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Trackman - Der Untergrund Killer (uncut)

Originaltitel: Putevoy obkhodchik
Genre: Horror
Regie: Igor Shawlak
Hauptdarsteller: Dmitri Orlow • Swetlana Metkina
Laufzeit: ca. 85 Minuten
Label: KNM Home Entertainment
FSK 18

Trackman - Der Untergrund Killer (uncut)   20.11.2010 von Diaboli

"Trackman" bekam seine erste Aufmerksamkeit, als ein cooles Poster zusammen mit einem spannenden Trailer zum ersten Mal das Internet heimsuchte. Leider stellte sich die Vorfreude als verfrüht heraus, denn dieser Film beweist leider: Was die Amis schlecht machen, machen unsere russischen Freunde nicht besser. Lest weiter, wenn ihr wissen wollt, warum das so ist...


Eine kleine Gruppe von Bankräubern steigt in eine Moskauer Bank ein, um sie um einiges Kleingeld zu erleichtern. Nach einer Schießerei mit der Polizei, dem Geld und einigen Geiseln im Schlepptau, verkrümeln sie sich in den Moskauer Untergrund, genauer gesagt in ein verlassenes U-Bahnsystem. Das war von Anfang an Teil ihres Plans. Was jedoch nicht geplant wurde, folgt auf dem Fuß. Denn niemand hätte damit gerechnet, dass die Legenden wahr sein könnten: Denn dort unten in der Dunkelheit scheint tatsächlich der unheimliche "Trackman" sein Unwesen zu treiben. Und dieser sammelt keine Briefmarken, sondern Augäpfel.....

 

So lautet die kurz zusammengefasste Geschichte, und sie klingt gar nicht mal uninteressant. Leider wurde jedoch einiges an Potential in den Wind geblasen. Fangen wir bei der Besetzung an: Die Geiseln bestehen aus 3 Personen: Einer ängstlichen Blondine, einer ängstlichen Brünetten, sowie einem Polizisten, der im Laufe des Films des Öfteren beweisen darf, dass er nicht zur stärksten Truppe der Gesetzeshüter gehört. Machen wir weiter bei den Gangstern: Obwohl einer nach dem anderen dem Killer zum Opfer fällt, haben die nichts Besseres zu tun, als sich gegenseitig zu misstrauen und sind die ganze Zeit nur am Streiten, wer jetzt wem die Beute abluchsen will, anstatt zusammen gegen die drohende Gefahr aus dem Dunkel anzutreten. Und damit wären wir beim dritten Punkt: Dem Killer. Dieser darf sich nur in den letzten paar Minuten des Films zeigen, und die Auflösung des Plots spottet jeder Beschreibung. Wie gesagt, Potential wäre jede Menge vorhanden gewesen, denn der Schauplatz des Grauens, die alten Tunnel unter der russischen Metropole, sehen wirklich zum Fürchten aus. Überall ist es rostig und feucht, da knarrt und klimpert es an allen Ecken und Enden, und die dunklen Schatten laden geradezu ein, sich Dinge darin vorzustellen, wo gar keine sind. Doch der Film scheint zu vergessen, dass er ein Horrorfilm ist, denn das Meiste zieht sich wie ein in die Länge gezogener Thriller hin. Auch die Morde sind relativ simpel gehalten, und die Bluthunde unter uns müssen sich mit spärlich eingesetztem roten Lebenssaft zufrieden geben. Warum man aus der grauenhaften Maschine, die einem die Augen aus dem Kürbis rupft, nicht mehr gemacht hat, bleibt mir schleierhaft; ebenso, dass dieser Film eine "ab 18" Plakette bekommen hat. Da hat man bei "Wrong Turn" einige andere Härten erlebt! Auch die Logik bleibt im Allgemeinen auf der Strecke. Unsere Gangster sind mit Maschinengewehren und Granaten bewaffnet, und dennoch haben sie dem Irren mit der Spitzhacke nicht das Geringste entgegenzusetzen.....

 

Was man jedoch loben muss, ist die gute Qualität der DVD. Der Ton kommt (trotz der absolut grauenhaften deutschen Synchronisation) klar und kraftvoll aus den Lautsprechern, und das Tropfen der alten Leitungen in den  Tunneln scheint einen vollkommen zu umgeben. Auch am Bild gibt es nichts zu mäkeln. Genretypisch sind die Farben etwas ausgebleicht, trotzdem wirkten sie nicht verwaschen. Auch die sehr vielen dunklen Szenen machen dem Film keine Probleme, denn Rauschen ist nur sehr selten auszumachen, ansonsten kann man sich mit tiefem Schwarz und einem hohen Detailgrad durchaus anfreunden. Die Extras auf der DVD sind zwar vorhanden, aber können getrost übersprungen werden. Die Trailer reißen einen nicht vom Hocker, und auch die "Making of"-Featurettes sind eher lahm als interessant. Aber auch dieses Mal darf man sich auf ein Wendecover freuen. 


Das Fazit von: Diaboli

Diaboli

Wie soll ich beginnen? Der Film ist an sich totaler Quatsch, aber welcher Slasher ist das nicht? Leider ist das Thema, dass sich Geiseln und deren Peiniger zusammen gegen einen gemeinsamen Feind stellen müssen, durchaus interessant, wird aber in diesem Werk verheizt. Die schlechte Synchro trägt auch nicht gerade zum düsteren Grundton bei, und lässt einem nur wegen der unpassenden Sprecher kalte Schauer über den Rücken laufen. Schade, denn das Setdesign ist richtig gut geworden und die dunklen Gänge und feuchten, rostigen Rohrleitungen wirken schon stimmig und unheilvoll. Auch der ein oder andere Splatter-Effekt ist nett anzusehen, aber im Großen und Ganzen bietet der Film vorhersehbare Stangenware für den Horror-Nerd auf einer technisch überraschend guten DVD. Wenn man gar nix anderes in der Videothek findet, kann man mal einen Blick riskieren. 


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