Resident Evil: Damnation

Resident Evil: Damnation

Originaltitel: Biohazard: Damnation
Genre: Animationsfilm
Regie: Makoto Kamiya
Hauptdarsteller: Matthew Mercer • Val Tasso
Laufzeit: Ca. 96 Minuten
Label: Sony Pictures Home Entertainment
FSK 16

Resident Evil: Damnation   30.12.2012 von GloansBunny

Wo man auch hinschaut, überall sticht einem Resident Evil ins Auge: Im Kino läuft die Realverfilmung Nummer vier mit Milla Jovovich, auf den Konsolen rotiert der aktuelle sechste Ableger der Spielereihe, aber auch in Videotheken und Elektronikfachmärkten findet man ihn, diesen legendären Markennamen. Resident Evil: Damnation heißt der neue, komplett am Computer entstandene Animationsfilm unter Capcoms Schirmherrschaft. Lahme Ente oder furchteinflössendes Mutagen?

Unzählige Figuren leben im großen, seit Jahrzehnten beliebten Universum von Resident Evil. Was mit Chris Redfield und Jill Valentine in einem gruseligen Herrenhaus als Survival-Horrorspiel begann, wurde über die Zeit mit anderen Charakteren und Medien ergänzt und weiter erzählt. Ob Comics, Kinofilme oder weitere Games, Resident Evil zählt zu den meist verkauften Marken weltweit. Milla Jovovich lockt als mutierte Alice derzeit Millionen Actionfans in die Kinos und mit Chris Redfield, Piers Nivans und Leon S. Kennedy kämpfen sich Gamer Seite an Seite aktuell in Resident Evil 6 durch Zombiehorden und Großstädte. Abseits von Cinema und High-End-Konsole wartet jedoch noch etwa ganz Besonderes auf Kenner der Serie: die CGI-Produktionen auf DVD und Blu-ray. Resident Evil: Degeneration knüpfte 2009 an die Handlung von Game Nummer vier an und überzeugte durch seine tolle Aufmachung. Nun folgt dem komplett am Computer entstandenen Abenteuer ein weiterer, eigenständiger Ableger: Resident Evil: Damnation. Produktionsleiter Makoto Kamiya schickt Leon S. Kennedy, eine der beliebtesten Figuren der Serie, in einen spektakulären Krieg voller bioorganischer Waffen, korrupter Politiker und dunkler Machenschaften.

Story und Atmosphäre: 70% Action, 30% Handlung, 100% Leon S. Kennedy...

Die Ostslawische Republik steht vor dem politischen Abgrund. Der Eintritt in den Kreis der UN ist gescheitert, innerpolitische Entscheidungen und Arbeitslosigkeit führen zu Unruhen in der Bevölkerung. Brutale Kämpfe zwischen Militär und Aufständischen münden in einen erbarmungslosen Bürgerkrieg und die Situation droht zu eskalieren. Als Gerüchte den Umlauf machen, die ostslawische Regierung starte den Einsatz bioorganischer Waffen (BOWs), wird US-Spezialagent Leon S. Kennedy ins Krisengebiet eingeschleust. Seine Mission: die Wahrheit ans Licht bringen, die BOWs ausfindig machen und geheime Informationen besorgen. Auf der Suche nach Antworten gerät Leon in die Hände der Aufständischen und zwischen die Fronten einer weitreichenden Kriegsfront. Skrupellose Politiker setzen eine grausame, bioorganische Waffe frei: das T-Virus. Gejagt von lebenden Untoten, entstellten Kreaturen und tödlichen Mutanten gerät Leon immer tiefer in einen Sog aus Korruption und dunklen Machenschaften. Kann der kampferprobte Elitekämpfer in einer ihm unbekannten Stadt der Zerstörung überleben? Welche Folgen wird die Freisetzung des Virus auf den osteuropäischen Raum haben? Was haben Ada Wong und Umbrella mit der Sache zu tun? Und wer kann die neuartige, parasitäre und extrem gefährliche Infektion noch stoppen?

Die Storyline folgt dem des Vorgängertitels Resident Evil: Degeneration und verknüpft diesen mit der Handlung des jüngst erschienenen sechsten Teil der Spielreihe. Neben Hauptcharakter Leon S. Kennedy dürfen sich Fans der Serie auf ein Wiedersehen mit Ada Wong freuen und neue Figuren kennenlernen. Seite an Seite mit Leon und Widerstandskämpfer J.D. durchlebt der Zuschauer ein 96minütiges Actionspektakel mit vielen bekannten Kreaturen aus dem Resident Evil-Universum. Die Geschichte ist spannend und strukturiert erzählt, wenngleich ein paar Zusammenhänge unlogisch oder nur Kennern der Spiele zugänglich sind.

 

Bildergalerie von Resident Evil: Damnation (20 Bilder)

Doch die Story ist eigentlich Nebensache, denn RE: Damnation lebt von seiner Atmosphäre und der atemberaubenden Action. Wo RE: Degeneration noch Grusel und Survivalfeeling missen ließ, arbeiten die japanischen Produzenten hier endlich wieder mit diesen typischen Stilmitteln. Wenn Leon beispielsweise nur mit einer Taschenlampe bewaffnet durch ein dunkles Tunnelsystem schleicht und unheilvolle Geräusche und Lichteffekte die Szenerie durchbrechen, kommt endlich wieder Horroratmosphäre auf. Das Filmteam hat es geschafft, eindrucksvolle Actionsequenzen (wie den Endkampf gegen zwei gewaltige Tyrants) mit atmosphärisch düsteren Gruselszenen zu verbinden und die Grundstruktur der Marke Resident Evil wieder aufleben zu lassen. Der etwas vorlaute, aber dennoch extrem coole Leon S. Kennedy passt einfach perfekt ins Setting des Films, der sogar mit einem geschichtsrelevanten Vorspann aufwarten kann. Vorkenntnisse, etwa durch Spiele oder die Realfilme, sind nicht zwingend, aber dennoch von Vorteil. Die ein oder andere Äußerung oder Konversation basiert auf vorherigen Ereignissen, deren Zusammenhangsfindung mit Leon, Umbrella oder ähnlichen Nicht-Kennern wohl eher schwer fallen wird. Der Unterhaltungsfaktor mit storytechnisch nicht allzu tiefgründigem Niveau ist jedenfalls sehr hoch.

