Ant-Man and the Wasp

Ant-Man and the Wasp

Originaltitel: Ant-Man and the Wasp
Genre: Action-Komödie
Regie: Peyton Reed
Hauptdarsteller: Paul Rudd • Evangeline Lilly • Michael Peña
Laufzeit: DVD (113 Min) • BD (118 Min)
Label: Walt Disney Home Entertainment
FSK 12

Ant-Man and the Wasp   12.12.2018 von LorD Avenger

Als zwanzigster Film im Marvel Cinematic Universe stellt sich Paul Rudd erneut als Ant-Man Verbrechern und Superschurken, dieses Mal mit LOST-Star Evangeline Lilly als Wasp an seiner Seite, die ihm glatt die Schau stiehlt...

 

Inhalt

 

Nachdem er an der Seite von Captain America (oder Cap, wie er ihn freundschaftlich nennt) und den Avengers in Civil War öffentlich auftritt und damit gegen das Sokovia-Abkommen verstößt, das in Folge der heftigen Zerstörungen aus Avengers: Age of Ultron verabschiedet wurde, steht Scott Lang unter Hausarrest. Seit bereits zwei Jahren darf er sein Haus nicht verlassen, muss seine Tochter auf kreativste Weise innerhalb seiner vier Wände bespaßen und dem Leben als Superheld nachtrauern. Nur wenige Tage vor dem Ende seiner Strafe träumt er von Janet van Dyne, der seit einem jahrzehntealten Experiment vermissten Frau des Erfinders des Ant-Man-Anzugs. Diesen kontaktiert er kurzentschlossen trotz der zweijährigen angespannten Funkstille und ehe er sich versieht wacht er am nächsten Tag bereits im Auto neben Hope auf, Janets Tochter. Scott ist dabei besorgter über seine entfernte Fußfessel als über den Umstand, dass das Auto in Matchbox-Größe mit ihnen beiden darin im normalen Straßenverkehr teilnimmt...

 

Im geheimen Labor vom gesuchten Hank Pym arbeiten er und seine Tochter Hope an einer Maschine, die einen Zugang zur Quantenebene ermöglicht, in der die beiden Janet noch lebendig vermuten. Scotts Anruf folgte unmittelbar auf den ersten Testlauf, sodass nun die Vermutung naheliegt, dass es sich nicht um einen Traum, sondern um eine Botschaft von Janet handelte. Um die Maschine jedoch vollkommen funktionsfähig zu bekommen, muss Hope sich mit einem zwielichtigen Schwarzmarkthändler einlassen, der nichts Gutes im Schilde führt - glücklicherweise ist Hope alles andere als wehrlos. Mit dem FBI und einer mysteriösen durch Wände gehenden Geistergestalt sind die beiden Quantenforscher allerdings auf die unliebsame Hilfe von Scott und dem Ant-Man-Anzug angewiesen.

 

Der erste Ant-Man funktionierte ziemlich gut als eigenständige Komödie mit Paul Rudd in der Hauptrolle, der aufgrund seiner Filmographie auch ohnehin in keinem anderen Genre ernst zu nehmen wäre. Als Part des Marvel Cinematic Universe an der Seite von Iron-Man, Captain America, Thor und Co. hingegen passte es mir nicht so recht - die Figur und die Aufmachung des ganzen Films vermittelten einfach nicht dieselbe Atmosphäre, die man von den restlichen Marvel-Streifen gewohnt war. Zwar sprechen auch die gezielt die Lachmuskeln an, bleiben generell aber doch unterm Strich ernst - Ant-Man fühlte sich hingegen durchgängig immer noch eine Nummer alberner an, wie eben ein Paul Rudd-Film. Ant-Man and the Wasp übertrifft seinen Vorgänger qualitativ zwar, erzeugt aber genau dasselbe Gefühl. Paul Rudd einmal vollkommen außer Acht lassend haben wir da noch Michael Pena als Scotts alten Freund und nun Geschäftspartner Luis, der zu 100% als Komödien-Figur geschrieben wurde und einen damit durchaus zum Lachen bringt, allerdings auch vollkommen falsch wirkt - gerade auch hinsichtlich dem lachförderndem Verhalten von z.B. Schurken ihm gegenüber, was wiederum die unecht und unbedrohlich wirken lässt. Selbst mit seinem Involvement beim Civil War im Hinterkopf wirkt Ant-Man nie wirklich wie ein Teil des restlichen Marvel-Universums, das sich zunehmend verknüpft und zusammengeführt wird - erst in der Bonusszene im Abspann wird diese Verbindung allzu deutlich und noch dazu die wohl äußerst tragende Rolle von Ant-Man in der weiteren dramatischen Handlung der Avengers im Kampf gegen Thanos.

