Welcome to Sarajevo

Welcome to Sarajevo

Originaltitel: Welcome to Sarajevo
Genre: Drama
Regie: Michael Winterbottom
Hauptdarsteller: Stephen Dillane
Laufzeit: DVD (97 Min) • BD (102 Min)
FSK 12

Welcome to Sarajevo   29.11.2014 von Assimilator

Mit Welcome to Sarajevo wurde 1997 ein Film veröffentlicht, der als erster Film überhaupt den Konflikt auf dem Balkan aufgreift. Von besagtem Film ist nun die Blu-ray veröffentlicht worden und wir haben sie uns angeschaut.
 
Der britische Reporter Michael Henderson (Stephen Dillane) reist 1992 nach Sarajevo, der Hauptstadt von Bosnien und Herzegovina, um von dort über die Belagerung der Stadt und den Krieg im Balkan zu berichten. Vor Ort trifft er auf den Amerikaner Jimmy Flynn (Woody Harrelson), mit dem er sich ein Rennen um die besten Bilder und Stories des Konflikts liefert. Zusammen mit anderen Journalisten haben sie ihr Lager im Holiday Inn Hotel aufgeschlagen, wo sie übernachten und ihre Beiträge für die Nachrichten vorbereiten. Aufgrund ihrer Nähe zum Konflikt erleben die Journalisten täglich den Horror des Krieges. Egal ob die berüchtigten serbischen Scharfschützen zugeschlagen haben oder Artillerie einen Markt angegriffen hat, die Journalisten und ihre Kameras sind immer da. Eines Tages dreht Henderson eine Reportage über ein Waisenhaus mit über 200 Kindern, deren Eltern im Krieg um gekommen sind und welche unter schrecklichsten Bedingungen versuchen, zu überleben.
 
Da der Britte selbst Kinder hat, empfindet er großes Mitleid und versucht, die UN zu überreden, die Waisen zu evakuieren. Leider kann er jedoch weder die UN, noch die britische Bevölkerung und damit die Regierung mit seinen Reportagen zum Handeln bewegen, weshalb er zusammen mit der Amerikanerin Nina (Marisa Tomei) einige Kinder ausser Landes schaffen möchte. Besonders das Schicksal der kleinen Emira (Emira Nušević) bewegt Henderson. Daher überredet er Nina, Emira im Konvoi mitzunehmen. Diese gefährliche Reise soll in einem durch die UN durchgeführten Buskonvoi nach Italien stattfinden. Unterwegs passiert der Konvoi zerstörte Dörfer und diverse Checkpoints, nur um kurz vor dem sicheren Italien von den serbischen Freischärlern gestoppt zu werden. Unter den Augen der neutralen UN, die nicht einschreiten darf, zwingen diese so genannten Tschetniks einige der Kinder zum Aussteigen aus dem Bus, um sie anschließend mitzunehmen und so einem unbekannten Schicksal zu überführen. Nach der sicheren Ankunft in Italien reisen Henderson und Emira zusammen nach Großbritannien, wo sich Emira in die Familie Henderson einlebt. Nach einigen Monaten kommt jedoch eine Mitteilung aus Sarajevo, Emiras totgeglaubte Mutter möchte ihr Kind wiedersehen.
 
Muss Emira wieder in das Bürgerkriegsland zurück oder kann sie im sicheren Großbritannien bleiben? Und was passiert mit Flynn in Sarajevo?

Bildergalerie von Welcome to Sarajevo (19 Bilder)

Der Film Welcome to Sarajevo versucht vieles auf einmal zu sein. Er möchte uns zum einen mit drastischen Szenen das Grauen des Balkan Konflikts zeigen, möchte uns mit den Szenen aus dem Waisenhaus die Geschichten der Opfer des Krieges näher bringen. Und er möchte uns mit der Story von Henderson und Emira das Herz erweichen. Speziell der erste Punkte wird durch Original Nachrichtenaufnahmen des Konflikts (speziell eines Mörserangriff) sehr krass dargestellt. So bekommt man einen ziemlichen Kloß im Hals, wenn man Nachrichtenaufnahmen von damals im Film wiedererkennt. Einige der Szenen waren damals bewusst nicht in dieser Form in den Nachrichten zu sehen, weil sie für das Publikum zu viel gewesen wären. Hinzu kommt, dass nur sechs Monate nach dem Ende des Konflikts die Dreharbeiten tatsächlich im Sarajevo statt fanden. Das bedeutet, dass jegliche im Film gezeigte Zerstörung aus dem tatsächlichen Konflikt stammt. So wurde bewusst ein großer Grad an Authentizität geschaffen.
 
Auf der anderen Seite steht die wahre Geschichte von Emira und Michael Henderson, die jedoch im großen Zusammenhang etwas untergeht. Die Schauspieler machen alle einen guten Job, allen voran Woody Harrelson und Stephen Dillane, welche eine tolle Rolle als Journalisten spielen. Aber auch Emira Nušević spielt ihre Rolle als junge Emira ausgezeichnet. Generell merkt man dem Film sein Alter an. Das Bild ist leider etwas matschig in HD, dem Sound fehlt es an Tiefen, Bass und Surround-Sound. Wirklich schade ist, dass bei mir keinerlei Untertitel funktionierten, was es leider unmöglich macht, die serbokroatisch gesprochenen Teile des Films zu verstehen. Als Extras gibt es Interviews mit Cast & Crew, Hinter den Kulissen an den Orginalschauplätzen, sowie eine Trailershow.  

Das Fazit von: Assimilator

Assimilator

Alles in allem gefiel mir der Film Welcome to Sarajevo gut, jedoch versuchte er zu viel auf einmal zu sein. Es werden zu viele Finger gehoben, zu viel Aufklärung betrieben, zu viele Dinge auf einmal erzählt. Dadurch verliert sich der Film leider ein wenig und leidet darunter. Nichtsdestotrotz war ich von Dillane und Harrelson beeindruckt, die ihre Charaktere als Reporter im Kriegsgebiet sehr gut transportieren. Man merkt ihnen an, wie beide durch das täglich erlebte abstumpfen und so ihre Menschlichkeit verlieren. Dieser Prozess schreitet bei Harrelsons Charakter weiter fort, während Henderson durch die Waisenhaus-Geschichte und Emira seine Menschlichkeit wieder findet. 


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