The Amazing Spider-Man

The Amazing Spider-Man

Publisher: Activision
Entwicklerstudio: Beenox
Genre: Action
Sub-Genre: Action / Schwing-and-Run
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 29.06.2012
USK 12

The Amazing Spider-Man   02.07.2012 von Panikmike

Activision und Marvel entwickelten zeitgleich zum Kino-Blockbuster The Amazing Spider-Man ein Videospiel, welches nun auf diversen Plattformen erhältlich ist. Der Spieler übernimmt die Rolle von Peter Parker alias Spiderman und erlebt die Abenteuer direkt nach dem Film. Die Geschichte stammt aus der Feder von Seamus Kevin Fahey, der für diverse Hollywood-Serien verantwortlich ist. Mal sehen, was uns er die Entwickler präsentieren …

Heutzutage ist man bei einer Filmumsetzung meistens skeptisch. Dies liegt aber besonders daran, weil die letzten Spiele immer extreme Negativ-Granaten waren. Vor kurzem haben wir Euch Artikel zu Battleship und Men in Black präsentiert, welche nur zwei Beispiele für eine schlechte Umsetzungen sind. The Amazing Spider-Man ist allerdings anders und das ist auch gut so. Im September 2010 kam Spider-Man Dimensions auf den Markt, welches durch seine spannenden Bossfights und die Noir-Abschnitte punkten konnte. Das darauffolgende Abenteuer Spider-Man: Edge of Time allerdings war schon nicht mehr prikelnd. Activision ging zu den ursprünglichen Wurzeln zurück und legte großen Wert auf eine offene Welt und Netzschwing-Action.

Dreh und Angelpunkt Manhattan!
Der Spieler kann sich wieder wie ein Superheld fühlen, er erlebt eine spektakuläre Verbrecherjagd durch Manhattan. Die Geschichte wurde mit Zwischensequenzen filmreif inszeniert, nach jeder Mission wird das Geschehen weitererzählt. Spiderman und die Bevölkerung von Manhattan haben in diesem Abenteuer das Problem, dass ein Virus langsam aber sicher die komplette Stadt in sogenannte Artenkreuzungen verwandelt. Ein Wissenschaftler entwickelte vor Jahren etwas, was sich nun gegen die gesamte Menschheit wendet. Immer mehr Wesen tauchen auf, die halb Mensch und halb Tier sind. In der Rolle der schwingenden Spinne muss der Spieler zusammen mit seinem ehemaligen Erzfeind ein Gegenmittel finden und die Epidemie stoppen.

Die gesamte Geschichte spielt sich in der Großstadt Manhattan ab. Neben dem Hauptstrang gibt es viele Nebenmissionen, die Spiderman erfüllen kann, aber nicht muss: Fotosessions, Verbrecherjagden und Befreiungen von unschuldigen Personen gehören genauso an die Tagesordnung wie Videoaufnahmen fürs Image oder Krankentransporte in eine Quarantäne-Station. Doch egal was Spiderman macht, alles bringt ihm Erfahrungspunkte und somit eine Aufwertung der Fähigkeiten. Pro Level-Up kann der Spieler eine Fähigkeit dazukaufen oder verbessern. Zusätzlich gibt es Punkte, die durch Missionen oder das Besiegen von Monstern ergattert werden können. Damit kann man sich auch Fähigkeiten kaufen, welche aber separat zu den anderen erhältlich sind. Ob man nun sein Spinnennetz stärker macht oder aber die Zeitlupenfunktion (später mehr dazu) verlängert, ist jedem selbst überlassen. Jedoch sind nicht alle gleich von Anfang an verfügbar, sie lassen sich im Laufe des Spiels freischalten.

Bildergalerie von The Amazing Spider-Man (12 Bilder)

Superheld mit Kostüm oder Pseudoheld in Laken?
Neben der passablen Story des Spiels ist auch die Spielmechanik vollkommen gelungen. Besser gesagt macht das Spiel sogar total Spaß, endlich darf der Spieler frei als Spinne wieder durch Manhattan schwingen. Das Spiel selbst teilt sich in drei grundlegende Teile auf. Der Hauptstrang besteht aus Actionsequenzen, Prügeleien und verschiedenen Moves. Der Spieler wird sich im Laufe des Spiels in einer Pumpstation, einem Irrenhaus, dem Laborkomplex und an diversen anderen Orten aufhalten. Immer wieder gibt es jedoch Schleichmissionen, bei denen man vorsichtig an die Sache rangehen muss. Einfach die Gegner plätten ist in diesen Missionen nicht machbar, selbst Spiderman hat gegen einen Kugelhagel aus Pistolen und MGs keine Chance. Daher muss er sich von hinten, oben oder der Seite den Gegnern annähern und sie lautlos ausschalten. Natürlich kann der Spieler einen nach dem anderen zu ihm herlocken und per Netz und Faustkampf zu Boden bringen, jedoch funktioniert dies nur in den ersten Levels. Später werden die Rambos unter Euch so schneller das Zeitliche segnen, als das Wort S-P-I-N-N-E über die Lippen kommt. Geht man von beiden Typen des Hauptstrangs weg, so bleiben einem noch die zahlreichen Nebenmissionen und das Aufsammeln von Comicseiten. Beides kann der Spieler auf der Open-World-Map oder auch im bearbieteten Fall Manhattan erledigen. Die Comicseiten bringen dem Spieler lediglich ein paar Erfahrungspunkte und freischaltbare, digitale Comics in Englisch, die im Hauptmenü gelesen werden können. Die Nebenmissionen liefern natürlich ebenso Punkte für die Fähigkeiten und jede Menge Abwechslung. Wer schon immer mal Fotos für die Presse, ein Video von Spiderman oder aber auf Verbrecherjagd gehen wollte, der ist hier genau richtig. The Amazing Spider-Man spielt sich zwar grundsätzlich permanent gleich, jedoch hat jede der Missionen und Nebenquests ihren Charme. Somit wird das Spiel nicht so schnell langweilig und macht auch nach ein paar Stunden am Stück noch Spaß.

