Tales of Xillia 2

Tales of Xillia 2

Publisher: Namco Bandai
Entwicklerstudio: Namco Bandai
Genre: RPG
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 22.08.2014
USK 12

Tales of Xillia 2   18.09.2014 von Torsten

Fans asiatischer RPG-Perlen werden noch immer am besten auf Sonys ungebrochen erfolgreicher Heimkonsole, der PlayStation 3, fündig. Dort verführen im Segment der Action-RPGs seit Jahren schon Spiele der beliebten Tales-Serie Spieler zum Kauf. So wie das im letzten Jahr mit zweijähriger Verspätung erschienene Spiel Tales of Xillia. Das Spiel konnte Spieler wie Presse überzeugen und so warteten nicht wenige auf den direkten Nachfolger, der bereits 2012 in Japan erschien. Nun ist es so weit und Tales of Xillia 2 ist endlich auch für europäische Spieler erhältlich. Grund genug, einmal genauer hinzuschauen?

 

Nach dem gewonnenen Krieg fängt die Arbeit erst an

 

Die Geschichte führt die Handlung des Vorgängers konsequent und vor allem nachvollziehbar wie auch ehrlich weiter. Ein Jahr ist nun vergangen, seit Jyde und Milla ihr Land Rieze-Maxia vor dem alles vereinnahmenden Einfluss des fortschrittlichen Reiches Elympios bewahrt haben. Der Frieden wurde gewahrt, doch Spannungen durchziehen das Land und versetzen die beteiligten Staaten in eine unangenehme Lage der Angespanntheit. Darüber hinaus wird die Situation auch noch durch terroristische Gruppen ausgenutzt, die mittels Anschlägen den ausgerufenen Waffenstillstand kippen wollen. In einen dieser Anschläge wird der junge Ludger Kresnik zufällig verwickelt. Eigentlich wollte er nur den Zug zu seiner neuen Arbeitsstätte nehmen, als das schicksalhafte Ereignis sein Leben ins Wanken bringt. Denn sein Bruder scheint bei dem Anschlag auf den Zug eine tragende Rolle zu spielen. Im Zuge des Unglücks werden Ludger und die kleine Elle schwer verletzt und nur eine – äußerst kostspielige – Behandlung kann ihr Leben retten. Ludger muss einen gewaltigen Kredit aufnehmen, den er nun Stück für Stück abstottern muss. Dabei hat er doch ganz andere Sorgen. Welche Rolle spielen sein Bruder und die Spirus AG? Und plötzlich steht er auch noch selbst unter Verdacht, etwas mit den jüngsten Anschlägen zu tun zu haben. Die kleine Elle hat ihre eigene Geschichte zu erzählen, denn sie ist auf dem Weg in ein Land, das nur in Sagen existiert. Es gibt viel zu tun.

 

Open World ... mit Einschränkungen

 

Der Spieler bewegt sich zunächst einmal frei in seiner Welt und ist nicht gezwungen, eine bestimmte Reihenfolge an Handlungen einzuhalten. Theoretisch zumindest. Denn zum einen verläuft die Story natürlich größtenteils chronologisch und zum anderen sind die Bereiche in recht enge Korridore eingeteilt, die die Bewegungsfreiheit entschieden einschränken. Zudem wurden durch die Spirius AG die Reiseprivilegien eingeschränkt. Diese können erst nach und nach durch getätigte Schuldentilgungen freigeschaltet werden. An das nötige Geld, beziehungsweise zu "Gald", wie die die Währung im Spiel heißt, gelangt der Spieler durch die Erledigung von Aufträgen, die an "Job-Börsen" innerhalb der Städte vergeben werden. Neben Kurier- und Suchaufträgen gibt es hier auch immer wieder RPG-typischen Aufträge, in denen wir eine vorgegebene Anzahl von bestimmten Gegnern töten müssen, die sich in den Außenbereichen zahlreich finden lassen.

 

Bildergalerie von Tales of Xillia 2 (5 Bilder)

Im Spiel wird der führende Spieler in der 3rd-Person-Perspektive gesteuert. Eine Übersichtskarte hilft bei der Navigation, wobei hier ein Wegfindungs-Feature mitunter schmerzlich vermisst wird. Zum Glück sind die Areale nicht derart groß, dass stundenlanges Herumirren an der Tagesordnung wäre. Aber es ist nicht immer auf Anhieb ersichtlich, wohin die nächste Reise nun genau führt, beziehungsweise führen sollte. Zwischen den Kämpfen gibt es vielerorts die Möglichkeit, sich mit Bürgern oder den eigenen Partymitgliedern zu unterhalten. Hier gibt es Infos zum Hintergrund der Situation, Politik oder einfach nur Small-Talk. Das erhöht die Atmosphäre und bringt ein authentischeres Leben in die kleinen Siedlungen. Den Handlungsstrang folgend gibt es dann immer wieder Situationen, in denen zwischen zwei Antwort-Möglichkeiten ausgewählt werden soll. Die so suggerierte Handlungsfreiheit ist aber nur oberflächlicher Natur, denn auf tiefgreifende Änderungen wird hier kein Einfluss genommen.

