UFC Trainer

UFC Trainer

Publisher: THQ
Entwicklerstudio: Heavy Iron Studios
Genre: Sport
Sub-Genre: Fitness
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 01.07.2011
USK 0

UFC Trainer   14.09.2011 von Xthonios

Genießt Ihr es auch, am Abend gemütlich auf der Couch zu liegen und mit einer Tüte Chips oder Popcorn spannende Filme zu schauen. Immer wenn Ryan Reynolds oder Jake Gyllenhaal auf der Leinwand erscheint, knufft Euch Euer Partner in die wohlgenährte Bauchfalte und seufzt leise vor sich hin? Ihr lebt nach der Devise "Warum ein Sixpack, wenn man ein Bierfass haben kann"? Kondition ist für Euch nur eine Antwort im Kreuzworträtsel? Dann schaut lieber einmal auf unserer Filmplattform vorbei, hier präsentieren wir jetzt ein neuartiges Fitness Programm - UFC Personal Trainer...

Wir Sofahelden haben uns für Euch einmal den neuen UFC-Trainer von THQ angeschaut. Ultimativer Fitness Trainer und grandiose Trainingsergebnisse? Praktisch jeder Hersteller hat schon eine Art Trainingsprogramm veröffentlicht. Zusammen mit der UFC (Ultimate Fighting Championship) bringt THQ jetzt also den UFC Personal Trainer heraus. Dank voller Xbox Kinect, Playstation Move und Wii Unterstützung soll so auch aus dem faulsten Sofahelden ein stahlharter Muskelprotz werden. Wir präsentieren hier einen zehntägigen Selbsttest ohne Gnade und vollem Einsatz. Ich werde mich für Euch quälen und anschreien lassen und Euch am Ende meine Ergebnisse mitteilen.

Tag Eins:

Heute ist es also soweit. Mein Wohnzimmer hab ich vorsorglich freigeräumt, zwei Handtücher und eine große Flasche Wasser steht bereit. Na wollen wir doch einmal sehen, ob das Programm hält, was es verspricht. Zu Beginn zeigt mir der Trainer erst mal, was UFC aus ihm gemacht hat. Straffe Proportionen, sichtbare Muskelpartien und ein sichtbarer Sixpack. Japp okay! Er hat mich überzeugt, das nehme ich. Einmal nach Hause schicken bitte. Als Erstes geht's zu einem Fitnesstest. Erster Schritt: Aufwärmen. Jeder weiß, ohne Aufwärmen der Muskeln können Übungen schnell Verletzungen verursachen – absolut ein Pluspunkt, dass hier drauf geachtet wird. Anschließend darf ich zeigen, wie fit ich bin. Nach diversen Sit-Ups, Kniebeugen und Liegestützen wird schnell klar: ANFÄNGER. Dank Kinect muss ich keinen Controller in der Hand halten, das Gerät erkennt meine Bewegungen recht sauber und der Trainer führt die Übungen ebenfalls zum Abgleich durch. Nach dem erfolgreich überstandenen Fitnesstest und die Angabe personenspezifischer Angaben wie Alter, Gewicht, Größe etc. befinde ich mich im Hauptmenü. Hier habe ich zahlreiche Möglichkeiten zur Auswahl. Ich kann eigene Trainingsprogramme erstellen, spezielle Übungen durchführen oder mir auch auf Basis meines Fitness Level ein Trainingsprogramm erstellen lassen. Zur Auswahl stehen hierbei Fettabbau-, Ausdauer- oder Krafttraining. Anschließend kann ich mich entscheiden ob ich ein 30-Tages-Programm oder 60-Tages-Programm absolvieren möchte. Ich entscheide mich für ein 30-Tage-Krafttraining. Nun kommt noch eine letzte Abfrage, ob ich das Training gern mit Unterstützung von Gewichten oder ohne durchführen möchte. BITTE erst mal ohne. Es folgt eine kurze Berechnung und ich erhalte meinen Wochenplan zur Ansicht. Drei Tage Training, ein Tag Pause und wieder drei Tage Training. Alles klar los geht’s. Erneut klärt mich mein Trainer auf und führt mich durch ein Aufwärmtraining, bevor es ans Eingemachte geht. Heute erwarten mich 19 Übungen, die circa 30 Minuten in Anspruch nehmen werden. Die erste Übung des Abends heißt Kniebeugen. Die Übung meistere ich innerhalb der vorgegebenen Zeit. Nen Klacks, allerdings bemerke ich, dass mein Herz definitiv schneller arbeitet als auf der Couch. Die nächste Übung ist eine Art Ausfallschritt nach vorn. Auch hier erfülle ich mein Pensum. Es folgen Liegestützen und weitere Armübungen. Nach unterschiedlichen Übungen beginnt der Zirkel von vorn. Nach zehn Übungen läuft mir der Schweiß langsam die Klamotten entlang und ich muss eine Pause einlegen. Trainingsprogramm? Das ist moderne Sklavenarbeit! Nach einer kurzen Verschnaufpause und die Feststellung, dass meine Flasche Wasser bereits leer ist, kämpfe ich mich durch die letzten acht Übungen. Mit Müh und Not besiege ich meinen inneren Schweinehund und komme nicht aus Versehen auf die XBOX-Powertaste. Nach 18 Übungen dann endlich die Erlösung: Dehnübungen und Ausruhen. Geschafft. Jetzt geht’s unter die Dusche und dann noch ne Kleinigkeit essen. Gute Nacht.

