Battlefield: Bad Company 2

Battlefield: Bad Company 2

Publisher: Electronic Arts
Entwicklerstudio: DICE
Genre: Action
Sub-Genre: 1st Person Shooter
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 04.03.2010
USK 18

Battlefield: Bad Company 2   31.03.2010 von DeWerni

Endlich kommt der Nachfolger des erfolgreichen Titels Battlefield Bad Company in unsere Läden. Dabei gibt es viele Neuigkeiten, aber auch einiges was unverändert bleibt. Ob sich es sich lohnt, erneut das Schlachtfeld zu betreten und mit eurem Soldaten auf Fahnen- oder Technikkistenjagd zu gehen, erfahrt ihr im folgenden Bericht…

Electronic Arts und das schwedische Entwicklerstudio DICE haben sich dazu entschlossen, einen unerwartet erfolgreichen Weg weiterzugehen. Mit Bad Company 2 (BC2) haben sie den nächsten Teil der Battlefield-Reihe und den zweiten Teil der Serie auf den Markt gebracht. Nachdem beim Vorgänger die PC-Spieler ausgegrenzt wurden und nur Besitzer der Next-Gen-Konsolen XBOX 360 und der Playstation 3 in den Genuss des Spiels gekommen waren, sind nun auch die PC-Spieler wieder mit an Bord. Dabei kann BC2 wieder mit einigen Neuerungen aufwarten. Vieles ist allerdings auch gleich geblieben. So hat sich natürlich am grundlegenden Spielprinzip nicht wirklich was getan. Aber dafür dürft ihr nun in der Schlacht auf viel mehr verschiedenen Waffen, Fahrzeuge, Gadgets, Fluggefährten
und auch deren Kombinationen untereinander zugreifen. Ob man das allerdings unbedingt als Vorteil sehen muss, dabei werde ich im Rahmen der Multiplayergefechte noch etwas genauer eingehen. Hier erst mal ein paar Facts zum Spiel. Neben der Kampagne warten in den Multiplayerspielen insgesamt acht Karten in verschiedensten Umgebungen, 15 Land-, Wasser- und Luftfahrzeuge (das geht vom ATV über mehrere Helikopter- und verschiedenen Panzervarianten bis hin zum Kanonenschnellboot), eine brachiale Zerstörungsengine, vier unterschiedliche Klassen (Sturmsoldat, Pionier, Sanitäter, Scharfschütze), 46 Waffen mit vielzähligen Anpassungsmöglichkeiten, 13 möglichen Spezialisierungen und 15 Gadgets auf euch. Ihr seht also schon, dass sich die Entwickler wirklich Mühe gegeben haben Neuerungen zu integrieren, um das Spiel auch wieder zum Dauerbrenner zu machen. Dazu trägt dann auch sicherlich auch schon die Ankündigung eines Kartenpakets Ende März/Anfang April zu bei. Die angesprochenen Erweiterungsmöglichkeiten stehen euch natürlich nicht gleich zu Beginn zur Verfügung. Zum einen ist die verfügbare Ausrüstung abhängig von eurem Onlinerang (im Multiplayermodus) beziehungsweise natürlich auch von dem genauen Szenario in der Kampagne. So bleibt man immer motiviert und kann das Spiel kaum aus dem Laufwerk nehmen. Vorsicht Suchtgefahr! – Schlafen und Essen wird zur Nebensache!

Gameplay
Im Bereich des Gameplays gibt es nicht allzu viel Neues. Wer den Vorgänger kannte, der wird sich auch in diesem Titel sofort auf dem Schlachtfeld zu Recht finden. So habt ihr als Soldat, wie auch in den meisten anderen Shootern, eine Primär- und eine Sekundärwaffe, zwischen denen ihr wechseln könnt. Je nachdem, welche genaue Ausrüstung euch gerade zur Verfügung steht, so haben diese Waffen verschiedene Aufsätze, wie beispielweise ein Zielfernrohr oder einen Granatenaufsatz. Außerdem tragt ihr immer eine Granate bei euch. Bezüglich eures Verhaltens könnt ihr euch schleichend geduckt, normal aufrecht oder auch im Spurt bewegen. Leider hat man auf das Feature des Hinlegens (gerade für die Sniper im Gebüsch ganz interessant) verzichtet. Ansonsten gibt es eigentlich nicht viel zur Steuerung zu sagen, außer dass sie ziemlich gut von der Hand geht. Selbst Einsteiger werden sich mit den Tastenbelegungen schnell zu Recht finden.
Was außer der Steuerung hier noch erwähnenswert ist, ist die Atmosphäre im Spiel allgemein. Diese ist nämlich einfach nur genial, was zum einen an der wunderbar detailreichen Grafik, zum anderen aber auch an der geilen, integrierten Destruction-Engine liegt. Egal was, wer oder wie es euch in Bad Company 2 begegnet, die meisten Sachen sind zerstörbar. In manchen Szenen, wenn euch die Granaten, Raketen und Kugeln nur so um die Ohren fliegen, tun das meist auch die umherliegenden Gegenstände: Hier kippt ein Baum um, dort legt sich der Staub und ihr erkennt einen Krater im Boden vor euch. Ihr dreht euch um und könnt es kaum fassen, da fällt sogar ein ganzes Haus zusammen. Aber es kommt noch besser: Als ihr um die Ecke geht, explodiert direkt ein Panzer vor euch und ihr seid mitten in den Flammen. So und ähnlich könnt ihr euch die Atmosphäre vorstellen, die auch noch durch druckvolle Soundeffekte aus den Boxen unterstützt werden. Ein nerviger Punkt sollte jedoch nicht unausgesprochen bleiben. So bleibt ihr in manchen Karten mit eurem Charakter an den kleinsten Sträuchern, Steinen oder ähnlichem hängen, was teilweise – vor allem in den hektischen Multiplayerschlachten – wirklich nervig sein kann.

