Auslöschung

Auslöschung

Originaltitel: Annihilation
Genre: Science Fiction • Horror
Regie: Alex Garland
Hauptdarsteller: Natalie Portman • Jennifer Jason Leigh
Laufzeit: DVD (110 Min) • BD (115 Min)
Label: Paramount
FSK 16

Auslöschung   22.03.2019 von Diaboli

Alex Garland ist einfach unglaublich: er hat nicht nur den Original-Roman zu The Beach verfasst, sondern sieht sich auch für die Drehbücher zu 28 Days Later (2002), Sunshine (2007) und Dredd (2012) verantwortlich und für sein Regie-Debut Ex-Machina gewann er absolut berechtigt den Oscar für das beste Drehbuch. Ob sei neuester Streich an diese Erfolge anknüpfen kann oder ob seine Karriere vor der Auslöschung steht, erfahrt ihr bei uns...

 

Inhalt:

 

AREA X. So nennt die Regierung das Gebiet, in dem vor vielen Jahren ein rätselhaftes Ereignis stattfand. Wie ein Ölfilm, der auf einer Pfütze schimmert, grenzt sich das Gebiet von der normalen Außenwelt ab. Um herauszufinden, was im Inneren vor sich geht und wer dafür verantwortlich ist, wurden schon unzählige Wissenschaftler und Soldaten hineingeschickt...nur um nie wieder zurückzukommen. Darunter auch Soldat Kane (Oscar Isaacs), 12 Monate nach seinem Einsatz im "Schimmer" eigentlich für tot gehalten, der plötzlich vollkommen apathisch und abwesend in der Wohnung seiner Frau Lena (Natalie Portman) steht. Natürlich lässt das Militär nicht lange auf sich warten und nimmt beide in Gewahrsam, um herauszufinden, was in diesem Jahr geschehen ist. Da jedoch Kane nicht viel mehr zu sein scheint als ein Schatten seiner selbst, begibt sich nun eben June als Biologin zusammen mit einer Gruppe Wissenschaftlerinnen ins Innere des Schimmers, um ein für alle mal Antworten zu finden. Doch anscheinend sind die Dinge, die dort geschehen, nicht nur auf die Umwelt begrenzt und schon bald bemerken die Frauen Veränderungen an sich selbst...

 

Mehr über den Film zu sagen ist an dieser Stelle nicht möglich, ohne ins Spoilergebiet vorzudringen. Je mehr man sich von der Geschichte und ihren Charakteren leiten lässt, desto besser, denn die sich entfaltenden Geschehnisse wirken ohne jegliches Vorwissen ungemein dramatischer. Dramatisch war im Übrigen auch die Produktion des Films, denn nachdem das Publikum bei Testvorführungen sich anscheinend von der Komplexität der Story überfordert fühlte, wurde von den Produzenten gefordert, den Film abzuändern und eben dem Mainstream anzupassen. Zum Glück für Alex Garland künstlerische Integrität konnte er eben diesen Schritt verhindern, doch die Schattenseite war, dass der Film nur in den USA, Kanada und China eine Kinoauswertung erhalten hat und der Rest der Welt Zugriff über den Streaming-Dienst Netflix hatte. Das Einspielergebnis war dahingehend auch extrem niedrig (rund 40 Millionen Dollar bei 45-50 Millionen Dollar Budget) und somit galt Auslöschung als einer der größten Flops 2018!

 

Davon sollte man sich aber keinesfalls abschrecken lassen, denn Auslöschung ist alles, was man als Genre-Liebhaber von einem Science-Fiction-Horrorfilm erwartet. Das Setting ist tadellos umgesetzt, die Story interessant, die Schauspieler und deren Figuren allesamt charmant und glaubwürdig gespielt und wenn der Horror beginnt, dann aber richtig! Wer den Film bereits bei seiner damaligen Veröffentlichung auf Netflix gesehen hat, dem reicht das Wort "Bär" bereits, um eine Gänsehaut zu bekommen... Natürlich sind bei einem Film mit diesem Budget die digitalen Effeckte auf hohem Niveau und auch die vielen praktischen Dinge wie Sets, Protesen und Puppen lassen den Film realistischer und greifbarer wirken. Lediglich das Pacing, sprich die Geschwindigkeit, in der sich die Geschichte entfaltet, lässt etwas zu wünschen übrig, denn man muss über eine etwas zäh anlaufende dreiviertel Stunde hinwegkommen, bis der Film dann Fahrt aufnimmt. 

 

Bildergalerie von Auslöschung (7 Bilder)

Details der DVD:

 

Da ich den Film bereits letztes Jahr auf Netflix gesehen habe, kann ich mir einen direkten Vergleich mit der DVD erlauben und muss dazu leider sagen: mit dem Streaming-Dienst kann die Scheibe nicht mithalten. Es handelt sich hierbei einfach um ein "veraltetes" Medium, das zwar immer noch zahlreiche Anhänger hat, aber den Ansprüchen der heutigen Zeit aufgrund der technischen Begrenzungen nicht mithalten kann. Somit sind zwar viele Tonspuren auf der Scheibe, diese aber lediglich in 5.1 Digital, welche eine gewisse Ausgewogenheit bei der Abmischung vermissen lässt. Auch das Bild kann im direkten Vergleich mit Netflix, geschweige denn einer Blu-ray leider keinen Gewinn verbuchen, denn es gehen Details verloren und auch die Farben wirken ausgewaschen, was auch am schwachen Schwarzwert zu erkennen ist. Die Extras, welche aus drei Teilen bestehen und die Hintergründe der Entstehung des Films in den jeweiligen Stufen beleuchtet, sind jedoch informativ und kurzweilig. 


Das Fazit von: Diaboli

Diaboli

Ich habe mich von Auslöschung unheimlich gut unterhalten gefühlt, denn man kann während des gesamten Films auf eine Vielzahl von Emotionen zugreifen: Furcht, Ekel, Interesse, Trauer, Neugier. Alex Garland ist es wieder einmal gelungen, einen inhaltlich tollen Film zu gestalten, der von der breiten Kinomasse trotz durchweg positiver Kritiken links liegen gelassen wurde. Ist die Welt wirklich nicht bereit dazu Filme zu sehen, die einem nicht jedes kleinste Detail vorkauen? Es scheint trauriger Weise fast so, doch nun hat zum Glück jeder die Möglichkeit, sich diesen tollen Film ins Heimkino zu holen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Nur investiert bitte 2 Euro mehr und holt euch die Blu-ray, denn an der DVD nagt nicht erst seit dem Schimmer der Zahn der Zeit...


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