Menara

Menara

Genre: Brettspiel • Stapelspiel • Geschicklichkeit • Taktik
Autor: Oliver Richtberg
Illustrator: Sébastien Caiveau
Spieleverlag: Zoch
Empfohlenes Alter: 8
Spieldauer: 45 Minuten
Anzahl Spieler: 1-4

Menara   23.11.2018 von Born2bewild

Wem Jenga zu einfach oder zu eintönig ist, der begibt sich mit Menara zum mystischen Tempelbau. Hier müssen die Spieler anhand von Bauplankarten vorgehen und für Fehlgriffe weitere Etagen errichten. Ob dieses Spielprinzip aufgeht oder nur für Einstürze gesorgt hat, erfahrt Ihr in unserem Review…


Das Material und die Vorbereitung

 

Menara wird im quadratischen Standardkarton ausgeliefert, der im Inneren ausreichend Platz für das Spielmaterial bietet. Dieses ist anfangs in vier Stanzbögen und einem wiederverschließbaren Beutel untergebracht. Außerdem gibt es noch ein schwarzes Baumwollsäckchen. Die Bauplan- und Etagenkarten sind als ein Stapel in einer Folie eingeschweißt. Vor dem ersten Spiel müssen natürlich alle Kartonteile herausgedrückt werden und das Camp zusammengebaut werden. Das ist eine Art Vorrat für sechs der sechsundsiebzig Holzsäulen, die für den Bau des Tempels benötigt werden. Dann kann es auch schon an den eigentlichen Spielaufbau gehen.

 

Als Erstes werden alle Säulen in das Baumwollsäckchen gefüllt. Dieses wird später zum Nachziehen benötigt. Sechs Säulen werden schon einmal herausgezogen und im Camp untergebracht. Die Tempelböden werden gemischt und als Stapel bereitgelegt. Die drei obersten werden gezogen und als Fundament des Tempels positioniert. Dabei müssen sie sich jeweils an zwei Stellen berühren. Ob die helle oder dunkle Seite der Böden oben liegt, ist egal. Dann werden die Etagenkarten am Spielfeldrand als Reihe bereitgelegt. Je nach gewünschtem Schwierigkeitsgrad, einfach bis schwer, startet man mit drei, vier oder fünf Etagenkarten. Sie bestimmen das Ziel, wie viele zusätzliche Etagen am Spielende errichtet sein müssen. Dann werden noch die Bauplankarten nach der Farbe ihrer Rückseite sortiert als Stapel gemischt und bereitgelegt. Dann zieht jeder Spieler eine gewisse Anzahl an Säulen zum Start. Diese richtet sich nach der Anzahl der Spieler und dem Schwierigkeitsgrad. Je mehr Spieler und je schwerer man spielen möchte, desto weniger Säulen werden gezogen. Dann darf der Spieler, der zuletzt die oberste Etage eines Gebäudes betreten hat, das Spiel beginnen.

 

Die Anleitung

 

Die Anleitung zu Menara wirkt auf den ersten Blick sehr umfangreich, denn sie hat insgesamt zweiunddreißig Seiten. Allerdings sind nur die ersten acht davon an deutschsprachige Spieler gerichtet. Von diesen acht Seiten sind zwei nur Tipps und Tricks und zwei sind Titelblatt und Spielvorbereitung. Somit bleiben noch gut vier Seiten an Regeln zu lesen, die gut bebildert sind und zum Teil auch schon die Aktionen der Bauplankarten erklären. Die Anleitung ist sehr verständlich geschrieben und innerhalb weniger Minuten verinnerlicht.

 

Das Spielziel

 

Menara ist ein kooperatives Spiel, bei dem die Erbauer des Tempels versuchen, die Baupläne umzusetzen. Das Spiel endet entweder, wenn Tempelböden einstürzen oder Säulen umfallen, die nicht an ihren alten Platz zurückgestellt werden können. Bleibt am Schluss noch die erforderliche Etagenzahl des Tempels stehen, gilt das Spiel als gewonnen, falls nicht, ist es verloren. Ebenfalls endet das Spiel, wenn ein Spieler seine Säulen nicht mehr auffüllen kann, die Bauplankarten oder die Tempelböden aufgebraucht sind. Auch dann wird die Etagenzahl ermittelt und geprüft, ob sie mit der geforderten Anzahl übereinstimmt.

