Avengers - Endgame

Avengers - Endgame

Originaltitel: Avengers: Endgame
Genre: Science-Fiction • Action
Regie: Anthony Russo • Joe Russo
Hauptdarsteller: Robert Downey Jr. • Chris Evans
Label: Walt Disney Studios Motion Pictures
FSK 12

Avengers - Endgame   25.04.2019 von Mario von Czapiewski

Superhelden ohne Ende? Diesmal nicht, denn mit Avengers – Endgame geht die dritte Phase des großen Marvel Cinematic Universes mehr oder weniger zu Ende. Zwar wird noch mit Spider-Man – Far From Home ein weiterer und letzter Film der Phase folgen, dennoch nimmt die große Geschichte um den Kampf Thanos gegen die Avengers in Endgame sein endgültiges Ende. Die Kritiken überschlagen sich, der Vorverkauf boomt und wir stellen uns die Frage: Zurecht?

 

Die Kritik ist spoilerfrei. Es werden keine relevanten Handlungsdetails, Wendungen oder Überraschungen verraten. Eine detailliertere Kritik mit wenigen Spoilern gibt es als kleine Sonderausgabe in unserem Podcast, die Sofarunde.

 

Thanos (Josh Brolin) hat es geschafft. Das Alien sammelte in Avengers – Infinity War alle Infinity-Steine, mit welchen er exakt die Hälfte aller Lebewesen im Universum auslöschen konnte. Auch einige Avengers hat es getroffen. Die restlichen Superhelden, angeführt von Captain America (Chris Evans), sind verstreut und versuchen mit den Verlusten umzugehen und neue Pläne zu schmieden. Sie müssen sich zusammenschließen und einen komplizierten, kräftezehrenden und aufwendigen Plan umsetzten, um Thanos und den Auswirkungen der Infinity-Steine etwas entgegenzusetzen.

 

Hat man bei Infinity War bereits ungläubig über die Besetzung und die Einbindung dieser dutzenden Charaktere gestaunt, so darf man bei Endgame schon Mal vorab eine Beruhigungspille einwerfen. Die unfassbare Starbesetzung und die Einbindung fast aller relevanten Charaktere von 21 Filmen (!) ist eine Leistung, die es so im Kino noch nie gegeben hat. Natürlich muss man sagen, dass ähnlich wie im Vorgänger wieder ein Fokus auf bestimmte Charaktere liegt. Dennoch, eine solche Maße an hochbekannten Darstellern und populären Figuren hat es wohl im Marvel-Universum und in der Filmgeschichte so noch nicht gegeben.

 

Das Spannende dabei ist, dass es über weite Strecken wieder gut funktioniert. Dabei wirkt Endgame wie das Negativ von Infinity War. Während der drei Stunden Laufzeit gibt es deutlich weniger brachiale Action und wesentlich mehr emotionale Momente, bedeutungsvollere Dialoge und eine klarere Erzählung. So wirkt Endgame etwas stringenter und eindeutiger als sein Vorgänger, ohne dass er dadurch Überraschungen missen lässt. Denn kleinere Wendungen und größere Verluste gibt es und diese sind auch entsprechend emotional und wirkungsvoll inszeniert.

 

Auch der Humor kommt nicht zu kurz, wenngleich er diesmal nicht so auffällig ist wie in seinem Vorgänger. Endgame ist generell aber vor allem in der ersten Hälfte über weite Strecken sehr traurig und sehr hoffnungslos, während sich die zweite Hälfte mit ihrem Heist-Gefühl und dem unvermeidlichen Showdown wieder etwas Marvel-typischer anfühlt. Leider nimmt es die zweite Hälfte erzählerisch an wenigen Stellen nicht mehr so genau, und so muss man mit einer Handvoll inhaltlichen Fehlern und Unglaubwürdigkeit abseits der Hauptgeschichte leben. Dies ist zwar kein Todesurteil für den Film aber ein markanter Unterschied zum direkten Vorgänger.

 

Doch egal wie stark man es gewichtet, Fans wird eine Menge Fanservice geboten, sie sehen viele bekannte Gesichter, die Infinity War ausgelassen hat, und bekommen so insgesamt ein Ende geboten, das dem Marvel Cinematic Universe mehr als würdig ist.

 

Bildergalerie von Avengers - Endgame (11 Bilder)


Das Fazit von: Mario von Czapiewski

Mario von Czapiewski

 

Avengers – Endgame ist ungewohnt emotional und ruhig, aber gerade dadurch ein absolut passendes Gegenstück zum Effektgewitter Infinity War. Wer den Vorgänger (und generell das MCU) mochte, bekommt hier über weiter Strecken ein würdiges und emotionales Ende geboten. Daumen hoch!


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