Computerspielemuseum

Computerspielemuseum

Genre: Computerspielemuseum

Computerspielemuseum   09.12.2012 von GloansBunny

Hänschen klein, ging allein... Ja, auch Spieletester machen mal Urlaub. GloansBunny wäre zwar der Karibik auch nicht abgeneigt gewesen, aber um die Sofahelden nicht allzu lange alleine zu lassen, zog es sie stattdessen nach Berlin. Pflichtbesuch für sie war dort natürlich das Computerspielemuseum, inklusive Exkurs über 54 Jahre Gamesgeschichte. Kulturausflüge sind eben nicht immer spießig und langweilig ...

 

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! Die Vorfreude auf die Hauptstadt war groß. Mit einer Gruppe guter Freunde samt ortskundigem "Anführer" die City erkunden, Kneipen und Bars unsicher machen und tagelang nur ungesundes Zeug futtern – was kann es Schöneres geben? Nichts. Na gut, fast nichts. Palmenstrände und tropischer Flair wären auch nicht schlecht gewesen, aber das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert. Und wenn doch, dann ist es verdammt teuer. Aber zurück nach Berlin.

 

Neben den obligatorischen Touristenzielen wie Reichstag, Fernsehturm und Brandenburger Tor hat die Hauptstadt noch einiges mehr zu bieten. Graffiti zum Beispiel. Oder lecker Currywurst für unter zwei Euro. Und das Computerspielemuseum in der Karl-Marx-Allee nahe dem Alexanderplatz. Dass ein Besuch in der Pinakothek der etwas anderen Art Pflicht für Gamer allen Alters ist, versteht sich von selbst. So wagt natürlich auch unsere Redakteurin Fabiola einen Blick in die Heiligen Hallen und erlebt mehr als ein halbes Jahrhundert Videospielgeschichte hautnah.

 

Bereits am Eingang wachen Link, Lara Croft und Solid Snake lebensgroß über die Besucher, die nur gegen einen Wegezoll von acht Euro passieren dürfen. Das 1997 eröffnete Museum erstreckt sich über etwa 650 Quadratmeter und bietet zahlreiche Exponate zum Thema Videogames plus einen kleinen, aber feinen Gimmick-Shop. Wer möchte, kann bereits im ersten Raum das eigene Wissen rund um sein Lieblingshobby auf die Probe stellen. Auf einer riesigen Videoleinwand gilt es, fünf zufällig gewählte Fragen aus allen nur erdenklichen Bereichen der interaktiven Welt in möglichst kurzer Zeit zu beantworten – Highscorelisten inklusive. Unsere Redakteurin konnte sich zwar trotz ihrer überaus enormen Kompetenz und einer hundertprozentigen Trefferquote nicht unter den Top Ten einreihen, nahm diese Niederlage aber sportlich fair auf und zog sogleich in Richtung Ausstellungsraum von Dannen.

 

Bildergalerie von Computerspielemuseum (30 Bilder)

Im großen Hauptraum gibt es neben der interaktiven Entstehungsgeschichte der Spieleindustrie und deren Berufsklassen auch etliche Kunstwerke zu bewundern. So kann man unter anderem staunend dabei zusehen, wie vier ausrangierte Computer gegeneinander PC-Ärgere-Dich-Nicht spielen oder auch, wie so oft, selbst Hand anlegen. Beziehungsweise vielmehr Hände und Füße. Denn um PacMan mit dem Riesenjoystick steuern zu können, ist voller Körpereinsatz gefragt. Gleiches gilt für Dance Dance Revolution, den Reebok Cyberrider und Wii Bowling. Kuriosestes und zugleich berüchtigstes Exponat aber ist die weltbekannte PainStation. Getreu dem Motto "Nur die Harten kommen in den Garten" können hier zwei Mutige beweisen, wie abgehärtet sie wirklich sind. Pong spielen ist Kindergarten? Falsch. Pong spielen kann echt richtig schmerzhaft sein. Die unscheinbare Kiste wird nur auf Nachfrage und gegen Unterschrift vom Personal hochgefahren, Minderjährige und Träger von Herzschrittmachern dürfen nicht spielen. Denn je länger das Duell andauert, umso intensiver macht die berühmt-berüchtigte PainStation ihrem Namen alle Ehre. Stromschläge, Hitze und sogar Peitschenhiebe warten auf die auf der Kontaktfläche platzierten Hände der Spieler – was die männlichen Begleiter der Autorin sowohl verbal als auch mimisch sehr anschaulich bewiesen haben. Sehr zur Freude der umstehenden Zuschauer, die einen respektvollen Sicherheitsabstand zur PainStation eingenommen und nach beendetem Duell schlagartig die Flucht ergriffen haben. (Anmerkung: Die zarten Hände der Redakteurin konnten die erforderlichen Maße einer Männerhand bedauerlicherweise nicht ausfüllen. Die Sofahelden können so aber zumindest den Verlust von Fingergliedern, Gehirnzellen oder wichtigen Organen der Redakteurin ausschließen.) Um blaue Flecken, Verbrennungen und Herzrhythmusstörungen zu verhindern, beträgt die maximal zulässige Spielzeit 30 Minuten. Aber nur die Wenigsten halten so lange durch. Zitat des zuständigen Museumsmitarbeiters: "Hier gewinnt nicht der, der die meisten Punkte hat, sondern der, der die härteste Sau ist!" Noch Fragen?

