Lamplight City

Lamplight City

Publisher: Application Systems Heidelberg
Entwicklerstudio: Grundislav Games
Genre: Adventure
Sub-Genre: Point&Click
Art: Lowprice
Erscheinungsdatum: 13.09.2018

Lamplight City   23.09.2018 von VanTom

Polizisten müssen sich auf ihre Partner verlassen können. Was passiert, wenn der Partner im Einsatz stirbt, wurde schon in viele Serien oder Filmen thematisiert. Die Variante, welche im neuen Adventure Lamplight City ist allerdings ungewöhnlich. Ermittler VanTom hat sich das Spiel angesehen und berichtet von seinen Eindrücken.

 

Das Pixelart-Adventure beginnt mit einer Kutschfahrt. Der Spieler sieht die beiden Polizisten auf ihrem Weg zum Einsatz. Da es sich also um keinen Polizeiwagen handelt mit leuchtenden Lampen spielt das Spiel wohl nicht in der Jetztzeit. Diesen Eindruck hat auch die Titelgrafik gemacht, bei der ein Luftschiff an einem dunklen Nachthimmel stand. Einer der Polizisten macht einen schlafenden Eindruck. In dem folgenden Gespräch erhält der Spieler ein wenig weiteren Hintergrund. Die Kutsche bringt den Spieler in die Einführung. Die Geschichte spielt in der Stadt New Bretagne. Hier gilt es den ersten Fall zu ermitteln. In den Blumenladen von Frau Hanbrook wurde eingebrochen. Sehr schnell lernt der Spieler dabei das zentrale Element des Spiels kenne, das Notizbuch der Hauptfigur Miles Fordham. Fortham ist einer der beiden Polizisten. Das Notizbuch ist in vier Bereiche unterteilt. Im ersten Bereich, oder Tab, findet sich eine Zusammenfassung des aktuellen Falls, sowie der aktuell offenen Punkte. Im zweiten Bereich finden sich Hinweise oder fallrelevante Gegenstände. Der dritte Tab wird erst später in einem Fall interessant, da hier die Verdächtigen auftauchen. Meist kann es mehrere geben und der Spieler muss am Ende eines Falls entscheiden, wer denn der Täter war. Im letzten Bereich finden sich Dokumente, welche der Spieler gefunden hat. Zunächst sprechen mein Kollege, Bill Ledger, und ich mit der Ladenbesitzerin. Dabei ergeben sich die ersten Hinweise und auch eine neue Aufgabe, welche automatisch in das Notizbuch eingetragen wird. So wird festgehalten, dass drei Lieferungen Osterlillien gestohlen wurden, aber auch das entsprechende Geld zurückgelassen wurde. Zum einen ist es natürlich merkwürdig, dass nun gerade Blumen gestohlen wurde, zum anderen aber auch, dass Geld zurückgelassen wurde. Dies spricht ja für einen Verbrecher mit Gewissen, oder? Weiterhin erfahren wir, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt überhaupt in den Laden zukommen. Da gibt es die Eingangstür, welche fest verschlossen war und ein Fenster im ersten Stock. Dafür haben wir die Aufgabe erhalten, nach einem Eingang in den ersten Stock zu suchen. Also eile ich in den ersten Stock und finde das besagte Fenster. Es sieht aber verschlossen aus, also wird es Zeit für ein kleines Experiment. Dazu müssen wir einen langen Gegenstand finden, welcher nicht wie typisch im Inventar verschwindet, sondern in der Liste von Hinweisen. Ein Inventar im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Jedenfalls gelingt es Fortham in einem kleinen Minispiel den Verschluss des Fenstern zu öffnen. Damit haben wir ermittelt, wie der Täter in den Laden gekommen ist. Als nächstes Vernehmen wir einen weiteren Charakter, welcher voll in Englisch vertont ist. Jedenfalls wird nun ganz klar, dass wir dem Dieb eine Falle stellen wollen. Leider geht diese Aktion schief und dramatische Dinge geschehen, bei denen der Dieb entkommt und sich einem schlimmeren Verbrechen schuldig macht. Es gelingt ihn meinem Partner als Geisel auf dem Dach als Geisel zu nehmen. Hier kann ich nun mit meiner Waffe auf den Dieb schießen oder mit ihm verhandeln. Das Resultat ist allerdings gleich, da Bill bei der Aktion in den Tod stürzt.

 