Verdammt nochmal, wie geht mein Netz auf?
Die Steuerung des Spiels ist sehr gut gelungen, selbst Anfänger beherrschen Spiderman nach ein paar Minuten perfekt. Ein dauerhaftes Drücken der „Netzschwung“-Taste bewirkt das Schwingen durch die Stadt. Lässt der Spieler sie los, dann fällt Spidey sanft zu Boden und kann sich dort per Pedes fortbewegen. Ebenso kann aber an Wänden und Decken entlanggeklettert werden. Neben der Standard-Controller-Belegung wie „Interaction“, „Angreifen“, „Springen“, „Kamerasteuerung“ und „Bewegung“ gibt es noch den neuen „Netzsprint-Modus“ und „Netzrückzug“. Mit dem ersten bewegt sich unser Held kurzzeitig in Zeitlupe, in der genauere Sprünge auf Häuser, Dächer oder auf Gegner gemacht werden können. Einfach das Ziel anvisieren und dann die Taste loslassen und der Rest geht von alleine. Dieser Modus mit dem Schwingen kombiniert bringt eine neuartige Spielmechanik ins Spiel, die auch noch einfach durchzuführen ist. Die Zeiten der hakeligen Schwingerei ist endgültig vorbei! Der „Netzrückzug“ hingegen ist nur im Kampf wichtig, da sich der Spieler damit aus der Gefahrenzone bringen kann. Spidey springt dann in eine Ecke zurück, in der er meistens nicht mehr gesehen werden kann. Egal ob bei einem Endboss oder einem Kampf mit einer Flut an Gegnern, der „Netzrückzug“ wird der beste Freund des Spielers.

Manhattan – Eine geile Stadt oder ein Pixelhaufen?
Grafik und Atmosphäre von The Amazing Spider-Man wurden gut eingefangen, auch wenn es kein Grafikhighlight darstellt. Trotzdem ist es sehr ansehnlich, wenn man in guter Geschwindigkeit durch Manhattan schwingt und nebenbei die schönen Animationen des Spinnenmannes sieht. Klar kann das geschulte Auge immer wieder einen Pixelbrei erkennen, wenn diversen Texturen betrachtet werden, aber so kleinlich sollte keiner an dieser Stelle sein. Irgendwo ist die Konsole begrenzt und das eigentliche Spiel samt Grafik sieht wirklich gut aus. Ebenso ist es bei den Helden und Bösewichte, die Animationen passen und auch die Kostüme sehen aus wie in den Comics.

Soundtechnisch bietet The Amazing Spider-Man normale Kost, die man sich zu jeder Zeit anhören kann. Einen bombastischen Soundtrack hat das Spiel nicht, dass muss aber auch nicht sein. Die deutsche Übersetzung ist gut gelungen, auch wenn diverse Protagonisten manchmal ein wenig lahm und ausdruckslos klingen. Generell passt die technische Umsetzung aber zum gesamten Spielkonzept und daher gibt es an dieser Stelle kaum ein Meckern.


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Nach dem letzten Abenteuer von Peter Parker war ich wirklich gespannt, was The Amazing Spider-Man kann, oder auch nicht kann. Ich bin wirklich begeistert, was die Entwickler von Beenox hier abgeliefert haben. Endlich kann man wieder in einer Art Open World von Hochhaus zu Hochhaus schwingen, Monster kloppen und Manhattan vom Abschaum befreien. Die Hauptmission und auch die Side-Quests wurden abwechslungsreich gestaltet, die Grafik ist gut geworden und auch die Steuerung wurde fehlerfrei umgesetzt. Comic- und Actionfans sollten sich das neue Abenteuer der Spinne nicht entgehen lassen, The Amazing Spider-Man toppt die bisherigen Spiele dieser Serie. Hoffentlich kommt davon ein zweiter Teil oder aber auch ein DLC, ich möchte mehr davon!


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positiv negativ
  • Drei Schwierigkeitsgrade
  • Tolles Intro und schöne Zwischensequenzen
  • Große, unterschiedliche Endbosse
  • Viele verschiedene Nebenmissionen
  • Digitale Comics zum Freispielen
  • Viel Abwechslung in den Missionen
  • Guter Anteil an schleich- und actionreichen Missionen
  • Ton asynchron
  • Lange Ladezeit nach einem Tod
  • Hin und wieder grobe Texturen
  • Endboss-Kämpfe mit wenig Taktik





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