Silence

Silence

Originaltitel: Silence
Genre: Drama • Literatur
Regie: Martin Scorsese
Hauptdarsteller: Andrew Garfield • Adam Driver
Laufzeit: DVD (156 Min) • BD (161 Min)
Label: Concorde Home Entertainment
FSK 12

Silence   07.09.2017 von MarS

Wenn kein geringerer als Martin Scorsese (u.a. Taxi Driver, Gangs of New York, Shutter Island) einen Film über ein düsteres Kapitel in Japan machen möchte, dann lässt das Staraufgebot nicht lange auf sich warten. Nach vielen Jahren der Vorbereitung und anderen Projekten widmete sich Scorsese nun im Jahr 2016 endlich seinem Traum, den auf realen Ereignissen beruhenden Roman "Chinmugu" des japanischen Autors Endó Shúsaku zu verfilmen. Wir haben uns sein Werk für Euch angesehen...

 

1638: Die portugiesischen Jesuitenpater Sebastiáo Rodrigues und Francisco Garupe machen sich auf den Weg nach Japan, um den dort verschollenen Pater und ihren ehemaligen Mentor Cristóváo Ferreira ausfindig zu machen, aber auch um das Wort Gottes zu verbreiten. Gerüchten zufolge soll Ferreira dem christlichen Glauben abgeschworen haben, um sein eigenes Leben zu retten, doch Rodrigues und Garupe halten dies für eine Lüge. Schon auf ihrem Weg machen sie jedoch Bekanntschaft mit dem Hass, der den Christen in Japan entgegengebracht wird und auch der immer drastischer werdenden Verfolgung durch die japanischen Machthaber. In Japan angekommen bekommen die Beiden den brutalen Alltag am eigenen Leib zu spüren, dem sich die konvertierten Christen für ihren Glauben stellen müssen. Und noch immer fehlt jede Spur von Ferreira...

 

Silence mag ein Herzensprojekt von Regisseur Martin Scorsese gewesen sein, dessen Entstehungsgeschichte beinahe 30 Jahre in Anspruch genommen hat. Das Ergebnis jedoch ist leider lediglich so unterhaltsam und ansprechend wie eine Sonntagsmesse in einer leeren Dorfkapelle, denn über eine endlos erscheinende Laufzeit von über 150 Minuten plätschert die Handlung wie ein Rinnsal vor sich hin, ohne dabei viel mehr als philosophische und theologische Ergüsse zu bieten. Zwar gibt es einige unerwartet drastische Ausbrüche während den Christenverfolgungen und auch wunderschöne Landschaftsaufnahmen zieren immer wieder das Bild, weder dies noch die hervorragenden schauspielerischen Leistungen können die langweilige Geschichte jedoch retten. Gerade Andrew Garfield gibt wirklich alles, um das Möglichste aus seiner Rolle herauszuholen, und immerhin gelingt es ihm streckenweise, etwas Unterhaltungswerte und auch Emotionalität durch seine Figur zu erschaffen. Liam Neeson hingegen, der nur wenige Minuten Screentime für sich verbuchen kann, geht leider trotz gewohnt starker Präsenz völlig innerhalb der restlichen Handlung unter. Ähnlich ergeht es Adam Driver, der ebenfalls eine eher undankbare Rolle innehat und sich deshalb nicht so richtig entfalten kann. Die realen Ereignisse zur Zeit der Abschließung Japans werden hier zu oberflächlich abgehandelt, wodurch es Silence verpasst einen interessanten Einblick in die Vergangenheit Japans zu gewähren und sich auf diese Weise zu sehr auf die christliche Komponente und die Einzelschicksale und Gedanken der Jesuitenpater beschränkt. 

 

Bildergalerie von Silence (6 Bilder)

Das Bild der Blu-ray ist hervorragend und verfügt über eine klare, saubere Schärfe sowie hohen Detailreichtum. In wenigen Szenen fällt die Schärfe im Randbereich auf Grund Fokussierungsfehlern leicht ab, dies fällt aber nicht negativ ins Gewicht. Während die Farbgebung sehr natürlich ausfällt wird diese vom ausgewogen eingestellten Kontrast sehr schön in Szene gesetzt. Ebenfalls überzeugend ist der Schwarzwert ausgefallen. Auf Grund der Machart des Films kann die Tonspur nur wenig Akzente setzen, verfügt aber über eine schöne Dynamik sowie eine verständliche, gezielt ortbare Sprachausgabe. Wo es das Geschehen hergibt dürfen sich alle Boxen der Surroundanlage stimmig beteiligen.


Das Fazit von: MarS

MarS

So interessant die Thematik der Christenverfolgung in Japan zur Zeit des Shoguns Toyotomi Hideyoshi auch ist, Silence gelingt es nicht wirklich, das Ganze ansprechend und unterhaltsam aufzubauen. Zu viele christliche Ansichten und theologische Aussagen stehen der eher oberflächlichen Abhandlung der Ereignisse gegenüber, die nur durch vereinzelte dramatische Ausbrüche in den Fokus rücken. Silence ist sowohl visuell als auch schauspielerisch hervorragend, die langweilige, zähe und zu religiöse Inszenierung verhindert es allerdings, einen wirklich überzeugenden und unterhaltsamen Film zu erschaffen. Schade um die Mühen der Darsteller und das auf diese Weise verschenkte Thema.


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