Wuji - Die Meister des Schwertes

Wuji - Die Meister des Schwertes

Originaltitel: Zhao Shi Gu Er
Genre: Drama • Historienfilm
Regie: Chen Kaige
Hauptdarsteller: Wang Xueqi • Fan Bingbing
Laufzeit: Ca. 128 Minuten
Label: Koch Media Home Entertainment
FSK 12

Wuji - Die Meister des Schwertes   04.08.2012 von Tobi

Die Berlinale war ja schon immer mal für diverse Überraschungen im Filmgeschäft gut. Oft bekommen Filme hier die Aufmerksamkeit, die sie verdienen, obwohl sie unter normalen Umständen eher unbekannt bleiben würden. So ist es auch Wuji – Die Meister des Schwertes ergangen. Er wurde auf der Berlinale umjubelt und entsprechend gefeiert. Die überaus positiven Kritiken haben natürlich mein Interesse an dem Streifen geweckt und ich kann Euch sagen, dass meine Erwartungen entsprechend hoch waren. Wer meine Artikel kennt, der weiß aber auch, dass diese schwer zu erfüllen sind ...

 

Viele Generation regierte der Zhao-Clan mit gerechter Hand im Land. Den Leuten fehlte es an nichts und das Leben verlief für die meisten sehr gut. Natürlich gibt es in einer solchen Situation auch immer Neider, welche sich als Todfeinde herausstellen. Ein General namens Tu’an Gu, der sogar das Mädchen, welches er liebte, an den Zhao-Clan verloren hat, organisiert die Hinrichtung jedes einzelnen Familienmitgliedes des Zhao-Clans. Die hochschwangere Zhuang Ji bringt kurz vor ihrem Tod noch einen Nachkommen zur Welt, der die Familie einst rächen soll. Der Arzt von Zhuang Ji nimmt sich des Kindes an und beschützt ihn vor dem bösen General. Im Hofe des Generals zieht er ihn auf, ohne dass dieser eine Ahnung davon hat. Das Schicksal ist unausweichlich und zwischen dem letzten Nachkommen des Zhao-Clans und dem General Tu’an Gu bahnt sich ein Kampf an.

 

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich mit chinesischen Epen generell sehr schwer tue, da diese meistens zu arg in die Länge gezogen sind und eine relativ simple Geschichte zu sehr ausschmücken. So ist es leider auch hier der Fall. Die Geschichte hat nicht sehr viel Potenzial, da sie schon diverse Male erzählt worden ist. Die Macher konzentrieren sich in der ersten Hälfte des Filmes darauf, wie das Kind vor dem General geschützt werden kann. In der zweiten Hälfte bahnt sich dann sehr langsam der unausweichliche Kampf an. Dazwischen gibt es leider kaum Schauwerte außer einer sehr gut inszenierten Schlacht am Anfang des Filmes. In einer solchen Situation sind natürlich die Schauspieler gefragt und diese versuchen alles, um den Zuschauer zu unterhalten. Aber auch sie schaffen es nicht, über die Zeit bis zum Ende ohne Langeweile zu überbrücken.

 

Dabei haben die Macher was die Kostüme, die Ausstattung und das Setting angeht, alles richtig gemacht. Die Kulissen sind perfekt und die Kostüme spiegeln eine längst vergessen Zeit wieder. Selbst der Soundtrack ist recht ordentlich geworden und präsentiert gewohnt asiatische Klänge in Verbindung mit gut ausgeleuchteten Bildern. Aber wie bereits erwähnt, ist dies einfach nicht genug. Wo andere versuchen ihre Geschichte zu sehr mit Inhalten zu füllen, konzentriert sich Regisseur Chen Kaige, einfach nur auf diesen einen Konflikt, was bei einer Laufzeit von 128 Minuten einfach zu wenig ist. Es fehlen Schlachten, es fehlen mehr Konflikte und es fehlt an Unterhaltung. Dadurch rutscht der Film für mich in den Durchschnitt ab. Verwechselt ihn aber nicht mit Wu Ji – Die Reiter der Winde, denn diese beiden Filme haben absolut nichts miteinander zu tun.

 

Bildergalerie von Wuji - Die Meister des Schwertes (11 Bilder)

Die mir vorliegende deutsche Blu-ray macht einen ordentlichen Eindruck. Das Bild ist scharf und bietet satte Farben und Kontraste. Allerdings wirkt es manchmal zu sehr verrauscht. Der Ton kommt vor allem in der ersten Schlachtszene perfekt beim Zuschauer an. Hier rumst es gewaltig, was dann aber durch die folgende Dialoglastigkeit verpufft. Das typische Bonusmaterial und ein Wendecover bekommt man als Käufer auch spendiert. Es gehen Coverabbildungen mit einem FSK16-Logo im Internet rum, welche aber leider falsch sind. Der Film ist ab 12 Jahren freigegeben, was auch voll in Ordnung ist. Also wundert Euch nicht, wenn Ihr die Hülle mal in der Hand habt. Es gibt definitiv keine zensierte Auflage davon.


Das Fazit von: Tobi

Tobi

Wieder einmal mehr nervt es mich einfach, dass ein asiatischer Film zu sehr in die Länge gezogen ist und einfach zu wenig Schauwerte für die lange Laufzeit bietet. Man konnte hier annehmen, dass die Asiaten ein schlechtes Gefühl für Timing haben. Natürlich ist es für einen Europäer schwierig sich auf diese Art von Filmen einzulassen, aber es gibt genug positive Beispiele, die in der Vergangenheit funktioniert haben. Ich kann Fans solcher chinesischen Melodramen nur raten, den Film anfangs mal auszuleihen, damit Ihr Euch eine eigene Meinung bilden könnt. Von einem Blindkauf rate ich Euch eher ab, da Ihr dies vielleicht bereuen werdet. Ich bin dennoch frohen Mutes, dass es bald mal wieder ein Film aus den östlicheren Gefilden schafft, mich zu begeistern.


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