Collapse of the living Dead

Collapse of the living Dead

Originaltitel: Collapse
Genre: Horror
Regie: Jason Bolinger • Insane Mike Saunders
Hauptdarsteller: Chris Mulkey • Karen Landry • Travis Slade Reinders
Laufzeit: Ca. 88 Minuten
Label: Savoy Film
FSK 18

Collapse of the living Dead   11.03.2012 von Benji

Man muss schon zugeben, dass dem Horrorgenre ohne Zombiefilme einfach etwas fehlen würde. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen auch, dass Filme dieser Art einfach nie aus der Mode kommen. Nachdem Robert Kirkmans Comicreihe „The Walking Dead“ erfolgreich in ein TV-Serienformat überführt wurde, machen die sonst so eintönigen Zombieslasher eine Wandlung durch. Mittlerweile sind nämlich die menschlichen Zerwürfnisse in einer Welt des Todes mindestens genauso interessant, wie blutende Fleischwunden. Kein Wunder also, dass sich „Collapse of the Living Dead“ bewusst anders gibt.

 

Robert Morgan hatte schon bessere Tage. Erst stirbt seine Tochter und dann droht ihm die Bank auch noch mit der Zwangsversteigerung seines Bauernhofs. Damit stürzen passenderweise gleich zwei Schicksalsschläge auf die Familie ein. Während Robert das Ganze noch angeschlagen wegsteckt, sind seine Frau Molly und Sohn Will dem Nervenzusammenbruch nahe. Die Lage verschärft sich, als scheinbar aus dem Nichts überall um die Farm herum Untote auftauchen. Robert muss handeln und verbarrikadiert sich mit seiner Familie im Haus. Seine Frau Molly droht deshalb dem Wahnsinn zu verfallen und ausgerechnet sein Sohn Will scheint von einem Zombie gebissen worden zu sein. Einige Zeit können sich die Morgans im Haus schützen, als allerdings der Generator den Geist aufgibt und die Nahrung ausgeht, zwingt es den Familienvater in die Stadt. Wird Robert hier den Zombiemassen entkommen können, um seine Familie aus dem Albtraum zu befreien?

 

Verglichen mit klassischen Zombiefilmen wirkt „Collapse of the Living Dead“ eher harmlos. Das hängt damit zusammen, dass sich der Film gerne mal in kleinere Längen stürzt. Die Geschichte bemüht sich tatsächlich damit, die psychischen Aspekte der Charaktere zu beleuchten, und das ist nicht ungefährlich. So ein Spagat zwischen blutiger Zombieaction und gefühlvollem Charakterdesign klappt nur, wenn man sich die Zeit zum Erzählen der Veränderungen nimmt und ein gewisses Budget mitbringt. Grandioses Beispiel ist dafür etwa die TV-Serie „The Walking Dead“. Diese ist zumindest von der erzählerischen Intention vergleichbar, wirkt aber Dank des höheren Budgets und der größeren Erfahrung im Produktionsteam um Welten besser. Besonders die Produktionskosten dürften hier ein klares Manko sein, weswegen der Funke nicht so wirklich überspringen will. Abgesehen davon hätten halbwegs gut geschriebene Dialoge aber auch geholfen, dem Film die notwendige Tiefe zu geben. Im Ganzen wirkt es daher, als habe man zu viel gewollt. Das ist schade, wenn man bedenkt, dass man durch den versuchten Mix sicherlich auch einige Hardcore-Zombiefans vergrämt. Obwohl es einige nette Zombieszenen gibt, wie körperlose Zombieköpfe, augenlose Blindenzombies oder den obligatorischen Teenager-Zombie und man sich zwar an dem gut gemachten Make-up erfreuen kann, dürfte die langsame Erzählweise gerade gegen Anfang des Films direkt abschrecken.

Trotzdem sollte man „Collapse of the Living Dead“ nicht komplett im Vorfeld verdammen. Die Geschichte um den steigenden Wahnsinn ist von der Idee her extrem gut und besitzt eine Menge Potenzial. Speziell das Ende lebt von einer überraschenden Wendung, die den Film im Nachhinein ein wenig aufwertet. Hätte man mehr Arbeit in die Details des Drehbuchs und ein paar Dollar mehr in die Produktion gesteckt, könnte man hier glatt von einem Geheimtipp sprechen. So ist er zumindest für Fans von ungewöhnlichen B-Movies empfehlenswert.


Das Fazit von: Benji

Benji

Erst war ich skeptisch. Die Zombies sind zwar ganz nett gewesen und die Action hatte ihr klassisches Flair, aber die Dialoge gehörten überarbeitet und die Inszenierung von der psychisch labilen Molly wirkte nur nervig. Dann gab es eine Überraschung. Die letzte halbe Stunde des Filmes war in einem gut erzählten Story-Twist verpackt, der eigentlich so gar nicht zum klassischen B-Movie-Image gepasst hat. „Collapse of the Living Dead“ kann daher zumindest für experimentierfreudige Filmfreunde ohne Zweifel empfohlen werden.


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