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The Cheerleaders (Sexy Classic Edition)
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BEWERTUNG |
09.08.2015 von Mario von CzapiewskiExploitationfilme waren vor allem in der Zeit von 1950 bis 1980 ein sehr beliebtes Genre im Bereich der Bahnhofskinos und später auch der Videotheken. Dabei handelte es sich um Filme, die ganz bestimmte vom Zuschauer gewünschte Themen „ausbeuten“. Dies bedeutete, bis zum Maximum innerhalb der Filmhandlung thematisierte Themen zu zeigen. So gibt es auch heute noch einige Filme, die man zu diesem Genre hinzuzählen könnte, wie beispielsweise die Fast & The Furious Serie, welche durchweg Carsploitation (Ausbeutung des Themas Auto) betreibt. Mit The Cheerleaders veröffentlicht KNM einen Klassiker des Sexploitation-Kinos, einem Genre, dass in den siebziger Jahren mit zum Facettenreichsten gehörte ...
Die junge Jeannie (Stephanie Fondue) möchte unbedingt zu den Cheerleadern ihrer Schule gehören, da sie glaubt, dadurch endlich bei den Jungen beliebter und ihre Jungfräulichkeit schneller los zu werden. So bewirbt sie sich und darf kurz darauf der Gruppe beitreten, da ein Mitglied wegen Schwangerschaft ausgefallen war. In Folge dessen lernt Jeannie, was es bedeutet zu den Cheerleadern zu gehören, und wie man seine Cheerleader-Attribute am besten ausspielt …
Das Genre des Exploitations hat im Gegensatz zu klassischen Filmgenres den einzigen Sinn bestimmte Erwartungen des Zuschauers zu erfüllen. So muss ein Film wie I Was A Teenage Werewolf als Vertreter des Teensploitation zwei Sachen bieten, Teenager und (laut des Titels) Werwölfe. Das waren die Erwartungen des Publikums beim Betreten des Kinos und das muss auch geboten werden. Dieses Genre war oftmals ein beliebtes Genre unter Independent- und Low-Budget-Filmern, die somit eine klare Marketingkampagne fahren konnten und damit bestimmtes Publikum direkt erreichten.
Das Genre des Sexploitation war das umfassenste Exploitation-Genre zu dieser Zeit. Sogar in Deutschland wurde diese Schiene mit Filmen wie Der Schulmädchen-Report bedient. In Amerika hingegen waren es Filme wie The Cheerleaders, die Erwachsene (meist Männer) ins Kino lockten. Mit Werbesprüchen wie „Alles was Sie jemals über Cheerleader wissen wollten!“ wurde dieser Film weniger anzüglich und mehr als „Aufklärungsfilm“ beworben – eine Masche, die von vielen Exploitationfilmen fürs Marketing verwendet wurde.
Der Film zielt in jeder Szene durchweg auf plumpste Erwartungsbefriedigung und macht dadurch tatsächlich seiner Genrebezeichnung alle Ehre. Ob dies für den potenziellen Zuschauer nun interessant oder sehenswert ist, ist selbstverständlich eine andere Frage. In einer unaufgeklärten und sehr prüden Zeit wie den 1950er, 1960er und 1970er Jahren hatte solche Filme jedoch (verständlicherweise) Hochkonjunktur.
Dennoch eine kleine Warnung hinterher. Da es sich mit den siebziger Jahren um eine Zeit der Revolte und des Tabubruchs handelte, geht der Film mit moralischen Fragen sehr freizügig und wenig sensibel um. Themen wie Vergewaltigung, Sex mit Minderjährigen oder Schüler-Lehrer-Beziehungen werden hier oft in einen unterhaltenden Kontext geschoben. Dies brachte dem Film in zahlreichen konservativen Ländern viel Kritik, die sicher auch noch heute an manchen Stellen angebracht ist.
Die DVD-Veröffentlichung von KNM ist vorbildlich. So bietet die DVD den Film in guter VHS-Qualität mit einer soliden deutschen Synchronisation und dem englischen Originalton. Auch interessante Extras sind enthalten. So gibt es einen Audiokommentar, eine Bildergalerie, einen originalen Radiospot und zahlreiche thematisch passende Trailer. Super! Das Fazit von: Mario von Czapiewski
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