Tag Zwei:
Ich öffne meine Augen und spüre ich die Auswirkungen meines gestrigen Trainings. Der Muskelkater in den Oberschenkeln, in den Schultern und in den Armen begrüßt mich mit einem herzlichen „Hallo“. Irgendwie denke ich mit Schrecken an mein Work-out heute Abend. Aber nix da, ich habe mich dazu bereit erklärt, also wird am Abend wieder trainiert. Also Xbox eingeschaltet, tief durchatmen und los geht’s. Heute gibt es einige Schlag- und Trittübungen, gepaart mit ein paar Kraftübungen. Es ist mein Glückstag, denn nach 15 Minuten ist die Tortur überstanden. Auch wenn ich diesmal nicht vor Erschöpfung auf dem Boden krieche, erledigt der Muskelkater von gestern den Rest.

Tag Drei:
Meine Fresse, dieser Muskelkater.
Ich bin froh, wenn ich den Tag heute im Büro ohne große Bewegungen überstehe. Um 19 Uhr stehe ich vor der Xbox. Meine 360 und mein Blu-ray Player tauchen auf meinen Schultern auf und reden auf mich ein. Was soll ich groß schreiben. Der Schweinehund wird in die Küche gesperrt und mein Blu-ray Player gewinnt diesen Abend. Ich streike!

Tag Vier:

Der Muskelkater ist fast ausgestanden, Treppensteigen geht auch ohne Gehhilfe wieder. Also Xbox an und UFC Personal Trainer eingelegt. Voller Motivation werde ich mir heute die Kante geben. Gleich nach dem Start des „Spiels“ erhalten ich die Information, dass ich ein Training verpasst habe. Tja, wie konnte ich DAS nur verpassen. Ich schiebe die Schuld ganz klar auf meinen Blu-ray Player. Heute steht gar kein Training an. Tja okay, dann wieder raus mit UFC und Child of Eden eingelegt.

Tag Fünf:

Wieder fordert der Trainer alles von mir. Aber es gibt erste Erfolgserlebnisse. Eine Übung schaffe ich schneller als am ersten Tag, dies teilt mir auch mein Personal Trainer mit und fordert mich wieder auf, noch etwas mehr aus mir rauszukitzeln. Auch heute lässt mich mein Coach leiden und zeigt mir schnell, wo meine Grenzen sind. Wieder gibt es zwei neue Übungen und auch die altbewährten Liegestützen sind mit von der Partie. Vereinzelt fällt mir auf, dass bei besonders schnellen Bewegungen die Steuerung manchmal nicht hinterherkommt und so mein Ergebnis leicht verfälscht wird. Ärgerlich. Nach 30 Minuten habe ich mein Work-out überstanden. Nebenbei gibt’s als Dank für drei Tage in einer Woche trainieren den ersten Erfolg. Das spornt natürlich an. Trainer, wir sehen uns Morgen wieder.

Tag Sechs:

Aus dem eigentlichen Schweinehund ist seit Beginn eher ein Schweinehündchen geworden.
Ich freue mich fast schon auf den nächsten Work-out. Selbstverständlich keuche ich immer noch nach jeder Übung und von meinem Wasserverbrauch die letzten Tage möchte ich gar nicht sprechen, aber mein Getränkehändler kennt mich jetzt mit Vornamen. Die Schwierigkeit und die Komplexität der Übungen nehmen meinem Gefühl nach zu, aber mit der Zeit steigen meine Motivation und mein Ehrgeiz.