Gestaltung, Umsetzung und Umfang: Ist es ein Spiel? Ist es ein Film? Nein, es ist Resident Evil!
Resident Evil: Damnation zählt zur Kategorie Animationsfilme. Bekannte Vertreter des Genres wie etwa Ice Age, Cars oder Madagascar arbeiten mit knalligen Farben, niedlichen Figuren und überzeichneten Kulissen und sind speziell für Kinder entworfen. Andere Produktionen wie zum Beispiel James Cameron's Avatar oder die Star Wars- Serie beweisen hingegen eindrucksvoll, dass computergenerierte Special Effects und echte Schauspieler kaum merklich zu einer realistisch anmutenden Welt verschmelzen können. Resident Evil: Damnation ist eine Symbiose aus beiden Arten der Animationsfilme. Spezielle Bewegungsmuster wurden per Motion Capturing von echten Akteuren aufgenommen und auf die Figuren gelegt. Sämtliche Szenarien und Charaktere sind animiert und am Computer zum Leben erweckt worden. Einmal im Sog von Damnation gefangen, lassen die wahnsinnig detaillierten Charaktere und Figuren einen kaum mehr los. Vor allem die Monster beeindrucken, allen voran die extrem agilen, furchteinflössenden Licker. Wo man in den Spielen meist nur einen kurzen Blick auf die mutierten Jäger erhaschen kann (weil man sie möglichst schnell los werden muss, um nicht zu sterben), erlaubt Damnation faszinierendes, gefahrloses Betrachten.

 

Speziell Fans werden ihre wahre Freude an Lickern, Tyrants, Plaguas und Zombies haben, die den Spielen direkt entnommen sind. Mimik und Gestik der Figuren sind sauber und authentisch animiert, die Backgrounds sind abwechslungsreich und glaubhaft gestaltet. Nur ein paar Kleinigkeiten vermindern die grafische Illusion etwas. Lippensynchronität ist kaum vorhanden und oftmals sehen die Bewegungen der Figuren im schnellen Lauf etwas abgehackt aus. Die tolle deutsche Synchronisation ist im Verhältnis zu den gewaltigen Soundeffekten leider etwas zu leise abgemischt, was einen Dauereinsatz der Fernbedienung nach sich zieht. Die Musik ist typisch für Resident Evil und variiert je nach Szenario zwischen melancholischen Kompositionen und treibenden Rockstücken. Ein ganz wichtiger Bestandteil für große Emotionen jedoch fehlt diesem Film: das berühmte Fünkchen Leben in den Augen der Figuren. Da kann Leon noch so cool, Ada noch so gerissen und Widerstandskämpfer J.D. noch so verunsichert sein, ohne eben jenen Funken wirkt alles nur halb so realistisch.

Nichtsdestotrotz ist Resident Evil: Damnation ein aufwändig produziertes, actionlastiges und sehr unterhaltsames Filmspektakel für Genrefreunde und Fans der Marke. Unter den wachsamen Augen von Capcom bieten voll lizensierte Charaktere, Monster und Zusammenhänge mehr als 90 Minuten computeranimierte Bewegtbilder voller Effekte und überraschender Handlungen. Im Extras-Menü helfen Making Of, Interviews, T-Virus-Infomails und Versprecher dabei, eventuelle Fragen zu beantworten.


Das Fazit von: GloansBunny

GloansBunny

Seit dem ersten Resident Evil auf der Ur-PlayStation bin ich bekennender Fan der Serie. Ich habe mir Nächte voller Horror um die Ohren geschlagen, tonnenweise Comics verschlungen und mit einer Mischung aus Faszination und Kopfschütteln sämtliche Kinofilme mit Milla Jovovich angeschaut. Klar, dass da die CGI-Filme Resident Evil: Degeneration und Resident Evil: Damnation natürlich auch in meinem Heimkino laufen mussten. Kurz und knapp: RE: Damnation hat mich gut unterhalten. Actionszenen und Gruselsequenzen halten sich die Waage, altbekannte Figuren wie Leon S. Kennedy und Ada Wong sind Balsam für meine Resi-Seele. Speziell die Monster, die mir schon in den Spielen den Angstschweiß auf die Stirn getrieben haben, können überzeugen. Endlich wieder fiese Licker und eklige Plagues, genial! Die Story spielt bei so viel Action eher eine untergeordnete Rolle, ist aber trotzdem plausibel und an die Serie angegliedert. Für den nächsten Resi-Animationsfilm würde ich mir einen Hauch mehr Tiefgang, mehr Lebendigkeit der Figuren und ein paar weniger coole Sprüche wünschen, denn Leon wirkt teilweise ein wenig zu machohaft.

Überzeugend, beeindruckend und cool- Resident Evil: Damnation darf sich würdevoll in die Filmreihe der Serie einsortieren.
 


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