Dead Rising 4: Franks Komplettpaket

Dead Rising 4: Franks Komplettpaket

Publisher: Capcom
Entwicklerstudio: Capcom Vancouver
Genre: Survival Horror
Sub-Genre: Hack and Slash
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 05.12.2017
USK 18

Dead Rising 4: Franks Komplettpaket   27.01.2018 von LorD Avenger

Eigentlich hat sich Fotojournalist Frank West nach seinen Abenteuern in ein ruhigeres Leben zurückgezogen, doch seine Studentin Vick überredet ihn in das zombieverseuchte Willamette zurückzukehren, um eine Regierungsverschwörung aufzudecken...

 

Zombies. Eine Verschwörung. Ein Einkaufscenter. Das funktioniert schon seit 4 Teilen und zahlreichen Spin-Offs und funktioniert auch in Dead Rising 4 wunderbar weiter. Man setzt erneut auf den vorlaut-witzigen Protagonisten Frank West, der nicht nur aus nahezu allem eine Waffe basteln kann, sondern auch liebend gerne Fotos schießt - inzwischen sogar Selfies. Auf das ikonische Einkaufscenter möchte man zwar nicht verzichten, aber immerhin stellt es nur einen Teil der ausschweifenden und frei begehbaren Karte dar. Am allerwichtigsten aber: Nach einem weiterhin Microsoft-exklusiven Dead Rising 3 bin ich überfroh, dass es der vierte Teil ein Jahr nach Xbox One-Release auch auf die PS4 geschafft hat - und das mit sämtlichen DLCs!

 

Danke, MacGyver!

 

Über den Story-Modus gibt es nicht viel zu sagen - wie schon erwähnt, setzt man hier wieder auf Altbewährtes und fährt damit genau richtig. Ähnlich wie in Dynasty Warriors-Ablegern (Berserk z.B.) ist es die reinste Form von Genugtuung in eine Masse von Gegnern reinzuholzen und im Falle von Dead Rising natürlich mit einem geradezu unerschöpflichen Arsenal von gefunden und selbstgebastelten Waffen. Aus einem Maschinengewehr und einem Computer wird ein Lasergewehr. Aus einem Vorschlaghammer und Granaten wird ein Hammer, der bei jedem Aufschlag Explosionen aussendet. Ein Lampion hingegen ergibt in Kombination mit Granaten einen fliegenden Feuerspeier. Selbst Fahrzeuge kann man kombinieren und das ist nur der Anfang - überall in der Spielwelt sind Blaupausen und neue Materialien verteilt und inzwischen braucht Frank nicht einmal mehr eine Werkbank zum Zusammenbasteln. Über so viele Jahre hinweg lernt man offenbar den einen oder anderen Trick. Eins macht aber keinen Unterschied: Egal, ob es eine scharfe oder stumpfe Waffe ist oder ob man einfach mit einem der zahlreichen verschiedenen Fahrzeuge in eine Zombie-Meute hineinfährt - selbst auf einem kleinen rosa Kinderrad mit Stützrädern macht es einfach nur Spaß und Freude.

 

Zombies schlachten und andere Hobbys

 

Die Geschichte an sich ist nicht besser und nicht schlechter als man sie von einem Zombie-Spiel erwarten würde, wie oben aber schon zu lesen ohnehin nebensächlich. Unheimlich viele der Gebäude der Stadt, genauso wie die Läden im Einkaufscenter sind begehbar und verbergen Geheimnisse, wie z.B. versteckte Panic Rooms, deren Schlüssel man zunächst gefunden haben muss. Wenn man nicht gerade auf der Suche nach einem bestimmten Material oder den Anspielungen auf andere Capcom-Titel ist, ist das Erkunden nur grenzwertig interessant, da der Aufbau der Spielwelt sich doch sehr ähnelt - die größten Besonderheiten und außergewöhnlichen Gebäude nimmt man im nicht übermäßig langen Story-Modus mit. Der enthält auch ab und zu einen Bosskampf, die aus früheren Teilen der Reihe bekannten Maniacs hingegen sind größtenteils optional. Einige präsentieren sich recht cool (als durchgeknallter Weihnachtsmann mit Elfenhelfern) und alle haben eine einzigartige Waffe, die man nach dem Kampf aufheben kann, leider wurde ihnen aber nicht wie früher eine eigene Zwischensequenz serviert, wodurch sie schnell in Vergessenheit geraten und nur wie hartnäckige normale Gegner wirken.

 

Spielerfreundlichkeit

 

Der Schwierigkeitsgrad ist genau richtig, um das Spiel genießen zu können, kann aber zwei Mal erhöht werden. Weiterhin wird man auch nicht durch einen lästigen Countdown gestresst, der die nächste Hauptmission einleitet, da dieses Element komplett entfernt wurde. Ebenso muss man keine Toilette mehr aufsuchen zum Speichern, sondern hat automatische Checkpoints / Autosaves, was das Spielerlebnis deutlich flüssiger und angenehmer gestaltet.

 

Zusätzliche Inhalte

 

Die DLCs bieten noch einmal zusätzliche Unterhaltung. Neben Kleinigkeiten, wie sämtlichen normalen Zombies im Spiel riesige Servbot-Köpfe (bekannt aus MegaMan Legends) aufzusetzen, gibt es noch den Minigolfmodus, in dem man mit diversen Waffen einen übergroßen Golfball über ein vor Zombies wimmelndes Spielfeld schlägt. Sehr schön, dass man hier neben einem Online- auch einen lokalen Multiplayer integriert hat, der sogar nur einen Controller erfordert.