Tag Sieben:

Heute gibt’s zahlreiche Wiederholungen und lediglich eine neue Übung. Am letzten Tag meines Selbsttests versuche ich noch einmal, mein Bestes zu geben. Lediglich diese widerlichen Liegestützen schaffen mich immer noch. Alle anderen Übungen schaffe ich meist in der vorgegebenen Zeit. Auch der Muskelkater am nächsten Morgen aufgrund des Trainings neuer Muskelpartien ist nicht mehr so Schmerz erfüllend wie nach den ersten zwei Tagen. Nach 30 Minuten schließe ich das Training mit ein paar Dehnübungen ab und schalte zufrieden und gut gelaunt die Xbox aus.

Jetzt ist es an der Zeit, einmal zurückzuschauen. Hat dieser Test wirklich was gebracht? Ich muss mir selbst eingestehen, dass dem so ist. Rein vom Trainingsplan und den Übungen her ist UFC Personal Trainer durchaus eine gute Alternative, wenn man aus zeitlichen Gründen nicht in ein Fitnesscenter kommt. Ersetzt dieses Spiel das Fitnesscenter komplett? Nein. UFC ist sicherlich eine gute Ergänzung, jedoch für wirkliche Anfänger nur bedingt tauglich. Ich selbst war jahrelang immer wieder im Fitness und verstehe die Wichtigkeit der Bewegungsabläufe. Für absolute Neulinge, die Aufwärmphasen und Übungen zu leicht nehmen, kann schnell Verletzungsgefahr bestehen. Auch wenn die Kinect-Steuerung die Bewegungen gut erkennt, so schützt dies nicht vor falschen Bewegungen. Ein weiteres notwendiges Manko ist der benötigte Platz. Um die Übungen richtig durchführen zu können, ist ein ausreichend großer Platz notwendig, der in kleinen Zimmern schnell an die Grenzen stößt. Grafisch gesehen ist das Spiel keine Besonderheit. Die Konturen sind oft grobkörnig und die Hintergründe sind oft schlicht grau in grau. Besonders unangenehm fallen die Kommentare der Trainer auf. Aufgrund der doch sehr spartanischen Auswahl kommt es vereinzelt vor, dass der Trainer 3x das Gleiche erzählt. Motivation ist was Anderes. Zum Thema Ton gibt’s eigentlich nur zu sagen, man versteht den Trainer gut, sofern man Englisch beherrscht. Eine Synchronisation fand – zum Glück – nicht statt, so konnte man auch nichts verschandeln.

Das Spiel wurde von unserem Redakteur auf der XBOX 360 getestet. Die Playstation 3 und Wii-Version unterscheiden sich in der Handhabung aufgrund des Controllers.


Das Fazit von: Xthonios

Xthonios

Mit UFC Personal Trainer hat THQ durchaus ein gutes Fitness Programm entwickelt. Sehr positiv ist die Zusammenarbeit mit den Ultimate Fightern Frank Mir und Dan Hardy. Die Übungen sind den echten Trainingsplänen nachempfunden und dank über 60 verschiedenen Übungen kommt auch keine Langeweile auf. Für Neulinge können falsche Bewegungsabläufe oder unkorrekte Ausführungen der Übungen schnell zu Zerrungen führen. Gerade für die Einsteiger fehlt hier auch die Korrekturen der Körperhaltungen. Für Hobbysportler, die gern ihr Work-out daheim absolvieren wollen, ist das „Spiel“ auf jeden Fall empfehlenswert. Grafisch ist das Spiel eher öde, lediglich die Trainer werden detailgetreu dargestellt. Die Kinect-Steuerung ist gut und hat nur selten zu Frustmomenten geführt. Für mich auf jeden Fall eine Ergänzung zu meinem bestehenden Training.


positiv negativ
  • Satte Auswahl an Trainingsprogrammen
  • Fitnesstest vor dem eigentlichen Start
  • Aufwärm- und Dehnphasen
  • Gute Umsetzung der Kinect-Steuerung
  • Recht schnell erste Trainingserfolge spürbar
  • Von der NASM sportmedizinisch abgenommen
  • Nur für Fortgeschrittene geeignet
  • Verletzungsgefahr aufgrund falscher Bewegungen
  • Grafik unbeeindruckend
  • Nervige, sich wiederholende Kommentare
  • Keine Korrekturerklärungen bei falschen Bewegungen





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