What we become

What we become

Originaltitel: Sorgenfri
Genre: Horror • Thriller • Drama
Regie: Bo Mikkelsen
Hauptdarsteller: Mille Dinesen • Ole Dupont
Laufzeit: DVD (81 Min) • BD (85 Min)
Label: Capelight Pictures
FSK 16

What we become   15.11.2016 von MarS

Zombiefilme überschwemmen noch immer den Filmmarkt und sind dabei trotz allem immer noch so begehrt wie menschliches Hirn für die Untoten. Leider können die meisten Filme dem Genre kaum mehr etwas entlocken und versuchen nur mit möglichst viel Blut und Gewalt beim Zuschauer zu punkten. Warum der dänische Genre-Vertreter What we become jedoch etwas ganz Besonderes ist erfahrt Ihr in der folgenden Kritik:

 

Die Vorstadtsiedlung Sorgenfri in Dänemark ist ein ruhiges und beschauliches Fleckchen Erde, in dem man noch Nachbarschaftshilfe pflegt und gemeinsam in den Straßen feiert. Hier lebt auch der rebellische Teenager Gustav mit seiner Familie, wobei dieser lieber mit dem Fernglas seiner neuen Nachbarin nachstellt als sich um seine Aufgaben zu kümmern. Doch die Idylle endet eines Tages abrupt, als die gesamte Siedlung auf Grund einer Virusepidemie in Quarantäne gestellt wird und die Menschen in ihren Häusern eingesperrt werden. Während draußen das Militär die Straßen säubert, wächst drinnen die Angst vor dem Unbekannten. Als Gustav einen heimlichen Ausflug durch Sorgenfri wagt befreit er unwissentlich das Grauen aus einem vom Militär verschlossenen Container und ein erbarmungsloser Kampf ums nackte Überleben beginnt...

 

Es ist wahrlich nicht gerade einfach, dem Genre des Zombiefilms etwas Neues zu entlocken und mehr zu zeigen als gorelastige Gewaltorgien. Die Erfolgsserie The Walking Dead hat dieses Kunststück gemeistert, indem sie der Apokalypse eine äußerst authentische, emotionale Komponente hinzufügte und die brutale Gewalt nicht nur auf die Infizierten beschränkte, sondern auch auf die menschlichen Beteiligten, motiviert von den außergewöhnlichen Umständen. What we become geht hier sogar noch einen Schritt weiter und rückt die Untoten fast gänzlich in den Hintergrund. Hier konzentriert sich das Geschehen auf die langsam immer angespannter werdende Stimmung unter den vom Geschehen überrumpelten und verzweifelten Menschen, die zunächst einmal überhaupt nicht wissen, wie ihnen geschieht. Die Inszenierung setzt dabei den Zuschauer auf die gleiche Stufe wie die Figuren im Film und schafft dadurch eine hervorragende Bindung, wodurch man die ganze Zeit mitten im Geschehen ist und von der düsteren, bedrückenden Atmosphäre geradezu aufgesogen wird. Ähnlich wie die Ableger-Serie Fear the Walking Dead kümmert sich What we become letztendlich nicht groß um den Kampf gegen die Zombies selbst, sondern den Beginn des Überlebenskampfes in all seinen Einzelheiten, wobei das Geschehen stets absolut glaubwürdig ist und von den Darstellern auch ebenso übertragen wird. Dennoch muss der Zombie-Fan auch hier nicht auf den ersehnten Kampf mit den lebenden Toten verzichten, allerdings beschränkt sich dieser auf das Finale des Films, als die Ereignisse endgültig eskalieren, wodurch wiederum die Gewalt noch viel eindringlicher und schockierender wirkt. Der Weg bis dorthin ist für den Zuschauer dank der absolut dichten Inszenierung ebenso zermürbend wie für die Figuren im Film und dabei in jeder Sekunde atmosphärisch packend und extrem spannend, und das obwohl oder eben gerade weil die Erzählung eigentlich absolut ruhig und zwischenmenschlich sowie auf engsten Raum beschränkt ist.

 

Bildergalerie von What we become (8 Bilder)

Das Bild der Blu-ray präsentiert sich HD-würdig, wenn auch auf Grund diverser kleinerer Schwächen nicht perfekt. Zum einen ist der Schwarzwert nicht immer satt genug, zum anderen ist in dunklen Bereichen immer wieder stärkeres Filmkorn auszumachen, das zwar für einen interessanten Look sorgt, damit aber auch einige Details verloren gehen. Die Farbgebung ist passend zur Thematik und der vorherrschenden Atmosphäre trist und trüb und sorgt für die perfekte Stimmung. Die Tonspur leistet ganze Arbeit das Geschehen passend zu unterstützen und punktet durch gezielte Surroundeinbindung und eine kräftige Abmischung. Das Ganze ist angenehm dynamisch und Effekte sind stets klar ortbar.


Das Fazit von: MarS

MarS

What we become ist eine mehr als positive Überraschung und Ausnahme im Meer von Filmen aus dem Zombie-Genre und schafft es mühelos, frischen Wind ins blutüberströmte Genre zu blasen. Atmosphärisch absolut fesselnd schafft es der Film mit seiner ruhigen Gangart und der langsamen, immer angespannteren Stimmung den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen, bis das Geschehen am Ende in der unvermeidlichen Eskalation gipfelt. Interessant ist hierbei, dass die Inszenierung ihren Fokus so wenig auf die eigentlichen Untoten legt, dass diese ohne Probleme auch durch jegliche andere Bedrohung hätten ausgetauscht werden können. Dennoch hinterlässt das Gesamtbild von What we become einen beeindruckenden und nachhaltigen Eindruck und so erhält der Film von mir ohne Wenn und Aber einen uneingeschränkten Geheimtipp-Award.


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