The LEGO Movie Videogame

The LEGO Movie Videogame

Publisher: Warner Bros.
Entwicklerstudio: Tt games
Genre: Jump`n`Run
Sub-Genre: Adventure
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 11.04.2014
USK 6

The LEGO Movie Videogame   20.04.2014 von GloansBunny

Nicht nur Kinder lieben die kleinen, bunten Klötzchen aus Dänemark, auch Erwachsene finden Gefallen an ihnen. Spätestens seit den ersten Lego-Videospielen weiß man, wie viel Humor in den Steinchen steckt. Mit The Lego Movie Videogame findet das Bau-Universum nun analog zum Kinofilm auf die heimischen Konsolen. Anspruchsvoll wie Lego Technik oder simpel wie Lego Duplo? GloansBunny entdeckt einmal wieder das Kind in sich ...

 

Lego-Bauarbeiterfigur Emmet ist ein stinknormaler und unauffälliger Kerl. Tagtäglich steht er früh morgens mit verwuschelten Haaren auf, begrüßt sein halbes Mobiliar persönlich mit einem freundlichen "Guten Morgen!", putzt sich die Zähne, wirft einen Blick in seinen Ratgeber "Anleitung zum glücklich sein" und macht sich nach einer Tasse Kaffee auf den Weg zur Arbeit. Doch wie es der Zufall will, spielt ihm das Schicksal dieses Mal einen Streich. Statt wie üblich, streng nach Vorschrift diverse Umbaumaßnahmen in seinem Heimatort Steinstadt zu erledigen, landet der tollpatschige Emmet in einer mysteriösen Höhle. Ohne es zu ahnen, nimmt er ein seltenes Artefakt an sich: den Stein des Widerstandes. Ehe Emmet es sich versieht, hat er auch schon den fiesen BadCop samt Roboterarmee und Cheftyrannen Lord Business an der Backe, die ihm den Stein wieder abnehmen und für ihre zerstörerischen Zwecke einsetzen wollen. Doch zum Glück hilft ihm die mysteriöse Wyldstyle aus der Patsche, die in Emmet den Auserwählten sieht, der die Legoheit retten kann. Gemeinsam mit dem schrulligen Magier Vitrivius, Superheld Batman und einer Handvoll weiteren Widerstandskämpfern stolpert Emmet fortan von einem wilden Abenteuer ins nächste. Manege frei für die bunte, knuffige und vor allem witzige Welt von The Lego Movie Videogame!

 

Steuerung und Sound: Stein auf Stein geht bei Lego intuitiv und klingt immer gleich ...


Das Controllerlayout von The Lego Movie Videogame ist denkbar einfach und für Kenner der Vorgängertitel sowie für Jump'n'Run Neulinge gleichermaßen simpel zu erlernen. Mit den Analogsticks werden die Figuren und die Kamerasicht bewegt, während die Aktionstasten für Sprünge, Interaktion, Charakterwechsel und Spezialmanöver zuständig sind. Die Schultertasten dürfen optional zur Steuerung der Fahrzeuge benutzt werden. Die Tastenbelegung ist schnell verinnerlicht, reagiert aber nicht immer ganz direkt und zielgenau. Zwar werden sich auch schnell die kleinsten Spieler zurechtfinden, aber wohl stellenweise ihre Probleme mit der etwas mangelhaften Präzision haben.

 

Beim Thema Geräuschkulisse fahren die Entwickler von Warner zwar große Geschütze auf, die ganz Großen aber bleiben anderen Lego-Titeln vorenthalten. Die deutsche Synchronisation ist sehr sympathisch, mit viel Humor garniert und dem Kinofilm entnommen. Es macht wie immer Spass, die kleinen Figuren mit den gelben Köpfen bei diversen witzigen Dia- und Monologen zu belauschen und dabei die tolle, lebendige Atmosphäre zu genießen. Der Soundtrack hingegen lässt etwas zu wünschen übrig. Der Titelsong "Everything is awesome" ist zwar ein Ohrwurm, wird aber gerade am Anfang so oft wiederholt, dass er schon nach zwei Spielstunden als etwas aufdringlich empfunden wird. Da phasenweise überhaupt keine oder viel zu leise Hintergrundmusik zu hören ist, klingt The Lego Movie Videogame irgendwie unfertig. Schade auch, dass auch in den storyrelevanten Zwischensequenzen der Soundtrack meist einfach der gleiche ist wie im vorherigen Level. Dass die Entwickler durchaus Meister der Geräuschkulisse sein können, beweist Lego - Fluch der Karibik, welches akustisch phänomenal war. Emments Abenteuer hingegen kann melodisch nicht ganz überzeugen. Die witzigen Dialoge, Sprüche und Anspielungen sind aber dennoch genial wie immer.

 

Grafik, Gameplay und Umfang: bunt geht es zu im kurzweiligen Getümmel ...


