwei Stück davon übereinander basteln oder man tippt „Hohe Leiter“ ein und hat damit wieder ein bisschen Einfallsreichtum bewiesen. Die Suche nach dem richtigen Begriff kann manchmal etwas dauern, denn natürlich ist die Datenbank der Begriffe nicht ganz so groß wie die eigene kranke Fantasie. Aber es ist schon wirklich verblüffend, wie viele manchmal etwas absurde Ideen zum Lösen eines Levels umgesetzt werden können.

Auch mit der Umgebung in einem Level kann kreativ umgegangen werden. So stehen wir zum Beispiel in einem Level vor einer Mauer. Was können wir da bloß machen? Klar, die Mauer muss weg, das haben wir Deutschen schon vor 22 Jahren lauthals geschrien. Also erschaffen wir doch mal eine Schaufel. Diese ziehen wir dann in Maxwells Hand und durch Tippen auf die Mauer fängt unser Junge dann, wie damals im Sandkasten, das Schaufeln an. Schwupps, die Mauer ist passé. Wen die Muse der Kreativität jetzt nicht so häufig küsst, findet Hilfe in dem gar lustig blinkenden Tipp-Symbol, durch das man sich Tipps kaufen kann. Diese finanziert man sich durch das Lösen von Levels, bei denen man am Ende eine Handvoll Ollars erhält (Merke: Award für den blödesten Namen einer Spielwährung verleihen).

 

Zu Beginn sind die Levels noch recht einfach. Du siehst auf einem Baum einen Stern, den du Dir schnappen sollst. Wie war das noch mal mit der Leiter? Ah, klar: große Leiter erschaffen. Hilft nur dummerweise in diesem Level nichts, da der Stern laut Aufgabenstellung runtergeworfen werden soll. Dann probier´ ich mal „Pfeil und Bogen“. Und siehe da: Ein Geschenk fällt vom Himmel, wie ein zu dicker Vogel. Mit dem Pfeil in der Hand ziele ich dann auf den Stern und schieße ihn runter: Mission erfüllt. Auf zu den nächsten 119 Levels des Spiels…

In manchen Levels müssen spezielle Situationen gemeistert werden. In Adjektiv-Levels müsst ihr versuchen, die treffenden Eigenschaftswörter zu finden. So soll zum Beispiel ein Mann in einen Drachen verwandelt werden. Wie müssen dann die Zaubertränke aussehen, die ihr dem Mann geben müsst? Drachen sind grün, also muss der Mann grün eingefärbt werden. Haben Drachen Schuppen? Jupp, dann kriegt der Herr auch noch einen Trank, der ihm Schuppen verleiht. Zum Schluss ist die Umwandlung anders als im Film „Die Fliege“ geglückt. Yippie!

Grafisch kann man dem Spiel nichts vorwerfen, die Comic-Grafik sieht sehr niedlich aus und auch die Animationen der Spielfiguren sind so detailliert, wie man es in 2D eben auf dem DS hinbekommt. Untermalt wird das Ganze von einem Sound, der eher kindlich angehaucht ist, aber nicht nervt und das ist doch schon mal die halbe Miete. Extras wie Minispiele gibt es zwar nicht, aber ein spieleigenes Bonussystem für besonders viele kreative Begriffe oder Ollar-Sammelwütige sorgt dafür, dass man auch noch länger Spaß am Lösen von Levels hat.


Das Fazit von: derstefan

derstefan

Vom ersten Teil zum zweiten Teil hat wirklich eine schöne Evolution stattgefunden. Damals konnte man nur Gegenstände erschaffen, jetzt können diese dank Adjektiven auch noch nach Lust und Laune des Spielers verändert werden. Das Motivierende an dem Spiel ist, dass man einen Level nicht nur auf mehrere Arten lösen kann, sondern auch für das mehrmalige Durchspielen auf verschiedenen Wegen belohnt wird. Ich habe an mir auf jeden Fall das „Nur noch ein Level - Syndrom“ beobachtet und auch wenn man das Spiel eine Zeit lang liegen lässt, hat man immer noch Bock mal kurz mal das DS für eine halbe Stunde anzuwerfen. Rätselfreunde und Fantasievolle kommen hier definitiv auf ihre Kosten, der kleine Maxwell verzaubert (Achtung, letzter Klischeeausdruck für heute) Jung und Alt!


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