Martial Arts - Volume 1

Martial Arts - Volume 1

Originaltitel: American Shaolin / The Power Within
Genre: Action
Regie: Lucas Lowe / Art Camacho
Hauptdarsteller: Reese Madigan, Trent Bushey / Ted Jan Roberts ...
Laufzeit: 102 Minuten / 93 Minuten
Label: Voulez Vouz Films
FSK 16

Martial Arts - Volume 1  26.09.2010 von Diaboli

Außen Pfui, innen hui? Wer kennt diesen Spruch nicht? Und nur zu oft behält er recht: Sei es der nette Charakter eines Menschen, dem man ihm nach Blick auf dessen Äußeres nicht zugetraut hätte, oder einfach nur die leckeren Ravioli, die ausschauen wie schonmal gegessen. Ob es diesem Filmpaket auch gelingt, uns zu überraschen? Wir werden es herausfinden...


Voulez Vouz Film machen es erneut. Wie schon bei "Subspecies 3" haben das Cover und der Titel des Films nichts mit dem Inhalt auf der Disc zu tun. Vielmehr wird hier versucht, mit abgedroschenen Phrasen doch noch eine wenig die Werbetrommel zu rühren. Warum man die beiden Filme American Shaolin in "Shaolin from America" und Power Man - Der Ring der Macht in "Karate Boy" unbenennen musste, bleibt wohl ein Geheimnis des Labels. Aber wie gesagt, ist es das Innere, das zählt...und das kann sich leider ganz und garnicht behaupten. Von den Filmen wie auch der Umsetzung.


"Shaolin from America" erzählt die Geschichte des amerikanischen Teenagers Drew Carsen, der bei einem Kickboxkampf von seinem Rivalen besiegt und damit lächerlich gemacht wird. Also beschliesst er, in einem buddhistischen Kloster zu einem richtigen Shaolin ausgebildet zu werden. Als besonnener Kämpfer kehrt er zurück, um sich Trevor noch einmal zu stellen - Doch dieses Mal, um zu siegen! Das hört sich nach dem kleinen 1mal1 des Drehbuchschreibens an, und das ist es auch. Der Film ist vorhersehbar und erinnert stark an ähnliche Filme, die in den 80ern ja sehr populär waren. Die Kämpfe sind mäßig choreographiert, der Rest des Films ist einfach mächtig fad, unglaubwürdig und immer wieder durchzogen von müden Kalauern, die einem ab und an ein Lächeln aufs Gesicht zaubern könnten, wenn man nicht vorher schon eingeschlafen wäre. 
 


"Karate Boy" ist der kläglich gescheiterte Versuch, einen Martial-Arts-Film für Kinder zu drehen. Die halbwegs brauchbar choreographierten und gefilmten Kampfszenen werden von einer völlig lächerlichen Story zusammengehalten, die wohl selbst einem Sechsjährigen zu anspruchslos wäre. Der 16-jährige Loser Stanley hat weder Erfolg in der Schule noch bei den Frauen und bezieht ständig Prügel, bis ihm von einem alten Asiaten ein geheimnisvoller Ring vermacht wird, der Stanley in nullkommanix zur superfightenden Intelligenzbestie mutieren lässt. Zu dumm nur, dass der größenwahnsinnige Raymond Vonn hinter dem Ring her ist, denn er hat das identische Gegenstück dazu, und beide Ringe vereint würden ihn unbesiegbar machen. Nervige Charaktere, grauenhaftes Overacting und allgemein gähnende Langeweile bestimmen die Szenerie. Da rettet auch der überflüssige Cameo von Don "The Dragon" Wilson nichts mehr. 

Beide Filme liegen auf der DVD im Vollbildformat vor, also trüben keine schwarzen Balken am oberen und unteren Bildschirmrand den "Filmgenuss". Während "Shaolin from America" alle typischen Alterserscheinungen eines Films aus den 80ern zeigt (die Farben sind zwar einigermaßen kräftig, aber der Kontrast ist etwas steil, die Schärfe allenfalls Mittelmaß und immer wieder gibt es kleinere und größere Verschmutzungen, unsaubere Klebestellen und andere Filmschäden) liefert "Karate Boy" die typischen Bildwerte einer 90er-Jahre-TV-Produktion (gut aber Nichts, was einem Freudenschreie entlockt). 

Beim Ton wirds dann lustig. Ich habe die Filme im Original angeschaut. Bei "Shaolin from America" ist hier noch alles im grünen Bereich. Aber bei "Karate Boy" läuft die englische Tonspur den kompletten Film über (!) minimal asynchron. Es ist wirklich nur ein Sekundenbruchteil, aber es fällt trotzdem auf. Da der Film aber eh Mist ist, macht dies den Kohl auch nicht mehr fett. 


Das Fazit von: Diaboli

Diaboli

Ich kann zu dieser DVD leider keine Empfehlung aussprechen. Die Filme sind langweilig und wurden so ähnlich schon tausendmal gemacht und zwar besser. Das Bild lässt einen erschaudern, und der Ton tut sein übriges. Das Wendecover und die Trailer sind zwar nettes Beiwerk, reissen aber Nichts raus und somit bleibt der Karren im Dreck stecken. Nur wer ein absoluter Überfan von Karatefilmen ist, sollte hier einen  Blick riskieren, alle anderen machen einen großen Bogen darum. 




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