 

 

Während das allerdings nicht viel mehr als ein schnell eintönig werdendes Minispiel darstellt, bekommen wir mit Frank Rising sogar ein auf anderthalb Stunden getaktetes Sequel gestellt, das direkt an die Handlung vom Story-Modus anschließt. Als Zombie-Frank streifen wir durch die Straßen der Stadt und versuchen unsere Menschlichkeit wiederzuerlangen. Die verschiedenen Zombie-Angriffe sind zwar nicht sonderlich zahlreich, machen aber als Abwechslung zum Hauptspiel Spaß - die fehlende Fähigkeit neben Waffen auch keine Fahrzeuge benutzen zu können hingegen ist ziemlich lästig, da die Missionen lange Laufwege erfordern. Einen Skillbaum gibt es in diesem Zusatzinhalt auch nicht, die Fähigkeiten von Frank verbessern sich aber mit dem Aufsammeln bestimmter Gegenstände und dem Abschließen von Nebenaufgaben. Oh, und normales Essen fällt für Zombie-Frank natürlich auch raus - er muss seine Kombo so weit hochziehen, bis er sich am Fleisch von Untoten und Lebenden gütlich tun kann.

 

Bildergalerie von Dead Rising 4: Franks Komplettpaket (9 Bilder)

Letzter DLC im Bunde ist der Capcom Heroes-Modus, der in erster Linie zusätzliche Kostüme aus anderen Capcom-Titeln wie MegaMan, Devil May Cry oder Resident Evil beisteuert. Mit dem Starten des Contents beginnt der Story-Modus von vorne mit der einzigen Änderung, dass das Kampfsystem anders funktioniert. Ähnlich wie beim Anlegen eines Exo Suits im Hauptspiel hat man für begrenzte Zeit zu dem jeweiligen Charakter passende Angriffe, mit denen man genussvoll durch die Massen an Untoten holzen kann. Sämtliche Kostüme können zwei Mal aufgestuft werden, um zusätzliche Finisher oder eine dunkle Version davon freizuschalten und an in der Spielwelt aufgestellten Arcade-Automaten können bereits gefundene Kostüme erneut angelegt werden.


Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

Dead Rising 4 fällt zwar unangenehm mit allzu vielen technischen Mängeln in der Grafik und bei den Bugs auf (Zombies stecken in der Wand fest, Frank hängt beim Öffnen von Taschen/Truhen manchmal in einer paar Sekunden anhaltenden Öffnungsanimation fest, die schließlich erfolglos abgebrochen wird, ...), überzeugt aber auch durch Unmengen von gleichzeitig auf dem Bildschirm angezeigten Zombies, die das Bild nicht einmal ruckeln lassen, wenn man mit einem umgebauten Rasenmäher hineinfährt und ihre Körperteile so wie Blut herumspritzen lässt. Die Story wird keinen Pulitzerpreis gewinnen, Franks Dia- und Monologe hingegen sind ebenso witzig wie die zahlreichen weit hergeholten Kombinationsmöglichkeiten bei Waffen und Fahrzeugen. Einige Funktionen, wie das manuelle Speichern an bestimmten Orten oder das ausschließliche Basteln an Werkbänken, wurde im Vergleich zu den ersten Teilen der Reihe zugunsten der Spielerfreundlichkeit ausgebessert, andere Elemente fand ich früher besser - darunter auch das bessere Präsentieren der optionalen Bosse, der "Maniacs", die hier eindeutig untergehen. Die Spielwelt ist groß und weitestgehend zugänglich und obwohl viel zu entdecken ist, wiederholen sich die Fundsachen relativ schnell und ermuntern nicht zwingend zum Durchstreifen der Häuser, Straßen und Geschäfte.

 

Die in der PS4-Version direkt mitgelieferten DLCs sind Nice-to-have, fesseln aber nicht annähernd so lange wie das Hauptspiel. Frank's Rising allen voran ist zwar so kurz wie ein typischer DLC, macht aber gerade aufgrund der hinter der Hauptstory angesetzten Geschichte und der Spielweise aus Sicht des Zombies Spaß. Minigolf ist ein mäßiges Minispiel mit immerhin lokalem Multiplayer und der Capcom Heroes-Modus bietet eine alternative Spielweise der Hauptstory mit Kostümen, Waffen und Angriffen aus anderen Capcom-Titeln, dann aber leider ohne eigentliche Hauptelemente wie das Sammeln und Zusammensetzen von herkömmlichen Waffen.


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positiv negativ
  • Problemlose Darstellung hunderter Zombies auf einmal
  • Zahllose aberwitzige Kombinationsmöglichkeiten von Waffen und Fahrzeugen
  • Frank West ist ein sympathischer und lustiger Protagonist
  • Weite Spielwelt mit zahlreichen Sammelsachen und Verstecken
  • DLC Frank's Rising erweitert die Geschichte gekonnt um rund anderthalb Stunden
  • DLC Capcom Heroes bietet alternative Spielmöglichkeit mit Kostümen & Fertigkeiten aus anderen Capcom-Titeln
  • Technisch mit deutlichen Mängeln wie veralteter Grafik und häufigen Bugs
  • Story ist nicht übermäßig lang und unkreativ
  • Spielwelt bietet nicht genug Abwechslung, um auch nach der Story zu fesseln





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