Residue - Staffel 1

Residue - Staffel 1

Originaltitel: Residue
Genre: Fantasy • Sci-Fi
Regie: Alex Garcia Lopez
Hauptdarsteller: Iwan Rheon • Natalia Tena
Laufzeit: DVD (135 Min) • BD (135 Min)
Label: Polyband
FSK 16

Residue - Staffel 1   03.05.2016 von MarS

Regisseur Alex Garcia Lopez ist kein Neuling mehr im Seriengeschäft und war bereits bei den erfolgreichen britischen Serien Utopia sowie Misfits beteiligt. Nach letzterer arbeitete er nun erneut mit Game of Thrones - Star Iwan Rheon zusammen und präsentiert uns die erste Staffel einer Sci-Fi/Mystery-Serie im dystopischen England. Wir haben einen Blick in die Zukunft gewagt und sagen Euch, ob es sich gelohnt hat.

 

Hier findet Ihr übrigens noch einmal unsere Kritiken zu Utopia - Staffel 1 und Misfits - Die komplette Serie zum Nachlesen.

 

Die Silvesternacht in einer unbestimmten Zukunft. In einer britischen Stadt wird an jeder Ecke gefeiert, als plötzlich in einem Nachtclub eine Bombe explodiert und 236 Menschen in den Tod reißt. Durch die Explosion wird ein altes Waffenlager unter der Erde freigelegt, weshalb Regierung und Militär eine Quarantänezone von acht Kilometern einrichten und alle Menschen daraus evakuieren. Das Gebiet bleibt gesperrt und alle offenen Fragen bleiben unbeantwortet zurück. Während ihr Freund Jonas, der für die Pressestelle des Innenministers arbeitet, selbst mehr Fragen als Antworten parat hat, entdeckt die Fotojournalistin Jennifer Preston bei ihren Touren durch die Stadt am Rande der Quarantänezone immer häufiger merkwürdiges Verhalten bei den Bewohnern. Irgendetwas oder irgendjemand scheint Besitz von ihnen zu ergreifen und mit der Zeit häufen sich ungewöhnliche Todesfälle und Selbstmorde.


Was steckt wirklich hinter der Explosion in der Silvesternacht? Was versucht die Regierung zu vertuschen? Und was wurde wirklich freigesetzt, als die Bombe explodierte?

 

Residue bringt frischen Wind in die britische Serienlandschaft und setzt dabei auf eine Mischung aus Science-Fiction, Verschwörungsthriller und Mystery und garniert das Ganze zusätzlich mit einer ordentlichen Prise atmosphärischem Grusel. Gerade die übernatürliche Komponente ist es letztendlich auch, die zusammen mit den Details der politischen Verschwörung und den vielen unbeantworteten Fragen hinter den Geschehnissen für einen extrem hohen Spannungsbogen sorgt, der einen sofort packt und nicht mehr los lässt. Ein weiterer Glanzpunkt ist das gewählte Setting einer meist menschenleeren britischen Großstadt, welches perfekt mit der Kamera eingefangen wurde und einen als Zuschauer direkt in die Situation der Charaktere hineinversetzt und mitfühlen lässt und für ein durchwegs mulmiges Gefühl sorgt. Diverse unerwartete Gewaltspitzen und gruselige Szenen am Rande des Horrors tun ihr übriges, um Residue zu einem intensiven Erlebnis zu machen. Schauspielerisch können alle Darsteller in ihren Rollen überzeugen, auch wenn es Iwan Rhoen als liebender Freund und hinterfragender, gutmütiger Pressesprecher sehr schwer hat, da ihn die meisten wohl aus seiner Rolle als psychopathischer Ramsay Bolton in Game of Thrones kennen und diesen gänzlich unterschiedlichen Charakter stets im Hinterkopf haben. Der eigentliche Hauptcharakter, dargestellt von Natalia Tena, ebenfalls bekannt aus Game of Thrones aber auch der Harry Potter - Reihe, macht hier als durch die Ereignisse führende Person ebenso eine gute Figur, auch wenn echte Sympathiewerte auf Grund diverser charakterlicher Ecken und Kanten größtenteils ausbleiben.

 

Größtes Manko der Mini-Serie ist, dass diese durch die geringe Episodenanzahl zwar extrem spannend aufgebaut wurde, es dabei aber völlig verpasst, auch nur eine der aufgeworfenen Fragen zu beantworten. Gerade als das eher ruhig erzählte Geschehen Fahrt aufnimmt und es in Richtung erste Hinweise und Aufklärungen geht, sind die drei Folgen auch schon wieder vorbei und lassen den Zuschauer gänzlich unbefriedigt zurück. Hier kann man nur hoffen, dass eine zweite Staffel schnell nachfolgt, denn ohne diese macht die erste Staffel wenig Sinn, da diese letztendlich nur wie ein Pilot zur eigentlichen Serie wirkt. 

 

Bildergalerie von Residue - Staffel 1 (6 Bilder)

Das Bild der Blu-ray besticht vor allem anderen durch seine ungewöhnliche Farbwahl, die mit ihrem tristen, melancholischen Grün- und Gelbstich sowie diversen Licht- und Schattenspielereien nicht ohne Grund an Klassiker wie Blade Runner erinnert. Dabei ist das Bild vor allem in Nahaufnahmen sehr scharf und detailreich, wogegen Hintergründe und Panoramaaufnahmen oftmals etwas weicher und schwammiger wirken. Dezentes Filmkorn ist vorhanden, aber nicht weiter störend, und wirkt sich auch nicht negativ auf dunklere Bereiche aus, die dank des satten Schwarzwerts sehr intensiv wirken. Highlight der Blu-ray ist ganz klar die Tonspur, welche sich sehr dynamisch und atmosphärisch präsentiert und bei Bedarf stets alle Kanäle mit einbindet. So kommt unter anderem auch der tolle, melodische und emotionale Soundtrack hervorragend zur Geltung. Hervorzuheben ist hier vor allem das großartige Intro, unterlegt mit dem melancholischen, emotional berührenden Song "Head full of Lies" von Georgi Kay.

 

Ein Episodenguide bleibt an dieser Stelle aus, da die drei Folgen der ersten Staffel lediglich durchnummeriert und nicht weiter benannt wurden.


Das Fazit von: MarS

MarS

Gleich vorne weg: Die Bewertung mit 9/10 Punkten gilt nur dann, wenn eine weitere, erklärende Staffel nachfolgt, denn sollte die Serie vorab eingestellt werden, so macht diese alleinstehend absolut keinen Sinn. Residue zeichnet sich vor allem durch seine Atmosphäre aus, die sowohl durch die gewählten Settings als auch die triste, hoffnungslose Stimmung, die bedrückenden Kamerafahrten und das mulmige Gefühl an jeder Ecke ensteht. Die Geschichte ist extrem spannend, verzichtet aber innerhalb der drei vorliegenden Folgen komplett auf jegliche Erklärungen. Sollte die Serie in eine weitere Runde gehen und ihr Niveau dabei halten, könnte Residue zu einem weiteren Highlight im Mystery-Genre werden. Ich bleibe jedenfalls gespannt am Ball...


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