Fable: The Journey

Fable: The Journey

Publisher: Microsoft
Entwicklerstudio: Lionhead
Genre: Adventure/Rollenspiel
Sub-Genre: Kinect-Adventure
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 12.10.2012
USK 12

Fable: The Journey   22.10.2012 von Xthonios

Erwähnt man das Wort Fable, spitzen zahlreiche Rollenspielbegeisterte die Ohren und lechzen nach mehr Details. Kombiniert man dies mit dem magischen Wort Kinect, schreckt die Gemeinschaft aus verständlichen Gründen auf, wird dieser Begriff fast immer mit irgendwelchen Tanzspielen oder kuriosen Sportspielen verbunden. Ungenaue Steuerung, fehlerhafte Erkennungen und eher frustrierend statt motivierend, sind die gängige Meinung zu diesem kostspieligen Zubehör. Kann Fable: The Journey diese Klischees beseitigen? Dieser Frage wollen wir auf den Grund gehen …

 

Zugegeben, als ich am 14.09. auf dem Xbox Showcase von Microsoft eingeladen wurde und das erste Mal Fable: The Journey bewundern konnte, war ich sehr skeptisch. Kurz zuvor musste ich erst ernüchternd feststellen, dass auch große Marken an der korrekten Kinect-Umsetzung versagen. Ein trauriges Beispiel hier war leider Star Wars Kinect, dass aufgrund der katastrophalen Steuerung einfach kein Spielspaß erzeugen konnte. Aber natürlich gab es auch durchaus positive Umsetzungen, wie beispielsweise Child of Eden oder Kinect Adventures. Nach der ersten Stunde Spielzeit war ich jedoch – entgegen aller Befürchtungen – recht angetan von dem neuesten Fable Ableger. Schauen wir uns das fertige Produkt also genauer an.

 

Auf nach Albion

Wir befinden uns wieder in dem magischen Reich Albion, in dem auch bereits die anderen Fable Teile spielten. In Fable: The Journey spielen wir Gabriel, einen jungen Möchtegernhelden, der jedoch viel zu feige und faul ist, um wirklich etwas Großes zu leisten. Wir sind mit unserem Pferd Seren Teil eines Nomadenvolkes, das auf dem Weg in ein neues Lager ist. Doch es kommt wie es kommt muss: Durch einen unglücklichen Zufall verliert Gabriel den Anschluss an die Gruppe und ist gezwungen, einen Umweg zu nehmen, um so später wieder zu seinem Volk aufschließen zu können. Doch ehe wir uns versehen, nimmt das Schicksal seinen Lauf und wir befinden uns mitten in einem epischen Abenteuer, in dem es um nichts Anderes geht, als unser magisches Reich Albion vor der Vernichtung zu retten. Gemeinsam mit der Seherin Theresa – die wir kurz zuvor aus den Fängen eines altem Bösen gerettet haben – machen wir uns gezwungenermaßen auf den Weg, in der Hoffnung, letzten Endes einfach nur unser Volk wiederzusehen und wieder in Frieden weiterzuträumen. Gleich zu Beginn wird man also so in das Spielgeschehen geworden und wird feststellen, dass dieses Fable mehr als nur ein einfaches Kinect-Spiel ist. Die Geschichte, die musikalische Untermalung und die immer wieder sehr amüsanten Unterhaltungen mit der Seherin verleihen der sonst recht direkten Storyline eine wirklich angenehme Note. Lionhead hat hier eine beeindruckende Handlung geschaffen, die weit über die üblichen Kinect-Spiele hinausgeht und so auch die Skeptiker überzeugen dürfte. Während der gesamten Spielzeit erfährt man diverse Hintergründe über die Geschichte Albions und dem ganzen Drumherum. Abstriche muss man jedoch leider in den Möglichkeiten der freien Entfaltung hinnehmen. Die Geschichte selbst ist sehr gradlinig, viel Platz zur Individualisierung und ein freies Reisen durch das Land bleibt uns leider verwehrt.

 

Ein … ach Nein, zwei Handschuhe sie zu knechten …

Vor dem Start gibt es eine ausführliche – und sehr erheiternde – Einweisung, wo der Kinect-Sensor zu stehen hat, um die bestmöglichen Ergebnisse in der Bewegungserkennung zu gewährleisten. Fable: The Journey erwartet keine athletischen Bewegungen von Euch, sondern bietet Euch an, das gesamte Spielerlebnis von der heimischen Couch zu steuern. Die Abschnitte, in denen die Kinect-Steuerung zum Tragen kommt, könnte man in drei grobe Situationen aufteilen.

 

Die Reise: Hier steuert man auf den Wegen durch Albion den Karren mit Seren. So kann man mithilfe der Zügel die Kutsche beschleunigen, nach links und rechts lenken und leuchtende farblich unterschiedliche Kugeln unterwegs einsammeln, um so z. B. Erfahrungspunkte zu erhalten und seine Fähigkeiten zu verbessern.