 

Der Spielablauf

 

Menara ist ein kooperatives Spiel. Daher ist es wichtig, dass die Spieler miteinander kommunizieren und auch darauf achten, was die anderen Spieler machen und welche Säulen sie in ihrem Vorrat haben. Denn es gibt Situationen, da wäre für einen Mitspieler vielleicht gar kein Zug mehr möglich. Dann steigt der Schwierigkeitsgrad, denn die Bauplankarte, die nicht erfüllt werden kann, wird als zusätzliche Etagenkarte an die bereits vorhandenen angelegt. Dadurch muss am Spielende eine Etage mehr stehen. Der Tempelbau gliedert sich je Spieler in vier Phasen:

 

  • Säulen mit dem Camp tauschen
  • Aufdecken der Bauplankarte
  • Bauen
  • Aufstocken der Säulen

 

Als erstes darf der Spieler, der an der Reihe ist, beliebig viele seiner Säulen mit dem Camp tauschen. Erst dann darf er eine Bauplankarte von einem der drei Stapel aufdecken. Dabei gilt es zu beachten, dass die Karten mit blauen Glyphen einfach, die mit gelben mittelschwer und die mit roten Glyphen knifflige Aufgaben zeigen. Je nach Baufortschritt sollte man sich also gut überlegen, welche der Karten man nimmt. Die Aufgaben reichen dabei von simplem Aufstellen der Säulen über das Versetzen von Säulen bis hin zum Versetzen von Tempelböden. Diese Aufgaben gilt es zu erfüllen, da sonst, wie bereits erwähnt, die Etagenzahl für das Spielende erhöht wird. Beim Setzen der Säulen darf man diese auf jedes, der Säule farblich entsprechendem Feld stellen, auch auf Felder, über denen man bereits einen Tempelboden gesetzt hat. Doch Vorsicht, fällt ein Tempelboden herunter, endet das Spiel. Wenn innerhalb eines Spielzugs ein Tempelboden vollständig mit Säulen besetzt wird, muss der Spielzug unterbrochen und sofort ein neuer Tempelboden entweder auf den Tempel gesetzt oder zum Fundament hinzugefügt werden. Bei letzterem gibt es wieder zu beachten, dass dieser das bereits vorhandene Fundament an mindestens zwei Punkten berühren muss und auch eine weitere Etage zum Soll hinzugefügt wird. In beiden Fällen wird die Seite der Tempeletage durch die Farbe auf der Bauplankarte bestimmt. Diese kann hell, dunkel oder beides sein. Hat ein Spieler seine Bauphase beendet, so zieht er so viele Säulen aus dem Baumwollbeutel bis er wieder die gleiche Anzahl wie zu Beginn des Spiels hat. Das Spiel endet mit dem Einsturz des Tempels oder sobald die Säulen, Bauplankarten oder Tempelböden aufgebraucht sind. In jedem Fall wird nach dem Spielende die Etagenzahl mit der geforderten Etagenzahl verglichen. Hat man sie erreicht, so gilt das Spiel als gewonnen, ansonsten als verloren.

 

Bildergalerie von Menara (8 Bilder)

Lieferumfang

 

  • 76 Säulen
  • 1 Baumwollsäckchen
  • 1 Camp
  • 53 Bauplankarten
  • 18 Tempelböden
  • 5 Etagenkarten
  • 1 Anleitung

Das Fazit von: Born2bewild

Born2bewild

Alex:

Als bekennendem Movement-Krüppel war mir fast schon klar, dass es mir bei Menara nicht anders geht als bei Jenga. Der einzige Unterschied ist, dass man bei Jenga gegeneinander spielt und bei Menara nicht nur sich selbst in die Sch… reitet. Allerdings muss ich sagen, dass wir selbst für meine Tollpatschigkeit sehr weit gekommen sind. Menara ist auf alle Fälle ein Gedulds- und Geschicklichkeitsspiel, das ein interessantes Spielkonzept hat. Als ich es Anfang des Jahres in Nürnberg stehen sah, hätte ich es ein wenig leichter eingeschätzt, doch die vorgegebenen Positionen der Säulen und die Gesamtstatik der Böden und des Tempels machen das Spiel zu einer Herausforderung. Dazu kommt dann eine gewisse taktische Komponente, denn man muss ja (fast) alle Baukarten spielen und steht so vor der Entscheidung, wann man die schwierigen Karten versucht, denn gegen Ende wird sich nur sehr schwer eine Ebene des Tempels versetzen lassen. In meinen Augen eine gute 8/10.

 

Josi:

Ich kann Alex nur zustimmen. Es ist wirklich knifflig und gleichzeitig aufregend. Die Erfolgsquote würde ich mal auf 50:50 schätzen. Ein wenig Glück gehört natürlich auch dazu zum Beispiel beim Ziehen der Aufgabenkarten sowie der Säulen. Zieht man immer nur 2 oder 3 Farben, dann wird es mitunter knapp beim Aufstellen. Das Spiel ist somit sehr gut wiederspielbar und bekommt auch von mir 8/10 Punkte.


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