Nelly Cootalot - The Fowl Fleet!

Nelly Cootalot - The Fowl Fleet!

Publisher: Application Systems Heidelberg Software GmbH
Entwicklerstudio: Alasdair Beckett-King
Genre: Point and Click
Art: Downloadtitel
Erscheinungsdatum: 11.07.2019
USK 6

Nelly Cootalot - The Fowl Fleet!   22.07.2019 von LorD Avenger

Die Piratenfigur Nelly Cootalot entstand als Geschenk für die Freundin des Erfinders und ist ihr nachempfunden. Der erste Teil Spoonbeaks Ahoy! gewann zahlreiche Auszeichnungen und wurde von Kritikern hochgelobt. Dieser zweite Teil wurde von über 1.000 Unterstützern mit rund 20.000 Pfund über Kickstarter finanziert...

 

Inhalt

 

Der böse Baron Breitbart und seine Gefolgschaft entführen eine ganze Inselpopulation von Vögeln und versuchen damit den legendären Schatz seines verstorbenen Bruders zu erobern. Die Piratin und Tierliebhaberin Nelly Cootalot kann da natürlich nicht tatenlos zusehen und nimmt die Verfolgung auf, um die hypnotisierten Vögel zu befreien. Ihr Weg führt sie durch diverse Hafenstädte und Inseln, dessen Bewohner ihr buchstäblich rätselhafte Steine in den Weg legen, die es zunächst zu beseitigen gilt. So muss sie beispielsweise die fehlende Brustbehaarung eines Matrosen ersetzen, ein Wettrennen manipulieren, einen jähzornigen Koch mit Aromatherapie besänftigen, dem Gedächtnis eines senilen Flugschiffkapitäns auf die Sprünge helfen oder den Hafenmeister in Doktor Bibber schlagen.

 

Nachdem das erste Freeware-Spiel der Reihe nicht nur zu einer Indie-Adventure-Perle wurde, sondern am Ende auch auf eine Fortsetzung hindeutete, war diese über kurz oder lang unvermeidlich. Tatsächlich eher lang, denn die Fortsetzung ließ rund ein Jahrzehnt auf sich warten. 2016 erschien sie dann erstmals für den PC, nun auch für die Switch - schließlich ist kaum eine Konsole besser geeignet für Point and Click Adventures. Obgleich The Fowl Fleet! der zweite Teil in einer Reihe ist, steht er für sich selbst und kann bedenkenlos ohne Vorkenntnisse gespielt werden. Häufig wird man zwar unterschwellig darauf hingewiesen, dass einem offenkundig gewisse Hintergrundinformationen fehlen - wenn Nelly beispielsweise wieder eine Figur überschwänglich begrüßt und sich herausstellt, dass die beiden sich bereits von früher kennen - diese sind aber nicht für die Handlung relevant und man lernt auch so schnell durch die witzigen Dialoge wie die Charaktere ticken. Und überhaupt, wie gesagt, der technisch simplere Vorgänger kann kostenlos für den PC heruntergeladen werden.

 

Bildergalerie von Nelly Cootalot - The Fowl Fleet! (5 Bilder)

Gameplay

 

Nelly Cooatlot ist ein typisches Point and Click-Adventure, das sich auf der Switch erfreulicherweise auch komplett über den Touchscreen spielen lässt. So kann man Nelly durch handgemalte Umgebungen lotsen, mit insgesamt über 45 Charakteren interagieren lassen, Dialogoptionen auswählen, dafür vorgesehene Umgebungsobjekte untersuchen sowie einstecken und Dinge aus dem Inventar einsetzen oder kombinieren. Ähnlich wie in Genre-Legenden Monkey Island oder Grim Fandango basieren viele Elemente des Spiels und speziell die Protagonistin auf ausgefallenem Humor. Nelly selber ist z.B. nicht nur sehr direkt und stellenweise unverblümt frech, sie erinnert in ihrer Art gerne auch mal an Drax aus Guardians of the Galaxy, wenn sie wieder ein Sprichwort oder eine Redewendung wörtlich nimmt. Andere computergesteuerte Figuren überzeugen dann eher durch ihr sehr cartooniges Aussehen oder ihren herausstechenden Akzent in der tollen, komplett deutsch synchronisierten Fassung.

 

Natürlich hat aber auch Nelly eine besondere Fähigkeit: Sie kann mit Vögeln kommunizieren. Der Flattermann Jürgen ist hierbei besonders nützlich, denn er begleitet sie überall hin und kann nicht nur stets gefragt werden, welche Aufgaben gerade aktiv sind, sondern manchmal kann man ihn auch um Hilfe bitten, wenn etwas ohne Flügel nicht erreichbar ist...


Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

Anhand des Cover-Bildes lassen sich viele potentielle Spieler sicherlich gleich abschrecken, da Nelly wie die große Schwester von Dora The Explorer aussieht und obgleich ich das niemandem verübeln kann, wäre es doch ein fataler Fehler - zumindest, wenn man auf witzige Point and Click-Adventures steht. Das zwar nicht übermäßig lange aber dafür umso liebevoller gestaltete Spiel macht von Anfang bis Ende Spaß mit amüsanten Dialogen, witzigem Design und Rätseln, die fair und nicht frustrierend sind. Auch technisch überzeugt die junge Piratin auf ganzer Linie - so kann man das Spiel sowohl mit Sticks und Tasten bedienen, noch besser aber ebenso direkt mit dem Finger auf dem Touchscreen, was viele dafür prädestinierte Games einfach übersehen. Auch die Cel-Shading-Grafik und die sauberen Animationen für selbst kleine Bewegungen, die in anderen Spielen einfach übergangen worden wären, machen optisch zusätzlich Spaß. Besonders schön: Das Spiel ist vom Inhalt und vom Schwierigkeitsgrad sowohl für junge als auch für passioniertere Spieler geeignet - die anzüglicheren Witze, die definitiv nicht ohne sind, wurden geschickt im Dialog versteckt und dürften den unschuldigen Seelen kleiner Spieler nicht einmal auffallen.


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positiv negativ
  • Schicke handgemalte Umgebungen
  • Liebevolle Animation & Cel-Shading-Grafik
  • Rätsel sind nicht zu offensichtlich, aber auch nicht frustrierend schwer
  • Lustige Dialoge mit dem einen oder anderen unterschwelligem Erwachsenenwitz
  • Design der Protagonistin vermittelt zu sehr das Image eines Kinderspiels
  • Gelegentlich hakt das Schließen des Inventars





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