Optisch präsentiert sich The Lego Movie Videogame in bester Klötzchen-Manier, wer Highend-Grafik ala Battlefield 4 erwartet, ist hier fehl am Platze. Mit viel Liebe zum Legodetail erschaffen die Designer ein buntes, kantiges und lebendiges Klötzchenuniversum, welches sich durch seine abwechslungsreiche Gestaltung und die schrägen Figuren in große und kleine Spielerherzen brennt. Sämtliche Kulissen sind aus den kleinen Steinchen erstellt und liebevoll animiert. Selbst Elemente wie Feuer und Wasser sind genauso in einer x-beliebigen Lego-Kiste zu finden, was The Lego Movie Videogame wieder seinen ganz eigenen Charme verleiht. Besonders die unzähligen Figuren sprühen nur so vor Unterhaltungswert. Neben den Filmcharakteren Emmet, Wyldstyle und dem schrulligen Vitruvius lassen sich auch massig andere Persönlichkeiten wie etwa Abraham Lincoln, der Yeti oder ein Eidechsenmann freischalten. Die aus dem Kinofilm stammenden Zwischensequenzen treiben den Storyplot voran und machen Lust auf den aktuell auf der großen Leinwand zu sehenden Lego-Movie. Der gesamte Lego-Look macht einfach tierisch viel Spass und bietet enorm viel fürs Auge.

 

Bildergalerie von The LEGO Movie Videogame (19 Bilder)

In Sachen Gameplay entpuppt sich The Lego Movie Videogame als typisches Jump'n'Run mit kleinen, simplen Rätseleinlagen. Während man Emmet und seine Begleiter durch die kunterbunten Kulissen lotst, trifft man immer wieder auf Robotergegner, die mit einem beherzten Druck auf die Angriffstaste in ihre klappernden Einzelteile zerlegt werden. Dabei sind die Gegner meist in der Überzahl, aber dank kinderfreundlichem Schwierigkeitsgrad sehr schnell besiegt. Sollte die eigene Spielfigur doch einmal das Zeitliche segnen, bricht sie kurz auseinander, wird aber innerhalb weniger Sekunden an der gleichen Stelle wieder zusammengebaut. Dies sorgt für einen kontinuierlichen Spielfluss und kaum endenden Spass, da man sich nicht mühselig von einem Checkpunkt wieder nach vorne arbeiten muss. Hinzu kommt, dass man wieder jederzeit zu einer anderen Figur wechseln kann bzw sogar muss. Denn immer wieder gibt es Abschnitte in den Kulissen, die nur von einem bestimmten Charakter bewältigt werden können. So öffnet Vitrivius mit seinem Stab geheime Türen, während nur der coole Batman gewisse Schalter via Enterhaken umlegen kann. Pastellfarbene Transparentblöcke hingegen werden von Einhorn Kitty zu besonderen Passiermöglichkeiten zusammengepuzzelt. Astronaut Benny hackt als einer der wenigen Techniker Computerterminals, während nur Wyldstyle hoch springen oder klettern kann und der grimmige Pirat Eisenbart silberne Legoblöcke zerstört. Die Vielfalt an Charakteren ist gewaltig, ebenso wie unterschiedlichen Fähigkeiten und verbalen Eigenarten der witzigen Figuren. Wenn der schrullige, angeblich blinde Magier Vitruvius scheinheilig über Flammen und Hitze spricht, während er grazil und leichtfüßig über eine schmale, von Feuersbrünsten umgebenen Planken hopst, bleibt kein Auge trocken. Aber auch wenn der coole Batman wieder einmal halsbrecherische Lösungsvorschläge äußert, dann aber die Diva spielt und mit ominösen Ausreden einen Rückzieher macht und mit Wyldstyle flirtet, ist ein Lachanfall einfach vorprogrammiert. Der Humor, der auf die jeweilige Spielsituation perfekt zugeschnitten ist, ist einfach klasse. Da vergisst man schnell mal, dass man ja eigentlich noch hier und da ein paar Gegenstände abreißen und zu neuen Sachen zusammenbauen müsste.

 

Das ist aber kein Problem, denn mit Ausnahme von Emmet sind die Hauptfiguren allesamt sogenannte Meisterbauer, die ohne Baupläne die unglaublichsten Dinge konstruieren können. So entstehen in Handumdrehen aus einem Haufen loser Legosteine ein abgefahrenes Motorrad, eine Riesenkanone oder ein U-Boot. Schön, wie umfangreich die Gestaltung ausfällt und an die jeweiligen Kulissen angepasst ist. Neben Wildem Westen und Steinstadt landen die Helden auch im luftigen Wolkenkuckucksheim, in einer gefährlichen Unterwasserwelt oder auf einem Piratenschiff. Die unterschiedlichen Inszenierungen samt toller, humorvoller Atmosphäre kaschieren auf liebevolle Art und Weise die Einfachheit der Rätsel. Für Abwechslung sorgen Minispiele wie etwa das Hacken von Computerterminals im Pacman-Stil, einfache Quick-Time-Tanzeinlagen oder Emmets Konstruktions-Manöver, in denen an Hand von Bauplänen die fehlenden Teile markiert werden müssen. 15 Level mit über 45 Missionen umfasst der erste Spieldurchgang von The Lego Movie Videogame, der je nach Alter des Spielers rund sechs bis acht Stunden Zeit in Anspruch nimmt. Aber Kenner anderer Lego-Titel wissen genau: nach dem Abschluss des ersten Durchganges geht es erst so richtig los! Denn dann heißt es alle Charaktere freischalten und sämtliche Missionen erneut spielen, um alle Highscores zu knacken und sämtliche Fundstücke einzusammeln. Viele Geheimnisse wie goldene Legosteine, versteckte Baupläne, Lego-Hosen und Nebenmissionen lassen sich nämlich nur mit bestimmten Figuren und Fähigkeiten lüften. Mit kindlicher Neugier und diebischer Vorfreude auf die neuen Charaktere macht man sich nur zu gern an einen zweiten oder sogar dritten Spieldurchgang. Bis das virtuelle Geld zum Freischalten aller Minifiguren ausreicht, gehen nochmals ein paar Stunden ins Land. Langzeitmotivation und Spielspass sind bei den Lego-Spielen also ausreichend vorhanden. Lediglich die langen Ladezeiten zwischen den Leveln trüben die Freude ein klein wenig.

