Marvel's Guardians of the Galaxy: TTS (Episode 1)

Marvel's Guardians of the Galaxy: TTS (Episode 1)

Publisher: Telltale Games
Entwicklerstudio: Telltale Games
Genre: Adventure
Art: Lowprice
Erscheinungsdatum: 18.04.2017
USK 12

Marvel's Guardians of the Galaxy: TTS (Episode 1)   09.05.2017 von Mario von Czapiewski

Im Zuge der Kinoveröffentlichung von Guardians of the Galaxy Vol.2 hat Telltale Games ein passendes Spiel dazu entwickelt. Mit Guardians of the Galaxy – The Telltale Series startet das inzwischen sehr bekannte und beliebte Entwicklerstudio eine eigene kleine Spieleserie, die Fans der galaktischen Superhelden ansprechen soll. Nun ist die erste Episode (von insgesamt fünf) erschienen und wir haben sie uns angeschaut und durchgespielt.


Nachdem die fünf Guardians in einem aufwendigen Kampf den Tyrannen Thanos besiegt haben, kommt Anführer Starlord in den Besitz eines mysteriösen Artefakts, welches unbekannte Kräfte zu beherbergen scheint. Auch eine Kriegerin namens Hala ist hinter diesem Objekt her und fordert die Guardians heraus.

 

Bei Guardians of the Galaxy – The Telltale Series handelt es sich wie bei den Vorläufern um ein simples Adventure, das vornehmlich durch animierte Zwischensequenzen und vereinzelte Quick-Time-Events sowie Dialogentscheidungen seine Handlung fortführt. Die erste Episode erscheint einzeln und es ist möglich, optional einen Season Pass zu erwerben, mit dem man ähnlich einem Abo die weiteren vier Episoden beim Erscheinen erhält. Jede Episode umfasst eine Spielzeit von ungefähr 90 bis 120 Minuten. Verfügbar ist momentan nur Episode 1 - die restlichen werden folgen.

 

Und so spielt es sich

 

Die erste Episode zeigt relativ schnell, dass Telltale Games ihrer erfolgreichen Linie treu bleiben. Das heißt, man klickt sich meist durch animierte Zwischensequenzen und hat an speziellen Stellen Einfluss auf den Dialog. So hat man meist die Wahl zwischen drei oder vier Antwortmöglichkeiten, die in unterschiedliche emotionale Richtungen gehen. Diese Wahl kann Auswirkungen auf spätere Situationen haben und die Geschichte potentiell leicht verändern. Zusätzlich dazu werden Kampfszenen mit Quick-Time-Events versehen, die dem Spieler einen Einfluss auf das Spielgeschehen suggerieren. An wenigen Stellen ist es sogar möglich eine Figur (im Falle der ersten Episode: Starlord) zu steuern und eine begrenzte Umgebung zu erforschen.

 

Neues altes Spiel

 

Das größte Manko an Guardians of the Galaxy ist die hoffnungslos veraltete Grafik, die selbst in dem comic-artigen Look, in welchen man die Guardians verfrachtet hat, nicht besonders hübsch aussieht. Die Animationen sind teilweise sehr hölzern und auch die Framerate ruckelt oft munter vor sich her. Für ein Spiel, das sich teilweise gleichzeitig als eine Art „Animationsfilm“ verkauft, ist dies ein Armutszeugnis und eigentlich dem Jahre 2017 nicht mehr würdig. Fans von Telltale-Spielen werden dies sicherlich noch eher verschmerzen können, dennoch wäre ein technischer Fortschritt spätestens jetzt wünschenswert gewesen.

 

Spielerisch waren Telltale-Spiele nie besonders anspruchsvoll. Auch das sollten Videospiel-Fans wissen, bevor sie sich (vielleicht aufgrund der Lizenz) auf so ein Spiel einlassen. Wer Quick-Time-Events verabscheut und harte Adventure-Kopfnüsse erwartet, sollte um dieses Spiel einen Bogen machen.

 

Die besseren Guardians?

 

Im Gegensatz zu den technischen Defiziten, zeigt die Handlungseinführung in der ersten Episoden deutlich positivere Ansätze. Obwohl diese Telltale-Spieleserie nicht zum offiziellen Marvel-Kanon gehören und eine völlig eigene, abgekapselte Geschichte erzählen wird, fängt man den Charme und den Humor des ersten Guardians-of-the-Galaxy-Films erstaunlich gut ein. Während der aktuelle zweite Kinofilm sich eher in eine Gag-Parade bzw. in eine ironische Slapstick-Richtung entwickelt hat, weiß die erste Episode der Telltale-Serie sehr gut mit vereinzelten, humorigen Einlagen umzugehen und vergisst dabei nicht auch inhaltliche Spannung zu bieten. Somit macht die erste Episode Lust auf mehr und versteht es mit einem spannenden Cliffhanger Interesse an der Handlung der Serie zu wecken.

 

Yay or nay?

 

Comicfans, die Bock auf eine neue Geschichte der Guardians of the Galaxy haben, sollten in die neue Telltale-Serie auf jeden Fall reinschauen. Auch wenn die Technik hoffnungslos veraltet ist, fängt die Serie inhaltlich doch sehr passend den Spirit der Comic- sowie Filmvorlage ein. Videospieler hingegen sollten sich einen Kauf gut überlegen. Technisch ist das Spiel extrem rückständig, spielerisch unspektakulär und vom Spielinhalt überschaubar sowie mit Wartezeiten zu den nächsten Episoden versehen.

 

Bildergalerie von Marvel's Guardians of the Galaxy: TTS (Episode 1) (8 Bilder)


Das Fazit von: Mario von Czapiewski

Mario von Czapiewski

 

Guardians of the Galaxy – The Telltale Series ist eine weitere Version der allseits bekannten Adventure-Spiele von Telltale Games – diesmal mit Superhelden-Lizenz. Inhaltlich für Fans durchaus ansprechend, repräsentiert die erste Episode der Serie ein technisch hoffnungslos veraltetes und spielerisch anspruchsloses Videospiel im Jahre 2017. Wer die Telltale-Spiele mag, bekommt mehr vom alten und nichts neues, wer ein ernsthaftes Videospiel sucht, sucht woanders.


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positiv negativ
  • interessante Geschichte
  • passender Humor
  • (für Casual-Gamer) einfaches Spiel
  • rückständige Grafik
  • unschöne Animationen
  • kurze Episoden
  • wenig Herausforderung





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