Kleine Morde

Kleine Morde

Genre: Drama • Thriller
Regie: Adnan G. Köse
Hauptdarsteller: Paul Falk
Laufzeit: DVD (90 Min) • BD (94 Min)
Label: Studiocanal
FSK 16

Kleine Morde   23.05.2014 von Zahnfee

Kinder, die ihr 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sind in Deutschland schuldunfähig und können nicht vor einem normalen Strafgericht für Vergehen belangt werden. Doch wie wird unser Rechtssystem in Zukunft aussehen? Wird diese Grenze für die Strafmündigkeit bestehen bleiben? Genau mit dieser Frage beschäftigt sich Adnan G. Köse in seinem Werk Kleine Morde

 

Martin Brinkhoff (Paul Falk) wächst in einer Gesellschaft auf, in der auch Kinder für ihre Taten vor Gericht verantwortlich gemacht werden können. Sein Vater (Uwe Ochsenknecht) ist ein angesehener Richter, der gerade in einem Aufsehen erregenden Fall um einen Kinderschänder den Vorsitz geführt hat. Kurz nach Martins 13. Geburtstag wird ein kleiner Junge ermordet aufgefunden und Martin ist der letzte Mensch, der ihn noch lebend gesehen hat. Aus Angst davor, ins Visier der Behörden zu geraten, drängt er seinen besten Freund Viktor (Jimi Blue Ochsenknecht) zu einer Falschaussage, um ihm ein Alibi zu verschaffen.

 

Im Gegenzug dafür verspricht Martin, den Behörden nichts von den Gewalttätigkeiten Viktors gegenüber seiner Ex-Freundin zu sagen. Doch durch den Fund von Martins alter Kamera und den darauf befindlichen Bildern des Opfers in Verbindung mit seinen Fingerabdrücken am Tatort, spitzt sich die Lage für Martin sehr bald zu. Viktor macht einen Rückzieher bei seiner Aussage und glaubt sich in Sicherheit. Doch schon bald wendet sich das Blatt auch gegen ihn.

 

Kleine Morde bewegt sich zwischen Dystopie und Psychogramm, das in einigen Ansätzen an Clockwork Orange und 1984 erinnert. Dem Zuschauer wird hier eine sehr düstere, aber auch verwirrende Vision der Zukunft präsentiert, in der selbst Kinder bei einem Tatverdacht vor Gericht gestellt werden können. Regisseur Köse probiert dabei nicht nur, die Schuldfrage am Mord des kleinen Jungen zu klären. Er versucht, mehrere, parallel laufende Handlungsstränge unter einen Hut zu bekommen, verzettelt sich dabei aber immer mehr, je weiter der Film fortschreitet.

 

Unter den Darstellern finden sich namhafte deutsche Schauspielgrößen wie der verstorbene Günther Kaufmann, Uwe Ochsenknecht, und Ann-Kathrin Kramer, deren Talent hier allerdings unter der Last der vielen Themen und Überschneidungen kaum zum Tragen kommen kann. Einzig Paul Falk schafft es, seiner Rolle bis zum Ende hin einigermaßen überzeugend Leben einzuhauchen.


Bildergalerie von Kleine Morde (9 Bilder)

Technisch präsentiert sich der Film im Format 1.85:1 mit einem überwiegend rauschfreien Bild. Die Farbkontraste sind angenehm und nicht übersteuert, der Schwarzwert ist gerade in den dunkleren Szenen harmonisch und ermöglicht es, das Geschehe auch bei schlechter Beleuchtung gut zu verfolgen. Epileptiker sollten die ersten Filmminuten meiden, da Bildverzerrungen und Stroboskop-Effekte als Stilmittel eingesetzt werden. Der Ton ist frontlastig und nimmt die Bässe nur an einigen wenigen Stellen in Anspruch. Das Verhältnis zwischen Musik und Ton ist angenehm, die Dialogszenen werden nie übertönt.


Das Fazit von: Zahnfee

Zahnfee

Kleine Morde ist ein sehr ambitionierter Film, der zu viel will und deshalb nichts wirklich schafft. Eigentlich sehr schade, denn das Thema alleine ist pures Dynamit und sowohl interessanter als auch mutiger Stoff für einen Film. Doch Regisseur Köse hat sich so viel vorgenommen, dass er sich letztlich mit der Darstellung von Klischees begnügen muss, und damit sein eigenes Werk ein Stückweit unglaubwürdig macht. Da hilft leider auch die Batterie guter Darstellern nichts, die er für diesen Film aufgefahren hat. Wie schon andere Filme vor ihm polarisiert auch Kleine Morde stark, deshalb gilt auch hier die Devise: selbst anschauen und Meinung bilden. Euch viel Spaß dabei!


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