 

Wer auf etwas weniger masochistische Spielereien steht, darf sich nach Herzenslust in der Arcade-Abteilung austoben. Vom historisch raren DDR-Automaten Poly-Play von 1985 über Klassiker wie Space Invaders und Asteroid bis hin zur Retro-Kultkiste Pong beispielsweise ist alles geboten. Die liebevoll gepflegten Originalstücke einmal selbst anfassen und spielen zu dürfen ist der Gameshimmel auf Erden und weckt bei dem ein oder anderen Besucher sicherlich wohlige Erinnerungen an vergangene Zeiten. Kleingeld und getunte Einkaufschips dürfen dabei getrost in der Hosentasche bleiben, denn alle Automaten sind im Freispielmodus. Super Sache, die garantiert ganz schnell einige Stunden Lebenszeit frisst. Highscore-Jäger und auch Hobbyspieler kommen hier voll auf ihre Kosten.

 

Außerdem dürfen unzählige Games-Meilensteine an einer gleichnamigen Wand betrachtet und zum Teil auch selbst gezockt werden. Alte und moderne 3D-Simulatoren, Nintendo 3DS und  Bewegungsspiele wechseln sich mit Monitoren samt Kopfhörern mit allerhand Wissenswertem ab und geben einen tollen Einblick in die Spielgeschichte des 21. Jahrhunderts. Gekrönt wird die Ausstellung von der gewaltigen Wall of Hardware, die sämtliche Konsolen von Anno Dazumal bis heute in voller Pracht präsentiert. Angefangen beim Commodore PET über Atari und Vectrex bis hin zu NES, Gamegear und Dreamcast reihen sich die Telespiele chronologisch aneinander. Das verzückte "Den hatte ich auch mal. Und den. Und die auch!" der Vorbeischlendernden beweist: Museumsbesuche sind alles andere als langweilig.

 

Mehr Infos, Bilder und Eindrücke gibt es unter /index/redirect/index/url/http://www.computerspielemuseum.de/ oder natürlich live vor Ort in Berlin.


Das Fazit von: GloansBunny

GloansBunny

Über fünfzig Jahre Geschichte, über fünfzig Jahre Videospiele, über fünfzig Jahre interaktiver Spass – all das findet man in Berlin im Computerspielemuseum. Von alten Klassikern aus der Arcadehalle bis hin zur aktuellen Konsolengeneration kann man dort alle möglichen Videospiele hautnah erleben und ganz nebenbei auch noch unzählige Informationen und viel Wissen erlangen. Toll inszeniert, restauriert und präsentiert, ein absoluter Pflichttermin für jeden Fan der interaktiven Unterhaltung. Wetten, dass selbst die resoluteste Uroma ihren Spaß beim Familienausflug ins Computerspielemuseum haben wird? Und wer weiß, welch technische Spielereien zukünftig noch in die 650 Quadratmeter einziehen werden ...


Die letzten Artikel der Redakteurin:




Kommentare[X]

[X] schließen