Heil

Heil

Originaltitel: Heil
Genre: Komödie • Satire
Regie: Dietrich Brüggemann
Hauptdarsteller: Benno Fürmann
Laufzeit: DVD (100 Min)
Label: Warner Home Video
FSK 12

Heil   17.12.2015 von Born2bewild

Nach seinem scharfen Auftritt als Wasabi in Baymax haben wir den Synchronsprecher und Schauspieler Daniel Zillmann im Auge behalten und sind so auf den Film Heil gestoßen. Ob Dietrich Brüggemanns Gewürzmischung aufgeht, erfahrt Ihr in unserem Review…

 

Prittwitz ist ein kleines Nest in Brandenburg. Die Zustände hier sind katastrophal und das merkt vor allem der Polizist Sascha (Oliver Bröcker), der tagtäglich versucht gegen die ansässigen Neonazis vorzugehen. Sobald er einen Erfolg vermelden kann, tritt ihm auch schon wieder der Bürgermeister auf die Füße und wirft ihm vor, dass durch seine spektakulären Aktionen der gemeine Nazi nur das bekommt, was er möchte: öffentliche Aufmerksamkeit. Wenn es nach dem Bürgermeister geht, so würde er das Problem mit den Rechten gerne totschweigen, denn dann, so denkt er, würde sich das Ganze von selbst erledigen.

 

Währenddessen lebt der afrodeutsche Schriftsteller Sebastian Klein (Jerry Hoffmann) im Klinsch mit seiner schwangeren Freundin Nina (Liv Lisa Fries). Die zwei streiten sich mal wieder, weil er auf Grund des Erfolges seines neuesten Buches ständig in irgendwelchen Talkshows unterwegs ist und Fanpost von einer Menge Frauen bekommt. Mit dabei ist auch eine seiner Ex-Freundinnen und Ninas größte Angst ist, dass er sie verlässt und zu seiner Ex zurückkehrt.

 

In Prittwitz steht die von Sven (Benno Fürmann) angeführte rechte Bande unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Aber nicht nur das, die Mitglieder stehen auch als V-Männer auf der Gehaltsliste der Beamten. Sven hat große Pläne. Er möchte die Herrschaft über Deutschland erlangen und anschließend in Polen einmarschieren. Hierbei kommt ihm der Zufall zu Hilfe. Seine beiden strohdummen Helferlein schlagen den in Prittwitz  gastierenden Sebastian Klein nieder, der durch den Schlag sein Gedächtnis verliert und sich von da an wie eine Marionette verwenden lässt.

 

Als Nina einen sehr merkwürdigen und rechtspopulistischen Anruf von ihrem Göttergatten erhält, dreht die arme völlig am Rad, steigt in ihr Auto und macht sich auf den Weg nach Prittwitz um ihren verschwundenen Freund zu retten. Dabei stößt sie bei einer Verkehrskontrolle auf den niedergeschlagenen Polizisten Sascha, der auf Grund diverser Situationen mit den ortsansässigen Nazis sein Handtuch als Polizist schmeißt. Er beschließt der hochschwangeren Frau zu helfen.

 

Wird es dem Duo gelingen, den verwirrten Autor wiederzufinden und zur Vernunft zu bringen? Gelingt es dem durchgeknalltem Sascha, mit seiner Gruppe die Herrschaft an sich zu reißen oder wird der Verfassungsschutz ihn einbremsen?

 

Heil ist sehr schwierige Kost. Der Film ist sehr übertrieben und wirkt an einigen Stellen schon zu lächerlich. Das Ganze hat schon eher comichafte Züge. Auf der einen Seite denkt man sich wie blöd doch alle sind. Auf der anderen Seite gehört aber auch schauspielerisch einiges dazu, um seinen Charakter so bescheuert darzustellen. Ein Musterbeispiel hierfür ist der bei mir seit Baymax sehr beliebte Schauspieler Daniel Zillmann, der meiner Meinung nach den größten Vollidioten im Film verkörpert.

 

Zwar geht es primär um die rechten Gruppierungen, aber nicht nur die bekommen ihr Fett weg. Auch ihre Gegenspieler in Form der Antifa, des Verfassungsschutzes, der Medien und auch die Politik werden im Film durch den Kakao gezogen und damit kritisiert. Auch wenn der Film auf den ersten Blick sehr schwachsinnig wirkt, so hat Dietrich Brüggemann hier ein relativ gutes und auch selbstironisches Konzept entwickelt, das auf eine sehr skurrile Art und Weise aufgeht.

 

Bildergalerie von Heil (10 Bilder)

Die Bildqualität ist für eine DVD sehr gut gelungen und auch der Kontrast passt. Auffällig ist aber vor allem der gut abgemischte Surroundsound, der sehr klar aus allen Kanälen klingt. Negativ ist dann aber wiederum, wenn man die DVD nur in Stereo anschaut. Dann sind die Schwankungen was die Laustärke angeht recht groß und man ist immer wieder am lauter und leiser stellen. Als Extras gibt es ein paar Hintergrundinformationen und Einblicke in die Produktion.


Das Fazit von: Born2bewild

Born2bewild

Alex:

Irgendwie bin ich mir selbst einen Tag nachdem ich Heil gesehen habe immer noch nicht sicher, ob ich den Film scheiße oder gut finden soll. Auf der einen Seite ist er in großen Teilen sehr überzeichnend und lächerlich, wirkt dann aber durch die selbstironischen Cameos von Regisseur Dietrich Brüggemann sehr sympathisch. Der Film soll zum Nachdenken anregen und extreme Gruppierungen sowie die Verfehlungen von Verfassungsschutz und Politik kritisieren und das gelingt im Großen und Ganzen ganz gut. Dennoch ist der Film meiner Ansicht nach etwas zu übertrieben und es gibt Stellen, die ich lieber übersprungen hätte. Er hat mich auf seine sehr merkwürdige Art und Weise trotzdem gefesselt. Der Film bewegt sich durch eine Art Tabuzone und beantwortet die Frage „Darf man über Nazis lachen?“ klar mit einem „Ja“. Auch wenn er auf den ersten Blick nicht so wirkt, benötigt man weitaus mehr Grips als die Charaktere aus dem Film, um seine Botschaft zu verstehen und zu verarbeiten. Von der Alterseinstufung her würde ich eher 16 Jahre empfehlen, da der Film zwar von der Brutalität her im Rahmen bleibt, allerdings einen relativ reifen Geist voraussetzt. Ich für meinen Teil entscheide mich wertungstechnisch für die Mitte mit 5/10 Punkten, da er schon sehr speziell ist und ich mich vom Bauchgefühl her sehr zwischen den Extremen „gut“ und „kranke Sch…“ befinde.


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