 

Der Umfang von The Lego Movie Videogame richtet sich an kooperative Spielesessions. Dem laufenden Hauptspiel kann jederzeit ein zweiter Offlinespieler beitreten und so hilfreich zur Hand gehen. Die Tatsache, dass dieser Modus ausschließlich im Koop funktioniert, macht ihn deshalb besonders für Familien enorm interessant. Jung und Alt können somit unabhängig von ihrem spielerischen Können gemeinsam die bunte Klötzchenwelt erobern und den grandiosen Humor der Serie genießen. Ein Online-Koopmodus wäre zwar schön gewesen, aber vielleicht folgt dieser ja noch per DLC, wer weiß? Die zahlreichen, augenzwinkernden Anspielungen auf große Helden und Filme vertreiben uns ja zum Glück bis dahin die Zeit ...


Das Fazit von: GloansBunny

GloansBunny

Die Videospiele der Lego-Reihe sind ein Garant für meisterbare, extrem unterhaltsame Jump'n'Run Abende samt einer ordentlichen Priese Humor. Auch The Lego Movie Videogame bleibt diesem Prinzip treu und bietet viel kindgerechte, gewaltfreie Action und meisterbare Rätseleinlagen. Die enorme Vielfalt an spielbaren Figuren sorgt dank zahlreichen witzigen Charakterzügen und Dialogen für so manchen Lachanfall. Das optische Design der Klötzchenwelt ist bunt, authentisch und so liebevoll umgesetzt, dass man das Spiel einfach lieb haben muss. Kleinere technische Schwächen wie etwa die schlecht abgemischte Hintergrundmusik oder die langen Ladezeiten sind zwar vorhanden, stören den Spielspaß allerdings kaum.

 

The Lego Movie Videogame richtet sich durch seinen relativ einfachen Schwierigkeitsgrad und seiner Nähe zum gleichnamigen Kinofilm primär an junge Spieler, kann aber auch Erwachsene durch die vielen Sammelgegenstände und Geheimnisse mindestens genauso stark in seinen Bann ziehen. Der Koop-Modus führt schließlich auch Neulinge und Profis oder Jung und Alt zusammen. 

 

Mir hat der Titel sehr viel Spass gemacht, was vor allem den urkomischen Charakteren, den zahlreichen Anspielungen und dem hohen Sammelwahn-Suchtfaktor zu verdanken ist. Ich habe mich nicht nur einmal halb totgelacht, denn solche Situationen wie etwa die, in der der als Kopierer getarnte Eisenbart fleißig nichts ahnende Roboter-Hinterteile dupliziert und dabei "Erstes Gebot auf See - Strecke niemals einem Piraten deinen Hintern ins Gesicht!" von sich gibt, sind quasi im Minutentakt zu finden.

 

The Lego Movie Videogame ist für Fans der bunten Klötzchen und des Kinofilms ein Muss und auch Freunde des serientypischen Humors sollten unbedingt zugreifen. Lego ist Kult, Lego ist zeitlos und Lego ist extrem lustig. Und das gilt nicht nur für den Spielernachwuchs...


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positiv negativ
  • Kunterbunter Legolook mit viel Atmosphäre, nahe am Kinofilm
  • Liebevolle Details, witzige Animationen
  • Große Charaktervielfalt mit vielen Fähigkeiten
  • Großartiger Humor, urkomische Dialoge und Anspielungen
  • Klassisches Jump-and-Run für Groß und Klein
  • Hoher Wiederspielwert durch Sammelgegenstände und Geheimnisse
  • Viele Minigames und Rätsel
  • Koop-Modus für zwei Spieler (offline)
  • Schwierigkeitsgrad ideal für Einsteiger und Kinder
  • Hintergrundmusik nicht immer passend zum Bild, oft zu leise
  • Teils sehr lange Ladezeiten
  • Kein Online-Koopmodus
  • Rätsel für Erwachsene etwas zu einfach
  • Spielzeit etwas kurz (rund sechs Stunden)





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