 

Rätsel und Raststellen: In den Rätseln muss man meist Dinge mithilfe magischer Handschuhe bewegen oder zerstören, um Räume oder Orte durchqueren zu können. An Raststellen oder optionalen Halts muss man mit den Händen Truhen öffnen, Kerzen anzünden, Äpfel pflücken und Seren füttern oder auch Seren mit zwei Bürsten putzen und Wunden heilen. Im Gegenzug gibt es wieder Erfahrungspunkte. All diese optionalen Situationen sorgen für ein wenig Abwechslung und gewissen Spaßfaktor.

 

Die Kämpfe: Hier ist natürlich ein Großteil der Bewegungen erforderlich. Mithilfe der magischen Handschuhe kann man Lichtblitze (im späteren Verlauf auch Feuerbälle etc.) schleudern, mit magischen Fesseln Gegner oder Gegenstände durch die Gegend werfen und durch die Anhebung eines Arms auch ein Schutzschild zaubern.

 

Positiv ist auch, dass die Abschnitte sich in einer gut abgestimmten Regelmäßigkeit abwechseln, sodass man sich nicht langweilt. Des Weiteren folgen nach entsprechenden Elementen stets eine Unterhaltung oder eine ansprechende Zwischensequenz, die es erlaubt, sich ausreichend zu erholen und gegebenenfalls wieder in Ruhe vorzubereiten. Die Steuerung selbst arbeitet bei ordnungsgemäßer Position des Kinect-Sensors präzise und genau. Vereinzelt kam es beim Spielen zu abrupten Aussetzern, die jedoch dann durch ein komplettes Senken und erneutes Heben der Arme wieder behoben werden konnten.

 

Bildergalerie von Fable: The Journey (8 Bilder)

Was erblickt mein Auge dort am Horizont?

Eines muss man erwähnen: Fable ist trotz der eingeschränkten „offenen“ Welt eine Augenweide. Sowohl grafisch wie auch musikalisch macht The Journey Spaß. Die Reisen durch das Land sind gekennzeichnet von weiten Ausblicken, schönen Lichteffekten und einer dank fable-typischer auditiven Untermalung atmosphärisch erstklassig. Es macht Spaß sich während des Reitens auch mal umzuschauen oder den Zwischensequenzen zuzuschauen. Albions Flair hat auch in diesem Ableger nichts von seinem Charme verloren. Lionhead hat den Vorteil ausgenutzt, den Spieler eben nur in die jeweiligen Gebiete zu manövrieren und so die gesamte Grafik-Engine für dieses Gebiet zu verwenden. Die Charaktere sind detailliert und auch für Abwechselung der einzelnen Gebiete ist gesorgt. Im Zuge der Geschichte reisen wir durch Wälder, düstere Ortschaften, modrige Sümpfe, tiefe Lavahöhlen oder auch einst leuchtende Dörfer, die nun zerstört vor einem liegen. Hier muss man wirklich sagen, gut gemacht Lionhead. Aber auch die deutschen Lokalisierung sollte gehuldigt werden. Hier ist ebenfalls eine großartige Arbeit geleistet worden. Sowohl eine stimmlich abgepasste Betonung wie auch die herrlich erfrischenden Dialoge, oftmals gekoppelt mit Sarkasmus oder Ironie, wirken in jeder Situation absolut echt.


Das Fazit von: Xthonios

Xthonios

Anfangs hatte ich Bedenken, ob Fable trotz des Umstieges auf Kinect wirklich gut werden könnte. Ich für meinen Teil finde: JA! Lionhead ist hier die Verbindung von Kinect-Steuerung und Rollenspiel trotz eingeschränkter Bewegungsfreiheit gut gelungen. Natürlich muss man sich auf dieses neue Konzept einlassen und akzeptieren, dass dieser Ableger nicht Fable II oder III ist. Wer dies zulässt, wird positiv überrascht werden. Grafisch und soundtechnisch kann Fable: The Journey absolut überzeugen, auch die Steuerung ist wirklich gut gelungen. Ebenso die deutsche Sprachausgabe ist sehr gut umgesetzt worden und sorgt zusammen mit den anderen Punkten für ein stimmiges Gesamtpaket und einer tollen Atmosphäre. Für mich ist Fable bis jetzt eines der besten Umsetzungen für Kinect – sowohl grafisch wie auch spieltechnisch. Trotz einiger kleinerer Mängel gebührt Lionhead mein Respekt für den Mut und die gelungene Umsetzung.


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positiv negativ
  • Gelungene Atmosphäre / Grafik
  • Gute Erkennung der Bewegungen ...
  • Spannende Bosskämpfe
  • Schöne Story
  • Fable-typischer Soundtrack
  • Gute Spielzeit (10 Std+)
  • Herrlich frischer Humor
  • Deutsche Sprachausgebe gut gelungen
  • Sehr lineare Storyline
  • ... die jedoch manchmal Aussetzer hat
  • Rätsel zu einfach
  • Keine echte Charakterentwicklung





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