 

Abwechslungsreiche Funktionen im eintönigen Kampfverlauf

 

Treffen wir auf Gegner, so schaltet das Spiel in einen Arena-Kampf um. Auch das ist so bereits aus anderen Rollenspielen, vornehmlich derer asiatischer Herkunft, bekannt. Die Spielfigur wird hier direkt gesteuert, wobei sich das Verhalten auch teilweise oder sogar in Gänze automatisieren lässt. Die Tastenbelegung ist in seinen Grundsätzen recht simpel, die Kampfmechanik jedoch in all seinem, erst im späteren Spielverlauf verfügbarem, Umfang, komplex. So stumpfsinnig die ersten Kämpfe im Duett noch sind, hier reicht einfaches Button-Mashing für den Erfolg aus, so kompliziert wird das ganze Geschehen Zusehens mit gesteigerter Anzahl an Mitgliedern und Möglichkeiten. Der Protagonist bedient sich je nach Gegner-Typ verschiedener Waffengattungen und unterschiedlichste Spezialangriffe lassen den Wiederholungstäter Arena-Kampf einigermaßen abwechslungsreich gestalten. Einfaches Tastengehämmer reicht dann auch bald nicht mehr aus und dies nicht nur wegen der vorherrschenden Schlagbegrenzung. Die Verbindung zu einzelnen Team-Mitgliedern lässt zudem taktische Tiefe aufblitzen Je nach Situation darf diese Verbindung gewechselt werden, um sich der unterschiedlichen Vorzügen zu bedienen. Gemeinsame Attacken, sogenannte Artes, werden wie schon im Vorgänger bei Erreichung von Schwellenwerten verfügbar. Zudem lässt sich die Taktik jedes Team-Mitglieds situationsbedingt frei wählen oder aber automatisieren. Komfortfunktionen erleichtern die Vergabe der zur Verfügung stehenden Aufgaben innerhalb einer bestimmten Kampfsituation immer wieder und lassen ein freieres System als das des großen Genre-Vorreiters erkennen.

 

Technisch altbacken, aber authentisch

 

Das Intro, wie auch die späteren Zwischensequenzen zeigen einen farbstarken und sauber gezeichneten Anime-Stil, der Fans dieser Stilart unverzüglich anspricht. Die typisch überzeichneten Charaktere mit ihren strahlenden Kuller-Augen, den ausgefallenen Kleidungsstücken und der überzogenen Mimik wurden allesamt liebevoll bis ins Detail gestaltet, die Gegner-Typen sind abwechslungsreich wie skurril. Allerdings sind die Texturen recht matschig und innerhalb der Städte ploppen Figuren erst in unmittelbarer Nähe auf.

 

Ein runderes Bild liefert da der Soundtrack, der sich nie groß in den Vordergrund drängt und mit Jazz- bis Pop-Rhythmen auch recht abwechslungsreich abgemischt ist. Durch die Bank großartig sind die (englischen) Sprecher, die entsprechend zur jeweiligen Situation ihren Figuren den nötigen Ausdruck verleihen. Leider gibt es auch hier keine deutsche Synchronspur, wenigstens aber lokalisierte Bildschirmtexte. Asien-Fans wird hingegen das Fehlen einer japanischen Synchronisation missfallen.  


Das Fazit von: Torsten

Torsten

Tales of Xillia 2 ist etwas seichter als noch der Vorgänger ausgefallen und doch vermag die Story mit ihrer düsteren Version einer Helden-Legende zu gefallen. Abseits der "Alles-wird-gut-Mentalität" wird tatsächlich einmal die Geschichte nach dem großen Sieg erzählt, in der die Frage "Und was nun?" mit einem verächtlichen Schulterzucken beantwortet wird. Abseits des Haupthandlungsstrangs gibt es viel zu sehen und zu tun. Aber die ganzen Nebenaufträge, die anfangs noch so belebend für das Spielgeschehen wirken, verkommen nach einiger Zeit zur nervenden Pflichtübung, in deren Verlauf das Scheffeln der Spielwährung, um beispielsweise Reisebeschränkungen aufzuheben, das RPG-technische Grinden erzwingt. Das Kampfsystem ist nicht überbordend oder allzu kompliziert, verfügt aber im späteren Verlauf des Spiels über beachtliche Variationen und Kombinationsmöglichkeiten. Alles in allem ein unterhaltsames Rollenspiel in typisch asiatischer Aufmachung und vorrangig geeignet für Fans klassischer Action-RPGs, die bei kulleräugigen Anime-Püppchen nicht sofort die Augen verdrehen.


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positiv negativ
  • Symphatische Charaktere
  • Ausgefallene und spannende Geschichte
  • Zahlreiche Kampfmöglichkeiten
  • Sehr gute Sprecher
  • Hübsche Städte
  • Skurrile Gegner-Typen
  • Matschige Texturen
  • Nur englische Sprachausgabe
  • Figuren ploppen viel zu spät auf
  • Chromatus-Transformation ist unnötig kitschig
  • Keine Wegfindungs-Funktion





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