Dead Space 2

Dead Space 2

Publisher: Electronic Arts
Entwicklerstudio: Visceral Games
Genre: Shooter
Sub-Genre: Horror/Action
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 24.02.2011
USK 18

Dead Space 2   17.04.2011 von Xthonios

2008 überschattete DEAD SPACE unsere Welt. Häufige Symptome einer Infektion waren erhöhte Nervosität, verkrampfte Finger, notorisches Umschauen oder zitternde und unsichere Bewegungen. Besondere Vorsicht war bei Personen geboten, die zögerten, dunkle Räume zu betreten und stets an der Wand entlang liefen. Oftmals zeigten infizierte Objekte auch mehrere Symptome gleichzeitig. Es dauerte lange, bis diese "Krankheit" eingedämmt werden konnte. 2011 droht nun ein neuer Erreger für eine Epidemie zu sorgen: Dead Space 2...

Ich befinde mich in einem Raum. Vor mir ist ein Schreibtisch mit merkwürdigen Zeichnungen. Ein Mann ruft meinen Namen – ISAAC. Er fragt mich nach meinen Albträumen. … Nicole! Für einen Augenblick sehe ich sie im strahlenden Licht vor mir – Die ISHIMURA … Die Bilder ... Diese BILDER. Ich bin in Sicherheit ... Nicole?  Sie ist bei mir. Sie kommt auf mich zu. Ihr Körper ist blutüberströmt ... Ihre Augen ... OH MEIN GOTT  … Ihre AUGEN! NEIN ... Nicole NICHT! Die Welt um mich herum wird schwarz.

 

Ein Licht blendet mich. Ich öffne die Augen. Alles nur ein Traum? Ein Mann leuchtet mir ins Gesicht, ich kenne ihn nicht. Er spricht zu jemandem. Sie haben mich gefunden? Ich schaue mich kurz um.  Ich befinde mich offenbar auf einer Krankenstation. Die Zwangsjacke behindert mich in meinen Bewegungen, so dass dieser Mann mir aufhelfen muss. Er teilt mir mit, dass alles gut wird und ich ihm vertrauen soll. Ich sei in großer Gefahr. Seine Worte ersticken plötzlich, als sich ein knöcherner Stachel durch seinen Brustkorb bohrt und sich sein Gesicht zu einer verzerrten Fratze verzieht.  Ein weiterer Stachel bohrt sich in seinen Schädel und mit einem letzten Röcheln endet sein Leben. So schnell, wie das Monster diesen Mann angegriffen hat, so schnell verschwindet es auch wieder. Er zuckt und ich spüre, wie etwas in seinem Körper zerbricht und sich bewegt. Aus seiner Wunde im Schädel wachsen Tentakel, riesige Klauen durchstoßen seinen Rücken.  Das muss ein verdammter Traum sein! Sein Mund wird von wachsenden Mandibeln förmlich auseinandergerissen. Ich schlage ihn zur Seite, bevor sich die Tentakel in meinen Körper bohren können.  Ich flüchte aus meiner Zelle, während die weibliche Stimme im Mikrofon nach einem Ranco ruft. Der Raum dahinter ist ein Korridor. An den Seiten sind weitere hell erleuchtete Zellen. Die Scheibe der rechten Zelle explodiert in 1000 Einzelteile, als ein deformierter Mensch mit seinen Klauen dagegen schlägt. Ich stolpere über etwas Weiches, im Dunkeln erkenne ich leider nicht, was es ist. Vielleicht ist das auch besser so. Bloß weg von hier. Kurz bevor ich die Tür erreiche, höre ich von der rechten Seite einen grausamen Schrei. Einfach weiterlaufen, nicht drüber nachdenken. Der Korridor endet in einem größeren Raum. Im Schatten vernehme ich ein groteskes Wesen, was sich auf mich zubewegt. Wieder ein langer Korridor mit beleuchteten Zellen. Einige sind blutverschmiert, andere sind leer. Dort hinten wird es heller. Eine Sicherheitstür und ein Schild mit der Aufschrift „Ausgang“. Plötzlich werde ich zu Boden geworfen. Eine Klaue schlägt neben mir in den Boden ein, ein deformierter Körper wälzt sich auf mich. Das Gesicht dieses Wesens spottet jeder Beschreibung. Sabber und Blut tropfen auf meine Kleidung und mein Gesicht. Die Sicherheitstür! Ich versuche, mich zum Notschalter zu bewegen. Der Gestank des fauligen Fleisches nimmt mir fast den Atem. Mit letzter Kraft stoße ich das Monster von mir weg und trete gegen den Schalter. Die Tür schnellt zu und zerteilt das Vieh in zwei Teile. Blut und Gedärme quellen aus dem toten Körper heraus und fallen mit einem lauten Platschen auf den Boden. In Sicherheit – vorerst.

