Biohazard Headset GH 2000

Biohazard Headset GH 2000

Publisher: iSupplies
Genre: Hardware
Erscheinungsdatum: 01.03.2015

Biohazard Headset GH 2000   22.04.2015 von Torsten

Die meisten werden wohl das Problem kennen, dass sie eben nicht abgelegen inmitten eines Waldgebiets wohnen und somit auch auf Mitbewohner und Nachbarn ein gewisses Maß an Rücksicht nehmen müssen. Daher empfiehlt sich, insbesondere zur Nachtzeit, für den Genuß besonders lauter Entertainment-Inhalte ein abgeschottetes Headset anstatt des THX-7.1-Surround-Heimkino-Boxen-Systems. Dieses klangtechnische Werkzeug muss dann nicht nur gut aussehen und bequem sein, es sollte auch noch gut klingen. Und ein günstiger Preis wäre natürlich auch nicht schlecht.

 

Design & Verarbeitung

 

Bereits in der Verpackung lässt sich durch das Klarsichtfenster ein erster Blick auf das Headset erhaschen. Und der dabei entstandene Ersteindruck soll sich dann auch beim Auspacken bestätigen. Die Farbgebung ist schon einmal gelungen: Schwarz glänzende, glatte Oberflächen mit roten Farbakzenten. Allerdings wirkt das Headset auch ein wenig klobig und einen Ticken zu verspielt, geradezu billig. Hauptverantwortlich für den etwas günstigen Look ist dabei der etwas grobschlächtig ausgefallene Aufnahmebereich der Ohrmuscheln. Dieser soll den Schwenkbereich der Ohrmuscheln sicherstellen, offenbart aber durch die klobige Anker-Form zu viel Plastik und unterbricht zudem die glatte Form des Kopfhöhrergehäuses.

 

Der Kopfbügel ist mit einem pflegeleichten Kunstlederpolster versehen. Das Polster ist recht schwach aber flexibel gefüttert. Das Kopfband misst 37 mm, die aufgebrachte Polsterung ist aber mit zwei etwa 14 mm breiten und nur etwa 7 mm dicken Streifen recht dürftig ausgefallen. Durch die recht schwache Fütterung drückt das Headset leicht merkbar auf die Kopfoberfläche. Das könnte bei empfindsamen Menschen  Druckbeschwerden nach mehrstündiger Nutzung verursachen. Die Ohrbügel sind in einem Bereich von 29 mm verstellbar, sodass sich das Headset an kleine wie auch recht große Kopfformen anpassen lässt. Für besonders große Köpfe braucht es dann aber schon einen größeren Kopfhörer. Die Ohrpolster sind mit einer besonders weichen, etwa 19 mm dicken Polsterung versehen. Das minimiert Druckbeschwerden und sorgt im Gegenzug zu einer planen Auflagefläche. Überzogen wurde das ganze mit einem Kunstleder. Das ist der effektiven Abschottung von der Außenwelt sehr dienlich, allerdings steigert das wenig atmungsaktive Material die Schweißbildung bei längeren Tragedauern. Spätestens im Hochsommer wird sich beim Tragen eine gehörige Menge Schweiß in den Ohrmuscheln und in den Ohren des Nutzers sammeln. Ein Manko, das natürlich nahezu alle Lederpolster mit sich bringen. Dafür entfällt die allmähliche Verfilzung des Polsters. Das Lederimitat lässt sich einfach feucht abwischen.

 

Bildergalerie von Biohazard Headset GH 2000 (3 Bilder)

Bei der Verarbeitung der Stecker ist kein Makel zu erkennen. Die vergoldete Oberfläche bietet einen sehr soliden Kontakt zur Buchse. Da hatten schon höherpreisige Headsets so ihre Probleme mit der präzisen Passform. Das Kabel ist mit 220 cm recht lang ausgefallen. Lang genug, um Zugang zu entfernt unter dem Tisch stehenden Desktop-Rechnern zu finden. Gegenüber Einwirkungen von außen ist das Kabel sehr gut mit einem Gewebe-Geflecht geschützt. Dies minimiert zudem die Knotenbildung und ist für ein Headset dieser Preisklasse eher selten anzutreffen. Trotz eher moderater Dicke – die Messung ergab trotz Gewebeummantelung lediglich einen durchschnittlichen Wert von 3 mm - scheint das Kabel also bestens gerüstet für den ruppigen Einsatz im Spieleralltag. Eine Lautstärkeregelung und ein Mute-Knopf für das Mikrofon sind in die Kabelfernbedienung integriert. Dieses Element ist recht klobig im Design ausgefallen, lässt allerdings die blinde Bedienung beider Elemente ohne Probleme zu. Eine mögliche Sollbruchstelle des Headsets ist allerdings der lediglich 20 mm breite und an seiner dicksten Stelle nur 5 mm dünne Bereich des Kunststoffbügels, der der Größenverstellung dient. Hier ist ein versteifendes Metallband oder ähnliche Stabilitätsmaßnahmen dem Rotstift zum Opfer gefallen.