Damit hat meine Spielfigur einen tragischen Schicksalsschlag zu verarbeiten. Drei Monate treffen wir ihn wieder. Er hat sich verändert und ist auch nicht mehr bei der Polizei, sondern arbeitet als bezahlter Detektiv. Von Bill ist ihm nur die Erinnerung geblieben. Tja, wenn es mal so einfach wäre. In der Tat hört unser Freund Fortham Bill in seinem Kopf und sie führen Konversationen als wäre Bill nicht tot. Allerdings ist Fortham der einzige, der diese Stimme hört und er nimmt starke Schlafmittel um die Stimme in seinem Kopf zum Schweigen zu bringen. Seine Ehe läuft wegen den Drogen auch eher schlecht als Recht, da seine Frau das Gefühl hat, dass er etwas vor ihr verheimlicht. So schaut sich der Spieler erst einmal in der Wohnung um und bekommt viele Beschreibungen angezeigt. Es gibt allerdings keine Hotspotanzeige. Diese ist aber auch nicht notwendig, da alle wichtigen Elemente in einer Szene gut zu erkennen und zu finden sind. Sind Punkte zum Interagieren da, so wechselt der Cursor. Somit geht die Steuerung hauptsächlich über die linke Maustaste. Mit der rechten Maustaste kann das Notizbuch geöffnet werden. Zuhause können wir auch immer die Zeitung, die New Bretagne Gazette“ betrachten, welche uns auch sogleich das Datum mitteilt. Das Spiel spielt 1844 in einer fiktiven Steampunk-Stadt. Es gibt Luftschiffe und die Menschen haben Angst, dass sie von Dampf angetrieben Maschinen ersetzt werden. Es gibt auch Sklaverei und wir bekommen nicht immer die schönsten Gebieter der Stadt gezeigt. Durch die Zeitung erhält der Spieler auch Rückmeldungen dazu, wie ein Fall gelöst wurde. Insgesamt gibt es 5 Fälle zu lösen, welche alle eher erwachsen daherkommen. Somit ist Fortham damit beschäftigt, bei den Fällen mit den richtigen Leuten zu sprechen und die Hinweise zu einem Gesamtbild zusammenzusetzen. Diese Gespräche und Hinweise führen dann zu einem Täter. So kann es vorkommen, dass wir zu schnell Versuchen einen Fall zu lösen und einen Täter zu Unrecht beschuldigen. Je nachdem kann es durchaus Unterschiede im folgenden Spiel kommen. Es ist auch möglich, dass wir Gesprächspartner so sehr gegen uns aufbringen, dass sie nicht mehr mit uns sprechen wollen. Dadurch kann ein Fall auch unlösbar werden. Damit ist das Spiel aber nicht vorbei, sondern kann weitergespielt werden, allerdings natürlich ohne, dass der Fall gelöst wurde. Die eigentliche Hauptaufgabe ist aber den Mörder unseres Partners zu finden.

 

Das ganze Spiel und die Fälle sind sehr interessant aufgebaut und es macht Spaß den einzelnen Spuren zu folgen. Dabei bekommt der Spieler immer wieder einen verstörenden Blick auf die Welt. Wie treffen dabei auf eine Adelige, welche ihre Sklaven quält, wenn sie keiner beobachtet. In dieser Welt gibt es Voodoo und andere mysteriöse Dinge. Wir treffen auf Menschen, welche gegen den Fortschritt in Form von Luftschiffen und Dampfmaschinen sind. Der Spieler bekommt Probleme in seiner Ehe und muss sich mit dem Quälgeist in seinem Kopf auseinandersetzen. Das Spiel wirft uns immer wieder interessante Happen hin. Wichtig ist aber auch immer wieder mit den anderen Charakteren zu sprechen, auch mit dem sprechenden Papagei.

 

Bildergalerie von Lamplight City (11 Bilder)

Der Entwickler, welcher hinter Shardlight stand, hat hier einen guten Job gemacht. Es spielt sich tatsächlich wie ein L.A. Noire, nur halt in Pixelgrafik und einem anderen Universum. Die Grafik gefällt wirklich und auch die Gespräche, bei denen die Köpfe der Beteiligten zu sehen, sehen schick aus. Die Musik passt zum Spiel. Die Gespräche in Englisch sind gut vertont. Allerdings hakt die deutsche Übersetzung der Texte noch. So kann es immer mal vorkommen, dass Texte noch in Englisch dargestellt werden. Insgesamt geht das aber in Ordnung. Der Entwickler und Publisher sind aktuell sehr aktiv was Patche betrifft. Das Spiel ist sehr interessant und es fällt dem Spieler schwer eine Pause zu machen, da die Fälle sehr spannend und überraschend geschrieben sind. Sicherlich ist auch ein gewisser Wiederspielwert gegeben, wenn der Spieler einfach jemanden anderen als schuldig melden will.


Das Fazit von: VanTom

VanTom

Bei Lamplight City handelt es sich um ein großartiges Point&Click-Spiel was das ganze Thema etwas anders angeht. Die geschilderte Welt ist interessant und düster. Die Ermittlung zu den Fällen macht ebenfalls Spaß und ist abwechselnd genug, da sich wirklich Dinge ändern. Auch die Möglichkeit, dass Gesprächspartner nicht mehr mit einem Reden wollen, macht das ganze spannend. Zeigt mal beim Anwalt die Asche einer Verstorbenen. Das Spiel hat durchaus Humor und nimmt sich selbst nicht zu ernst. Insgesamt kann das Spiel Detektiv-Fans und Fans von Retro-Adventures empfohlen werden.


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positiv negativ
  • Sehr schöne Retro-Grafik
  • Gute Vertonung
  • Spannende Geschichte und Fälle
  • Düstere Stadt
  • Noch nicht komplett in Deutsch
  • Keine Hotspotanzeige
  • Manchmal nicht ganz klar mit wem noch gesprochen werden muss





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