Sie nannten ihn Jeeg Robot

Sie nannten ihn Jeeg Robot

Originaltitel: Lo chiamavano Jeeg Robot
Genre: Action
Regie: Gabriele Mainetti
Hauptdarsteller: Claudio Santamaria
Laufzeit: DVD (108 Min) • BD (112 Min)
Label: Edel Germany GmbH
FSK 16

Sie nannten ihn Jeeg Robot   14.02.2017 von GloansBunny

Was dabei herauskommt, wenn wild gewordene Italiener mit zu viel Zeit, zu vielen Ideen und zu viel Mut zur Lücke einen Film drehen, muss man einfach gesehen haben. Was Redakteurin GloansBunny mit Sie nannten ihn Jeeg Robot erlebt hat, lest Ihr hier...

 

Enzo Ceccotti (Claudio Santamaria) ist ein Schmarotzer, der in einem vergammelten römischen Sozialbau haust, lieber auf der faulen Haut liegt, statt sich einen Job zu suchen und sich seine Freunde im Gangster-Milieu warm hält. Natürlich nur für den Notfall, versteht sich. Doch sein Loser-Leben ändert sich schlagartig, als Enzo eines schönen Abends wie so oft vor der Polizei flüchten und mangels Alternativen den Sprung in einen Fluss wagen muss. Zielgenau und laut fluchend landet der Kleinganove kurzum in einem illegal entsorgten und mit Atommüll gefüllten Fass. Die Folge: eine sehr unschöne Nacht voller Schmerzen, Übelkeit und anderen Dingen, die Enzo dazu bringen, einen neuen, lukrativen Auftrag anzunehmen, der allerdings gehörig schief läuft. Enzos Kollege wird erschossen, er selbst durch einen Sturz aus dem neunten Stock schwer verletzt. Zu seiner Verwunderung verfügt Ceccotti plötzlich über selbstheilende Superkräfte, die ihn unmenschlich stark und unempfindlich machen. "Coole Sache!", denkt sich Enzo, der allerdings die Rechnung ohne das Schicksal gemacht hat. Die Tochter seines Kollegen, die junge Alessia (Ilenia Pastorelli) wird Zeugin seiner frisch "erworbenen" Fähigkeiten und heftet sich fortan an seine Fersen. Als Fan von Anime-Serien erkennt die an einem Kindheitstrauma Leidende in Enzo den japanischen Helden Hiroshi Shiba wieder und verpasst ihm den Namen Jeeg Robot. Doch die hübsche Stalkerin soll Ceccottis kleinste Sorge sein, schließlich hat er dem Gangster-Boss Fabio "The Gipsy" Cannizzaro (Luca Marinelli) einen großen Coup versaut...

 

Kann es Jeeg Robot mit einem wahnsinnigen und stink saurem Verbrecher aufnehmen oder wird er ihn zerquetschen wie eine fette Fleischfliege? Wird Alessia jemals erwachsen und sich richtige Freunde aus Fleisch und Blut suchen? Und wie zur Hölle kann sich Enzo mit Strahlenkrankheit und Unsterblichkeit arrangieren? Fragen über Fragen, die Sie nannten ihn Jeeg Robot auf erstaunlich unterhaltsame Weise zu (er-)klären versucht...


Zugegeben, der Titel und das Cover von Sie nannten ihn Jeeg Robot verleitet zur Annahme, es einmal mehr mit einem besonders skurrilen Trash-Streifen zu tun zu haben. Welch Müll sich wohl hinter der irgendwie bekannten Geschichte verbergen mag? Kurz gesagt: Sie nannten ihn Jeeg Robot ist tatsächlich Trash. Filmischer Müll. Unsinn, auf Blu-ray gebrannt. Allerdings ist das abgefahrene Werk aus Italien ein herrlich kurzweiliger, lustiger Mix aus (Anti-)Superhelden-Story, Liebesgeschichte,  Action und Drama, das von seinen vielen Hommagen und den grandiosen Sprüchen mit Kultfaktor lebt. Der erfrischende Plot passt wie die Faust aufs Auge zu den unverbrauchten Darstellern. Eine Prise Spiderman, ein bisschen Deadpool, eine gehörige Ladung neuer Ideen und schon ist sie fertig, die neue Perle im Trash-Schatzkästchen. 

 

Bildergalerie von Sie nannten ihn Jeeg Robot (13 Bilder)

Technisch betrachtet präsentiert sich Sie nannten ihn Jeeg Robot in ordentlicher Qualität. Die satten Farben transportieren mit nur minimalem Rauschen die wunderschöne Kulissen in und um Rom gekonnt zum Zuschauer. Unaufdringliche Spezial-Effekte, tolle Choreografien und die nachvollziehbaren Dialoge samt passendem Soundtrack runden das positive Gesamtkonzept ab. Im Extras-Bereich der Standard-Versionen warten leider nur der original Trailer, ein Wendecover und eine Trailershow. Sammler und Fans sollten sich das 20 Euro günstige Media-Book zu Gemüte führen, welches neben dem bereits erwähnten Inhalt auch weitere Einblicke in die Produktion gewährt. Ein Booklet mit Interview Gabriele Mainetti, Hinter den Kulissen, Proben der Schauspieler, Storyboard, Tiger Boy – Kurzfilm von Gabriele Mainetti, Deleted Scenes und Outtakes gibt es dort zu entdecken. Sehr empfehlenswert!


Das Fazit von: GloansBunny

GloansBunny

Sie nannten ihn Jeeg Robot ist allerfeinster, allerreinster und aller(un)ernster Trash. Die kurzweilige italienische Antihelden-Story erfrischt mit kultverdächtigen Sprüchen, witziger Action und einem unkonventionellen Plot, ohne dabei billig zu wirken. Zahllose Hommagen, eine gute Mischung aus Action und Drama, ambitionierte Darsteller und eine saubere technische Umsetzung garantieren Unterhaltung von der ersten Minute an. Wer tiefsinnige Dialoge und bierernste Handlungsstränge braucht, um filmisch glücklich zu sein, sollte tunlichst die Finger von Sie nannten ihn Jeeg Robot lassen, Genrefans hingegen sollten unbedingt einen Blick riskieren. Und jetzt entschuldigt mich, ich muss den Film jetzt neben meinem unangefochtenen Trash-König Wolfcop ins Schatzkästchen packen!


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