Spider-Man: Edge of Time

Spider-Man: Edge of Time

Publisher: Activision
Entwicklerstudio: Beenox
Genre: Action
Sub-Genre: Action-Adventure
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 14.10.2011
USK 12

Spider-Man: Edge of Time   06.11.2011 von Benji

Bis vor ein paar Jahren war Spider-Man noch das Flaggschiff von Marvels Multimedia Offensive. Die Filme gehörten zu den besten Comicverfilmungen und mit Shattered Times wurde letztes Jahr ein solides Konsolenspiel veröffentlicht. Nun erscheint mit Edge of Time der nächste Titel, nur ob die nette Spinne von nebenan hier wirklich eine Glanzpartie abgeliefert hat?

 

Bei einer Unzahl von unterschiedlichen Comic-Serien kann man im Spider-Man Universum schon durcheinander kommen. Da wären „The Amazing Spider-Man“, „The Spectacular Spider-Man“, "Marvel Knights: Spider-Man“, „Spider-Man Unlimited“, „The Ultimative Spider-Man“ sowie die relativ neue Serie „Spiderman 2099“. Es ist also ratsam vor der Erläuterung der Geschichte, die verwendeten Serien abzustechen. In Edge of Time trifft Peter Parker der klassische Spidey aus „The Amazing Spider-Man“ auf Miguel O’Hara, der futuristischen Version aus dem Jahre 2099. Dieser ist anders als Peter, durch eine Verstrahlung zum Helden mutiert und bekämpft in der Zukunft in erster Linie die bösen Machenschaften mächtiger Firmenbosse.

Einer seiner Gegner ist Walker Sloan, der als halbwegs verrückter Wissenschaftler eine Zeitmaschine erfunden hat, um in der Vergangenheit im Jahre 1970 die Führung des Unternehmens Alchemax zu übernehmen. Spiderman 2099 kommt halbwegs rechtzeitig, kann aber den Trip in die Vergangenheit nicht verhindern. Dafür landet er mit im Zeitstrudel und wird in einem veränderten Jahr 2099 wieder ausgespuckt. O’Hara erkennt, dass er nur mit der Hilfe seines vergangenen Alter Ego die Probleme lösen kann. Zum Glück hat dieser zu seiner Zeit sein DNA-Profil in die Datenbank geladen. Dies ermöglicht eine Kommunikation über die Zeitgrenzen hinweg. Die neu gewonnenen Möglichkeiten werden von nun an bitter benötigt, denn es gilt das Zeit-/Raumkontinuum zu sichern und den durch Sloan entstandenen Schaden umzukehren.

 

Das Spiel folgt ab diesem Zeitpunkt einem sehr linearen Kurs, der stetig zwischen den beiden Spider-Man Versionen hin und her wechselt. Dabei läuft es meist darauf hinaus, dass Änderungen in der Vergangenheit eingeleitet werden müssen, um dem Partner in der Zukunft einen Weg zu öffnen. Die Kommunikation verläuft stetig über Bild im Bild Einblendungen. So spielt ihr mit Peter Parker gerade in der Vergangenheit und verfolgt in einem kleinen Bild in der Ecke, wie O’Hara sich dabei in der Zukunft schlägt. Die Geschichte hinter dem interchronometrischen Trip bindet sich perfekt in die Comic-Vorlagen ein. Problematisch könnte es werden, falls man die Reihe nicht oder nur mäßig kennt, denn Verbindungen zu etwaigen Feinden werden so gut wie überhaupt nicht erklärt. Hier hätte eine Datenbank geholfen, wie man sie z. B. in Batman Arkham Asylum freischalten konnte. Freischaltbares gibt es aber dennoch. Durch das Lösen einzelner Abschnitte oder dem Absolvieren sogenannter Herausforderungen, die parallel zur Geschichte angeboten werden, können Figuren der Gegner, Konzeptgrafiken, Memos und Videos freigeschaltet werden. Außerdem ist es möglich, Zeitungen zu sammeln, welche die Geschichte von Spider-Man verfolgen. Diese lassen sich übrigens sogar mit der alternativen Zeitlinie vergleichen, die durch Walker Sloans Eingriff entstanden ist.

 

Dort, wo die Geschichte halbwegs gute Arbeit geleistet hat, fällt das Gameplay leider vollkommen durch. Die meiste Zeit kämpft Ihr Euch vorbei an Gegnermassen von Raum zu Raum. Die Szenerie wechselt dabei so gut wie nie. Von Anfang bis Ende spielt Edge of Time in dem stetig verändernden Forschungskomplex von Alchemax. In den ersten Runden mag man über diese Eintönigkeit absehen, spätestens aber ab der Hälfte des Spiels sind die wiederholten Kämpfe, die in steigender Anzahl von einem Zeitdruck unterlegt werden, nur noch nervig. Da helfen auch die bereits erwähnten Herausforderungen nicht. Deren Aufgaben wiederholen sich in einer vorhersehbaren Abfolge. Mal müssen eine bestimmte Anzahl an Gegner getötet werden, mal ein bestimmter Abschnitt unter einer vorgegebenen Zeit durchlaufen werden.

Zumindest in der von uns getesteten Wii-Version wird dies nur noch durch die absolut grauenhafte Steuerung getoppt. Es ist nicht nachvollziehbar, wie die Entwickler auf die Idee kommen konnten, sämtliche wichtige Tasten, die für den Kampf notwendig sind, auf das Steuerkreuz zu legen. Die Verrenkungen, die man als Spieler deswegen machen muss, tragen zur Steigerung des Nerv-Faktors enorm bei. Immerhin wird man nicht ewig vom eintönigen Gameplay und der missratenen Steuerung gequält. Bereits nach 7-8 Stunden kann in Edge of Time das Ende erreicht werden. Das ist für heutige Verhältnisse leider absoluter Durchschnitt. Dank fehlender Anreize entsteht aber auch keinerlei Wunsch, das Spiel erneut anzufassen, was sich umso negativer auf die kurze Spielzeit auswirkt.


Das Fazit von: Benji

Benji

Schade! Die Geschichte von Edge of Time hat eigentlich eine Menge Potenzial. Die Verknüpfung der beiden unterschiedlichen Spider-Mans bietet genug Stoff, um eine eigene Comic-Serie zu füllen. Doch das hätte vermutlich mehr Zeit benötigt, und irgendwie scheint es, hat diese gefehlt. Denn die ständig eintönigen Level im immer gleichen Forschungskomplex lassen darauf schließen. Für Fans der freundlichen Spinne mag Spider-Man Edge of Time das richtige Spiel sein, alle anderen werden sich nach der zehnten Gegnerwelle nur noch langweilen.


Die letzten Artikel des Redakteurs:


positiv negativ
  • Gelungene Geschichte nahe an Comic-Vorlagen
  • Witzige Dialoge zwischen beiden Spider-Mans
  • Zeitungsartikel zum Freischalten
  • Spannende Inszenierung der Geschichte
  • Sehr fades Gameplay
  • Extrem schlechte Wii-Steuerung
  • Eintöniger Level-Aufbau





Kommentare[X]

[X] schließen