3 Jahre sind vergangen, seitdem Isaac von der Ishimura fliehen konnte und der Marker auf dem Planeten zerstört wurde. Ihr befindet euch in einer Nervenanstalt auf der Raumstation Titan Sprawl, auf der sich das gleiche Schicksal zu wiederholen scheint wie damals auf der Ishimura.  Die zahlreichen Trailer und Reviews erweckten den Eindruck, dass der Nachfolger nun mehr „Shooter-lastig“ werden würde und die Schockeffekte fehlen. Dies trifft jedoch nur bedingt zu. Die Schockeffekte und Momente, in denen man in tiefer Nacht doch lieber beherzt zur Pause greift, sind wie im ersten Teil nervenaufreibend.  Durch das stärkere Zusammenspiel von Licht und Schatten erschafft Visceral Games eine wirklich hervorragende Umgebung, die sowohl lebendig wie auch beängstigend wirkt. Aus den Augenwinkeln sieht man Monster im Schatten verschwinden und oftmals ist die Taschenlampe nur ein kleiner Trost um Licht ins Dunkel zu bringen. Kamen früher Monster im ersten Teil nur sporadisch, sind die Massen der Monster in Dead Space 2 gewachsen.  Während man im ersten Teil ständig einen Munitionsüberschuss verkaufen konnte, sollte man hier beherzt sammeln und horten; das nächste Monster wartet auf Euch. Im zweiten Teil hat sich zudem die Artenvielfalt der Gegner erweitert. Mutierte Kinder – die an Dantes Inferno erinnern – oder Säure spuckende Monster – Singularity? – sowie diverse andere Monster werden Euch das Leben zur Hölle machen. Auch im Gegensatz zum ersten Teil wird hier sogar mehr Taktik von Euch verlangt, da jedes Monster eine andere Schwachstelle hat, die es gilt herauszufinden, um es zu besiegen. Eine klare positive Weiterentwicklung.

Jeder der sich in die Steuerung von Dead Space 1 gewöhnt hat, wird auch im zweiten Teil ohne Probleme seine Fähigkeiten einsetzen können. Denn alles in allem ist die Steuerung gleich geblieben und man kann nahtlos die Geschichte fortführen.

Die Grafik hat sich auf den ersten Blick nicht großartig verändert. Es sind jedoch die Details, die zeigen, dass auch hier durchaus mit der Zeit gegangen wurde. Explosionen, Licht und Schattenspiele und zerstörte Gegenstände sind durchaus detaillierter als im ersten Teil, hier gibt’s in keinster Weise was zu bemängeln. Auch der Sound wird allen Erwartungen gerecht. Unheilvolle Geräusche, krachen von umfallenden Gegenständen, Schmerzensschreie und das Gebrüll der Monster verleihen dem Spiel eine absolute stimmige Atmosphäre.

Die KI zeigt sich ebenfalls intelligenter als im ersten Teil. Gegner bewegen sich in Deckung und schleichen sich in den Rücken von Euch um euch liebevoll ihre Initialen in Euren Rücken zu gravieren.  Die Feuergefechte sind aufgrund der größeren Waffenauswahl und besseren Einsatzmöglichkeit des Kinese-Moduls ein absoluter Spaßfaktor. Körperteile mit dem Cutter abtrennen, aufheben und das Monster mit den eigenen Teilen den Rest geben. Oder lieber dank dem Kinese-Modul ein Stahlträger nehmen und damit das Monster an die Wand tackern? Bitte sehr, alles ist möglich.

Nun aber noch zu einer Neuerung, die sich bestimmt zahlreiche Spieler in Dead Space 1 gewünscht hätten: der Multiplayer-Modus.  Es treten immer vier Techniker gegen 4 Monster an. Die Ingenieure erhalten meist eine Aufgabe, eine Maschine wieder in Gang zu bringen, die Monster versuchen Sie aufzuhalten. Der Modus erinnert ein wenig an den Multiplayer von Singularity. Alles in allem ist der Modus zwar unterhaltsam, aber aufgrund der Stärken der Techniker, wird man als Monster ziemlich häufig seine Körperteile neben sich wiederfinden.  Hier fehlt ein wenig das richtige Balancing.


Das Fazit von: Xthonios

Xthonios

Die wohl wichtigste Frage, die sich jeder Dead Space 1 Spieler stellen wird: Ist Dead Space 2 ein würdiger Nachfolger? Ich sage JA! Trotz meiner anfänglichen Befürchtungen, dass Dead Space 2 ein reiner Ballertitel wird, hat mich das Spiel in den Bann geschlagen und für schlaflose Nächte gesorgt. 14 Kapitel mit einer Spielzeit von 8-10 Stunden werden auch bei Euch wieder für zittrige Hände sorgen. Grafik und Sound sind beeindruckend, die KI sorgt für weitere hektische Momente. Der Multiplayer-Modus ist eher eine Art Zeitvertreib als wirkliche Bereicherung. Wer einfach mal die andere Seite sehen möchte, der wird seinen Spaß haben. Die Story und die einzelnen Charaktere bleiben trotz der packenden Atmosphäre eher blass und im Hintergrund. Auch wenn Isaac jetzt spricht, erledigt man eigentlich doch wieder nur Aufträge und Reparaturen, um von dieser verfluchten Station herunterzukommen. Das Arsenal an Waffen wurde erweitert, jedoch ähneln sich manche Waffen in Ihrer Art und Weise, so dass eine wirkliche Vielfalt doch wieder fehlt. Nichtsdestotrotz: Haltet euch von Freunden fern, die bereits mit dem Erreger in Berührung traten, die Ansteckungsgefahr ist enorm. Das Ende ist nah! Die Epidemie ist nicht aufzuhalten.


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positiv negativ
  • Multiplayer-Modus
  • Waffenarsenal vergrößert
  • Grafik beeindruckend
  • Taktische Kämpfe
  • Sound sorgt für stimmige Atmospähre
  • Intelligente Gegner
  • .. der allerdings nur zum Zeitvertreib dient.
  • .. viele Sekundärfähigkeiten jedoch ziemlich gleich.





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