Tokyo School Life

Tokyo School Life

Publisher: Pqube
Entwicklerstudio: M2
Genre: Visual Novel
Art: Lowprice
Erscheinungsdatum: 14.02.2019
USK 6

Tokyo School Life   03.03.2019 von Mario von Czapiewski

Die Nintendo Switch ist inzwischen neben einer Plattform für Mario und seine Freunde sowie zahlreichen Indie-Spielchen auch zur idealen Plattform für sogenannte Visual Novels geworden. Dabei handelt es sich um bebilderte textlastige Geschichten aus Japan mit wenig bis keiner direkten Interaktionsmöglichkeit. Tokyo School Life ist eine der neusten Veröffentlichung für die Handheld-Konsole und lockt mit putzigen Mädchen und einer Geschichte aus der Sicht eines Austauschschülers.

 

Diesen darf man sogar zu Beginn selbst benennen und startet dann sofort mit der Ankunft in Japan. Man "spielt" einen amerikanischen Austauschschüler, der einige Monate in Japan verbringen darf und dort eine Schule besucht. Schon die Ankunft gestaltet sich als holperig. Nachdem er zwei Mädchen angerempelt hat und ihn eines noch um seinen Lieblings-Manga bringt, ist der wohl größte Schock, dass eben diese drei Mädchen nicht nur ebenfalls seine Klassenkameradinnen sind, sondern auch seine neuen Mitbewohnerinnen.


Wichtig: Die Handlung

 

Und so gestaltet sich dann auch die Handlung der Visual Novel. Hauptsächlich geht es um diese drei Mädchen und die Beziehung zwischen ihnen und dem Austauschschüler. So hat jede der Drei eigene signifikante Charaktereigenschaften, welche zu unterschiedlichen Situationen führen und die Geschichte mal mehr, mal weniger interessant gestalten. Leider ist vor allem die Charakterisierung des Hauptprotagonisten etwas fragwürdig. Seine sehr oberflächlichen Ansichten, sein überzogenes Interesse an Mädchen und seine phasenweisen sexistischen Momente sind sicherlich nicht für jeden geeignet.

 

Kein Videospiel

 

Spielerisch gibt es nicht viel zu vermelden. Hauptsächlich liest man sich durch teilweise nette, teilweise jedoch auch furchtbar banale Dialoge und darf ganz selten eine kleine handlungsrelevante Auswahl treffen. Optisch ist die Geschichte schön bebildert und vor allem die Animationen der drei Mädchen sind gut gelungen. Neben zahlreichen Gesichtsausdrücken und Gesten gibt es auch dem Stil angemessene Körperanimationen. Auch die japanische Sprachausgabe ist vollständig und gelungen.

 

Japanisch zum Üben

 

Zwar ist Tokyo School Life nur in einer englischen Übersetzung verfügbar, jedoch bietet die japanische Sprachwahl einen schönen Kniff. So kann man sich parallel zur englischen Übersetzung den japanischen Originaltext mit Lesehilfen oder in vereinfachtem Japanisch anzeigen lassen. Dadurch eignet sich Tokyo School Life besonders für Japanischlerner, die ihr Wissen im persönlichen Unterhaltungsbereich anwenden möchten.

 

So ist Tokyo School Life zwar nur eine mittelprächtige Schulgeschichte, die zudem den japanischen Schulalltag wieder mal stark romantisiert und simplifiziert, jedoch bietet sie mit einer technisch gelungenen Ausarbeitung und der japanischen Sprache in verschiedenen Ausführungen interessante Elemente für Japanfans und Visual-Novel-Vielleser.

 

Bildergalerie von Tokyo School Life (6 Bilder)


Das Fazit von: Mario von Czapiewski

Mario von Czapiewski

 

Tokyo School Life ist eine mittelprächtige Visual-Novel mit hohem Lese- und sehr niedrigem Interaktionsanteil, die mit einer guten technischen Ausarbeitung und der Möglichkeit gelerntes Japanisch komfortabel anzuwenden ganz leicht aus dem Mittelmaß herausragt.


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positiv negativ
  • vollständige Vertonung (Japanisch)
  • schöne Animationen
  • solider Umfang
  • japanscher Text mit verschiedenen Hilfen
  • mittelprächtige Geschichte
  • kaum Interaktionsmöglichkeiten
  • dudelige Musik





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