 

Was ich aber gutheiße und was dem Film ein wenig mehr Ernsthaftigkeit verleiht, ist tatsächlich The Wasp. Im Grunde genommen hätte der Film auch nur The Wasp heißen dürfen mit dem Untertitel "...und Ant-Man ist auch dabei!", denn Lilly ist mit ihrer neuen Superheldenrolle, die am Ende des Vorgängers angedeutet wurde, definitiv das Herzstück des Films. Ebenfalls mit der Ant-Man-Technologie ausgestattet plus einiger Erweiterungen wie Flügeln oder einem Schrumpf-oder-Wachstums-Strahler ist sie schlichtweg der besser Ant-Man. Sie nutzt die ihr zur Verfügung stehenden Kräfte absolut perfekt, kann tatsächlich kämpfen und macht nicht aus jeder Szene ein albernes Herumstolpern mit letztlich glücklichem Ausgang. Hope ist als Charakter deutlich ernster als Scott, allerdings ohne dabei kühl oder unsympathisch zu werden - ganz im Gegenteil: Wie sie ihrem Vater hilft, um ihre Mutter kämpft und Scott für seine Missetaten verhältnismäßig schnell verzeiht, macht sie beinahe augenblicklich zum Publikumsliebling - auch ganz ohne Superkräfte.

 

Bildergalerie von Ant-Man and the Wasp (7 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Ein tolles, farbprächtiges Bild sorgt dafür, dass man weder Ant-Man noch Wasp aus den Augen verliert, selbst wenn sie noch so geschrumpft sein mögen und der klare Surround-Sound tut sein Übriges. Die gleichgebliebenen deutschen Synchronsprecher machen einen großartigen Job und passen super zu ihren jeweiligen Rollen, auch wenn ich mir für Luis einen etwas weniger gekünstelten Latinoakzent gewünscht hätte (aber er soll schließlich einzig und allein albern sein und dazu trägt das nur bei). Das Bonusmaterial hingegen empfand ich für einen Marvel-Film, der ansonsten immer mit äußerst spannendem Behind the Scenes-Kram aufwartet (z.B. in Doctor Strange), enttäuschend dünn. Zwar gibt es neben den üblichen Audiokommentaren, Outtakes und zusätzlichen Szenen auch Making Ofs, in denen die üblichen "Wie haben die das gemacht"-Fragen geklärt werden, allerdings nicht in einem sonderlich zufriedenstellenden Ausmaß.


Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

Ant-Man and the Wasp präsentiert sich als sympathischer Film mit vielen Lach-Momenten, der durchaus Spaß macht und mit eindrucksvollen visuellen Effekten daherkommt. Gerade Wasp, die dem Titelhelden gehörig die Schau stiehlt und der wahre Held im Film ist, sorgt in ihren Kämpfen für optisch beeindruckende Szenen mit schneller Action und noch schnelleren Perspektivenwechseln beim Schrumpfen und Wachsen. Für sich stehend funktioniert der Film daher gut als überdurchschnittliche Action-Komödie mit hochkarätiger Besetzung (Michael Douglas, Laurence Fishburne, Michelle Pfeiffer), ist aber als Superheldenfilm und gerade als Teil des Marvel Cinematic Universe nur schwer ernstzunehmen. Schurke Sonny wird allein durch den zu albernen Luis in seiner Position als Bedrohung entkräftet und die eigentliche Antagonistin erscheint wiederholt nur als Beiwerk zur Spannungserzeugung. Im Vordergrund der Handlung steht ganz klar die Quantenebene und erst im Abspann wird deutlich, dass sie und Ant-Man eine äußerst tragende Rolle für das restliche Marvel-Universum einnehmen werden.


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