Angezogen, ausgezogen, ungezogen (9-DVD-Box)

Angezogen, ausgezogen, ungezogen (9-DVD-Box)

Originaltitel: Angezogen, ausgezogen, ungezogen
Genre: Komödie • Erotik
Regie: Verschiedene
Hauptdarsteller: Verschiedene
Laufzeit: DVD (718 Min)
Label: Studiocanal
FSK 16

Angezogen, ausgezogen, ungezogen (9-DVD-Box)   25.07.2016 von Mario von Czapiewski

Mit der Sammelbox Angezogen, ausgezogen, ungezogen veröffentlicht Studiocanal ein interessantes Medienprodukt, das verschiedenste deutsche Sexploitationfilme der siebziger Jahre zusammenfasst. Eine ungewöhnliche Sammlung, die definitiv ein bis zwei Blicke verdient.

 

In der Sammelbox befinden sich insgesamt neun Filme aus den Jahren 1971 bis 1974, welche durch Form und Inhalt dem Sexploitationgenre zuzuordnen sind. Dabei handelt es sich vordergründig um Aufklärungsfilme, die über bestimmte pikante, gesellschaftliche Situationen berichten möchten, jedoch selbstverständlich den Voyeurismus und die zur Schaustellung sexueller Darstellungen in den Vordergrund stellen.

 

Folgende Filme sind enthalten:

 

01. Schüler-Report: Junge! Junge! Was die Mädchen alles von uns wollen! (Deutschland, 1971)

02. Der neue heiße Report: Was Männer nicht für möglich halten (Deutschland, 1971)

03. Liebe zwischen Tür und Angel: Vertreterinnen-Report (Deutschland, 1973)

04. Wenn die prallen Möpse hüpfen (Deutschland, 1974)

05. Jürgen Roland's St. Pauli-Report (Deutschland, 1971)

06. Erotik im Beruf - geschnittene Fassung (Deutschland, 1971)

07. Liebe in 3 Dimensionen - geschnittene Fassung (Deutschland, 1971)

08. Schlüsselloch-Report  - geschnittene Fassung (Deutschland, 1973)

09. Mädchen, die nach München kommen - geschnittene Fassung (Deutschland, 1972)

 

Man mag kaum glauben, dass besonders in der deutschen, eher als prüde verschrienen Filmszene jemals ein solches Filmgenre in den Lichtspielhäusern unglaublich erfolgreich war. Nach dem erstaunlichen Erfolg der ersten Schulmädchen-Report-Filme boomten ähnlich gelagerte Filmexperimente wie selten zuvor oder danach. So erklärt sich, dass kurz darauf ein ganzer Schwung an vergleichbaren „Machwerken“ die Kinoleinwände und später die Videotheken überfluteten. Während Gewaltfilme (vornehmlich aus Italien und Amerika) hierzulande bereits sehr schwierig in ihrer Auswertung waren, konnte Deutschland im Gegenzug die Darstellung der Sexualität im Kontext der siebziger Jahre besonders gut „ausschlachten“. So trauten sich diese Filme schon damals erstaunlich viel, was heute in dieser Form nur noch sehr selten tatsächlich passiert. Oft sind die Filme mit sehr viel Humor und Augenzwinkern angereichert, thematisieren aber Situationen zu denen die damaligen Zuschauer eine Verbindung fanden. Auch Minderjährige sind teilweise in den oft sehr naiven Geschichten verwickelt, was aus heutiger Sicht besonders mit Blick auf das Zielpublikum und die Freigabe der Filme etwas befremdlich wirkt.

 

Somit darf man hier auf keinen Fall cineastische Meilensteine erwarten, denn ganz im Gegenteil – Qualität ist hier nicht das Argument zur Unterhaltung. Der Zweck dieser Filme war und ist eine sehr niedrige Bedürfnisbefriedigung, die immer wieder an der Grenze zum handfesten Erotikfilm kratzt. Aus heutiger Sicht unfassbar komisch, sind diese Filme nicht nur Dokumente ihrer Zeit, sondern auch der Beweis, dass in Deutschland eine Kinoleinwand nicht nur als Projektionsfläche für ernsthafte Kunst, Romantik oder zweiter Weltkrieg-Reproduktionen begriffen wurde.

 

Bildergalerie von Angezogen, ausgezogen, ungezogen (9-DVD-Box) (10 Bilder)

Die DVD-Box beinhaltet alle Filme in solider Qualität mit der originalen deutschen Tonspur. Zusätzlich finden sich Trailer auf den DVDs, welche vergleichbaren Filme bewerben. Zusätzlich befindet sich eine Bonus-DVD zusätzlich zu den Filmen in der Box, welche leider dem Rezensionsmuster nicht beilag, weshalb an dieser Stelle darüber keine Auskunft gegeben werden kann. Wichtig zu erwähnen ist, dass einige der Filme nur in einer geschnittenen Fassung vorliegen.


Das Fazit von: Mario von Czapiewski

Mario von Czapiewski

 

Wer dem (S)Exploitationgenre nahe ist, macht mit der Sammelbox Angezogen, ausgezogen, ungezogen definitiv nichts falsch. Zwar sind nicht alle Filme in ihrer vollständigen Fassung enthalten, jedoch kam dieser Umstand zur damaligen Zeit auch in den Kinos oder Videotheken vor. Beinharte detailverliebte Sammler überlegen es sich vielleicht, Retro-Fans können hier zu einem günstigen Preis aber definitiv einen oder zwei Blicke riskieren.


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