 

Klangtest

 

Wichtigster Kritikpunkt eines Headsets ist aber natürlich sein Klang. Und im Test-Parcours mit schmissig, poppiger Musik konnte das Headset bereits in den ersten Sekunden der Tonwiedergabe überzeugen. Durch die Kunstlederpolster entsteht ein formschlüssiger Kontakt zum Ohr, der Bass kann sich in Elektro-lastigen Stücken trotz einer lediglich 40mm messenden Lautsprechermembran durchaus hören lassen. Besonders Musik mit tiefen, weichen Bässen werden vom GH 2000 wohlwollend wiedergegeben. Harten Kickpässen fehlt es allerdings etwas an der Präzision. Eine Klangcharakteristik, die eher größeren und damit schwerfälligeren Audio-Treibern zugesprochen wird. Dem kräftigen Bass stehen ein etwas überbetonter Grundtonbereich und verbunden damit die etwas zu matt wirkenden, weil übertönten oberen Mitten entgegen. Die Auflösung in den obersten Frequenzen geht hingegen voll in Ordnung ohne zu brillieren. Eine Überbetonung dieses Bereichs wäre vor allem in Shootern eher fatal, da das MG-Geknatter und das hochfrequente Bellen einer Schrotflinte auf Maximallautstärke schnell schmerzhaft für das Trommelfell enden können.

 

Der Wirkungsgrad ist hoch genug, um auch bei leiseren MP3-Playern ordentlich Druck auf die Ohren zu geben. Die Pegelfestigkeit wird bei derartigen mobilen Geräten jedoch zu keinem Moment unter die Probe gestellt. Da bedarf es schon einem ordentlichen Vorverstärker, um den Maximalpegel der Lautsprecher zu erreichen. Bereits beim Anschluss an einer Soundblaster X-Fi Gamer kamen dann Pegel zustande, die auf Dauer hörschädigend sein werden. Das GH 2000 stellte hier eine mehr als ordentliche Pegelfestigkeit seiner beiden 40mm-Treiber unter Beweis. 

 

Mikrofon

 

Das Mikrofon befindet sich an der Seite der Spitze eines schwenkbaren Bügels. Es ist weit genug entfernt, um Atemgeräusche der Nase zu unterbinden und nah genug, um die Stimme des Trägers von der Außenwelt abzugrenzen. Für die Verwendung als Kommunikationsmittel inmitten eines Online-Spiels ist es dann durch eine klar verständliche Stimmaufnahme durchaus geeignet, störendes Rauschen oder Echo-Effekte können effektiv vermieden werden. Allerdings wirkt die Stimme sehr verzerrt, das Aufnahmeergebnis minderwertig. Aber es kommt ja auch niemand auf den Gedanken, ein preisgünstiges Headset für die Studioaufnahme zu verwenden. 

 

Mega Gamer Bundle

 

Das hier getestete Headset ist auch als Teil der "Biohazard Gaming Combo Elite Plus" zu haben, welche zum Vorzugspreis von 99,95€ auf Amazon angeboten wird. Bestandteil dieses Rundum-Sorglos-Pakets von Connect-IT sind neben dem Biohazard Headset GH 2000 auch die Biohazard Gaming Laser Maus, das Biohazard Gaming-Pad XL GP2000 sowie das Biohazard Gaming-Keyboard GK 2000

 

 

Technische Daten

 

  • Integrierte Lautstärkeregelung / Mikrofon
  • Lautsprecher: 40 mm
  • Impedanz: 16 Ohm
  • Intensität: 112 ± 3 dB
  • Frequenzbereich-Lautsprecher: 20 Hz - 20 kHz
  • Mikrofon: 6.0 * 5.0 mm/-54 dB ± 3 dB
  • Frequenzbereich-Mikrofon: 50 Hz - 10 kHz
  • 2 x vergoldeter 3,5 mm Klinkenstecker
  • Kabellänge: 220 cm
  • Gewicht: 270 g

Das Fazit von: Torsten

Torsten

Ein für die Stimmaufnahme gut geeignetes Mikrofon und eine basskräftige wie pegelfeste Klangwiedergabe mit einer leichten Überbetonung des Grundtonbereichs stehen ebenso auf der Haben-Seite, wie die ordentliche Verarbeitung des mit einem schützenden Gewebe-Geflechts umgebenden Kabels. Das etwas billig wirkende Design des Kopfhörers fällt bei der Wertung kaum mehr ins Gewicht und vermag den sehr positiven Gesamteindruck nicht zu schmälern. Das ist letztendlich ja auch immer eine Frage des Geschmacks. Das Biohazard Headset GH 2000 ist ein preisgünstiges und gut klingendes Headset mit deutlich mehr Licht als Schatten im Ergebnis. 


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positiv negativ
  • Kräftiger Bass
  • Hohe Pegelfestigkeit
  • Vergoldete Stecker mit guter Passform
  • 220 cm langes Kabel
  • Kabel mit Gewebegeflecht geschützt
  • Dank Kunstlederpolster sehr pflegeleicht
  • Etwas überbetonter Grundtonbereich
  • Etwas klobiges Design mit billig anmutender Verarbeitung
  • Basswiedergabe etwas aufgeweicht





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