V/H/S: Viral

V/H/S: Viral

Originaltitel: V/H/S Viral
Genre: Horror • Anthologie
Regie: Verschiedene
Hauptdarsteller: Verschiedene
Laufzeit: DVD (77 Min) • BD (81 Min)
Label: OFDb Filmworks
FSK 16

V/H/S: Viral   10.10.2017 von Mario von Czapiewski

Die Älteren werden sich erinnern… V/H/S war vor einigen Jahren ein sehr erfolgreicher Versuch, dem repetitiven Found-Footage-Genre neue Seiten abzugewinnen. Auch die Fortsetzung S/V/H/S bzw. V/H/S 2 machte eine gute Figur und stieß auf große Begeisterung. Nun veröffentlicht OFDb Filmworks den dritten Teil V/H/S: Viral neu auf DVD und Blu-ray, welcher im Gegensatz zu seinen Vorgängern ungeschnitten eine Freigabe ab 16 Jahren bekommen hat. Ob der Film mit seinen wertigen Vorgängern mithalten kann, schauen wir uns an dieser Stelle mal an.

 

Wie schon bei den Vorgängern handelt es sich bei V/H/S: Viral um eine Horror-Anthologie, die eingebettet in eine Rahmenhandlung mehrere kleine Geschichten erzählt. So findet in einer Episode eine Gruppe jugendlicher Skater eine Ritualstätte einer Sekte, in einer anderen ein Forscher eine bösartige neue Dimension und in wieder einer anderen Episode ein Show-Magier einen unheimlichen Zauberumhang.

 

Eines kann man V/H/S: Viral nicht vorwerfen: Handwerklich sind alle Episoden sowie der gesamte Film sehr solide produziert. In keiner Situation hat man das Gefühl einen lieblos heruntergekurbelten dritten Teil einer Filmreihe zu sehen, wie es oft bei anderen Filmreihen der Fall ist. So bekommt man grundsolide CGI-Effekte, eine gelungene Ausstattung und viel saftiges Blut zu sehen.

 

Leider enden hier die positiven Merkmale von Viral, denn was den Film grundsätzlich so negativ von seinen beiden Vorgängern abhebt, ist die Ignoranz zu den zurecht etablierten Gepflogenheiten eines glaubhaften Found-Footage-Films. So verzichtet Viral in beinahe jeder Szene auf eine Logik innerhalb seiner eigenen Inszenierung und zaubert Kameraperspektiven und Bilder her wie es ihm gerade beliebt. Besonders in der ersten Episode, in der ein Magier effektreich mit zahlreichen Menschen „umspringt“, hat man kaum das Gefühl einen Found-Footage-Film zu sehen. Viral verliert dadurch vollständig seine Glaubwürdigkeit und damit ebenso jegliche Relevanz als Found-Footage-Film.

 

Was man am Ende bekommt ist ein wirres Gemisch an hektischen, wackeligen Filmsequenzen und bunt zusammengewürfelten Störbildern, die an keiner Stelle wirklich überzeugend eingebaut sind. Inhaltlich bietet zwar jede Geschichte interessante Ansätze, jedoch kranken alle Episoden am Ende besonders daran, dass sie für das Konzept des Found-Footage nicht passend sind und als klassischer „normaler Film“ besser funktioniert hätten.

 

Damit verschenkt V/H/S: Viral an allen Ecken und Enden Potential, um an seine Vorgänger gelungen anzuknüpfen, und versteht an keiner Stelle, wie ein Found-Footage-Film funktioniert.

 

Bildergalerie von V/H/S: Viral (6 Bilder)

Die Blu-ray-Veröffentlichung beinhaltet den durchaus blutigen Film völlig unzensiert in guter Qualität. Die deutsche Synchronisation ist hochwertig und wird vom englischen Originalton ergänzt. Im Bonusmaterial finden sich Behind the Scenes und Interviews zu zwei Episoden sowie Filmtrailer.


Das Fazit von: Mario von Czapiewski

Mario von Czapiewski

 

V/H/S: Viral ist der traurige Abstieg einer ursprünglich sehr gelungenen Filmreihe. An keiner Stelle dieses Films hat man verstanden, warum die Ästhetik eines Found-Footage-Films die Vorgänger so wertig gemacht hat. Wer ein Sammelsurium von absurden, wackeligen und blutigen Bilder genießen will, kauft sich dieses Machwerk – Fans der Vorgänger werden hier jedoch gnadenlos enttäuscht.


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