The Cabin in the Woods

The Cabin in the Woods

Originaltitel: The Cabin in the Woods
Genre: Horrorkomödie
Regie: Drew Goddard
Hauptdarsteller: Chris Hemsworth • Kristen Connolly
Laufzeit: Ca. 95 Minuten
Label: Universum Film
FSK 16

The Cabin in the Woods   01.02.2013 von Benji

Wenn im Produktionsteam der Name Joss Whedon zu finden ist, dann sollte man in der Regel etwas genauer hinsehen. Der Mann ist in Hollywood und in Nerd-Kreisen bestens bekannt für seine Kultproduktionen. Aus seiner Feder stammen die beliebten Serien Buffy und Firefly sowie die vor einigen Monaten grandios gestartete Comicverfilmung The Avengers. Nun ist er allerdings ausgerechnet für einen scheinbar stereotypischen Horrorfilm verantwortlich. Bei The Cabin in the Woods geht es vordergründlich um ein paar Jugendliche auf ihrem Wochenendtrip in die Wälder. Ein dunkles Grauen, ein düsterer Tankwart und viele Tote. Fertig ist die 08/15-Geschichte – könnte man meinen. Aber bei Whedon sollte man immer auf eine Überraschung gefasst sein …

 

Liebt Ihr Horrorfilme? Ich rede hier nicht von der zwanzigsten Auflage von SAW oder dem nächsten X-beliebigen Monsteraufguss. Ich rede von den guten alten Klassikern, als Romero noch mit seinen kriechenden Zombies für Angst im Kino sorgte, oder als Clive Barker uns mit dem furchterregenden Pinhead schaudern ließ. Das sind die wahren Perlen des Horrorgenres, als es noch nicht um möglichst grausame und detailliert dargestellte Tötungsszenen ging, sondern um die subtile Angst hinter der Vorstellung. Ältere Generationen dürften den Unterschied zwischen den genannten Titeln und der heutigen Horrorkost erkennen – ältere Generationen wie z. B. die, zu der Joss Whedon gehört.

 

Immer gleiche Ansätze bei den Geschichten lassen erahnen, dass heutige Filmemacher den gemeinen Zuschauer als Vollidioten ansehen. Hauptsache es ist schön blutig und die Gedärme fliegen. Whedon hatte die Schnauze voll von diesem Irrsinn und präsentiert nun mit The Cabin in the Woods seine ganz persönliche Antwort darauf. Er vermengt die trashigen Ansätze des Horrorgenres mit dessen bekanntesten Stereotypen und erzeugt damit eine intelligente Parodie.

 

Es geht los, wie man es schon in zig anderen Filmen zuvor gesehen hat. Eine Gruppe von Teenagern will über das Wochenende in eine verlassene Hütte fahren. Wir haben den Quarterback des örtlichen Footballvereins, den höflichen Intelligenzbolzen, die attraktive Blondine, die prüde Jungfer und einen abgedrehten Kiffer. Bereits auf dem Weg zeigt sich bei einer abgelegenen Tankstelle, dass die ansässige Bevölkerung nicht viel von diesen Städtern hält. Eine letzte Warnung wird ausgegeben und ohne auch nur eine Spur darauf zu geben, fahren die Fünf weiter Richtung Verdammnis. Denn während sie sich in ihrem neuen Schlafgemach umsehen, werkelt einige Kilometer unter der Erde ein Trupp von Wissenschaftlern daran, ihnen einen ungemütlichen Tod zu bescheren.

 

Bildergalerie von The Cabin in the Woods (17 Bilder)

Damit wäre der ungewöhnliche Teil des Filmes erreicht. Denn das die fünf Teenager nicht einfach nur durch ein paar durchgeknallte Hillbillys getötet werden, dafür sorgt freilich Whedons bestens bekannter Einfallsreichtum. Was die Wissenschaftler in ihrer unterirdischen Station machen, das wird hier mal bewusst verschwiegen. Tatsächlich beweist der Film mit mehreren sehr intelligent platzierten Wendungen, dass man ihn nicht wirklich vorhersehen kann. Auch wenn die eigentliche Erklärung zum Schluss etwas einfacher ist, als man das während des Films erahnen könnte.

 

Fakt ist, dass kaum ein Film zuvor so gut das gesamte Genre auf einen Punkt bringen konnte. Die Deklarierung als „intelligente Parodie“ sollte für den geneigten Fan unterstreichen, dass man hier keine Neuauflage eines, mit Fäkalhumor gepflasterten, Scary Movie erwarten sollte. Für Whedon war es wohl nicht weniger als die Liebeserklärung an eines der ungewöhnlichsten Genres im Filmgeschäft. Alleine deshalb sollte man den Film durchaus ernst nehmen. Die Frage vom Anfang bleibt. Liebt Ihr Horrorfilme? Wenn ja, dann solltet Ihr Euch diesen nicht entgehen lassen.

 

Die Qualität der Blu-ray ist hingegen nicht außergewöhnlich, sondern Standardkost. Das Bild ist scharf und detailreich, die Farben sind eher düster gehalten und selbst in den dunklen Szenen gibt es nur ein leichtes Bildrauschen zu sehen. Alles in allem erwartet der Fan hier keine Referenzqualität, sondern einen guten, aber nicht perfekten Transfer. Tontechnisch wurden alle Kanäle sauber getrennt, der Bass und die Dolby Digital Boxen arbeiten in diversen Szenen gut mit. Fans werden an den zahlreichen Spezials ihre Freude haben, besonders das Making Of ist sehenswert.


Das Fazit von: Benji

Benji

Endlich mal ein Film, bei dem ich als Zuschauer auch ernst genommen werde. Die letzten Versuche im Horrorgenre einen Blockbuster zu landen, sind meistens in wilden Metzeleien geendet, wo Kunstblut und falsche Gedärme für den Spaß sorgen sollten. Das mag für den einfachen Filmabend vor dem Discobesuch noch reichen, aber richtiger Filmgenuss sieht einfach anders aus. Whedon präsentiert nun mit The Cabin in the Woods seine Alternative und die ist nicht nur filmisch wesentlich interessanter, sondern auch noch verdammt lustig. Enttäuschend war nur, dass diese Parodie nach etlichen Wendungen in einem allzu schnellen Ende verging. Denn gerade, als man sich als Zuschauer auf die irrwitzige Achterbahnfahrt durch das Horrorgenre eingestimmt hat, fand der Trip sein Ende. Irgendwie schade.


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