Kampagne

Auch die Kampagne ist in BC2 wieder sehr schön integriert. Zwar geht es deutlich ernster zu als im ersten Teil, aber einige kesse und freche Sprüche sind auch hier wieder eingebaut. Schade, dass man diesen etwas alternativen Ansatz ein wenig zurück gerudert ist, und sich somit wieder näher an andere Shooter, wie beispielsweise Call Of Duty: Modern Warfare 2 annähert. Die Charaktere sind auf jeden Fall mal dieselben geblieben, auch ihr schlüpft erneut in die Rolle des Neulings Preston Marlowe. Ihr seid mit den Mitstreitern zusammen Teil der B-Kompanie, die die Drecksarbeit für das restliche Militär erledigen muss, und in der der schon den kompletten ersten Teil vor der Pension stehende Sarge Samuel D. Redford natürlich auch wieder nicht fehlen darf. Mittlerweile habt ihr euch allerdings von der Unterstützer- zur Spezialeinheit hochgearbeitet, so dass eure Einheit einen wichtigen Beitrag im Krieg gegen die Russen leisten soll, die den Hauptfeind im Spiel darstellen. So sind dann auch die Missionen gestrickt. Ihr bekommt Wind davon, dass die Russen wohl eine übermächtige Superwaffe entwickelt haben. Ihr macht euch also auf, diese Angelegenheit zu untersuchen. Dabei müsst ihr euch durch die verschiedensten Leveldesigns kämpfen. Dieses geht von Urwäldern über die staubige Wüste bis hin zu schneeverwehten Gebirgslandschaften. Da haben sich die Entwickler echt Mühe gegeben, Abwechslung ins Spiel zu bringen, was meiner Meinung nach auch durchaus gelungen. Ob ihr es dann wert seid, Teil der Spezialeinheit zu sein und die Superwaffe zu finden, müsst ihr im Laufe der Kampagne beweisen.
Multiplayer-/Online-Modus
Der Online-Multiplayermodus stellt das Herzstück von BC2 dar. Ihr habt hier wieder die Möglichkeit, mit bis zu 24 Spielern zwei verschiedene, aber bekannte Modi zu spielen. Es handelt sich zum einen um die Eroberung, die auch schon in vielen anderen Teilen der Battlefield-Serie integriert ist und bei der ihr verschieden mit Flaggen gekennzeichnete Punkte einnehmen müsst, indem ihr euch ohne Anwesenheit von Gegner eine Weile im Einflussbereich der Flagge befinden müsst. Zum anderen steht auch der Rush-Modus zur Verfügung, der dem Modus des Gold-Rushs aus dem Vorgänger sehr nahe kommt. Dabei müsst ihr aber anstelle der gegnerischen Goldkisten je zwei gegnerische M-COMs (technische Kommunikation) in die Luft jagen. Aber es gibt auch bei den Onlinemodi Neuerungen. So könnt ihr den angesprochenen Rush-Modus auch im Squad-vs.-Squad –Modus (4 vs. 4) spielen, was für Teamspieler echt eine Bereicherung darstellt. Auch ein Squad-Deathmatch wurde integriert, bei dem die Kills von vier gegnerischen Squads verglichen werden. Der Ansatz der Squad-Matches bringt auf jeden Fall Abwechslung, auch wenn die anderen beiden Modi immer noch meist bevorzugt gespielt werden, allerdings kann man auch diese im Squad angehen, wobei die Punkte aber individuell berechnet werden.

Durch Onlinematches könnt ihr Punkte oder auch Erfahrung für euren Charakter sammeln, durch die ihr einen Rang bekommt und durch die ihr außerdem schon erwähnte Waffen, Gadgets und Spezialisierungen freischalten könnt. Der Stufenaufstieg ist hier auch wesentlich langwieriger als im Vorgänger, was zur Dauermotivation sicherlich beiträgt, es geht außerdem bis Stufe 50. Schade finde ich im Übrigen, dass man sich hier dem System von CoD: Modern Warfare 2 nähert, bei dem gute Spieler auch noch die besseren und effektiveren Ausrüstungsgegenstände haben und somit Neueisteiger meist schnell zum Kanonenfutter verkommen. Ich fände es positiver, dass so wie beim Vorgänger alle mit den gleichen Möglichkeiten ins Spiel gehen würden. Ein weiterer Punkt, der mich sehr verwundert hat, war die Integration der Sniper. Nun gut, Scharfschützen gibt es in jedem guten Shooter, auch wenn ich mich frage, warum? Sie machen das Schlachtgeschehen häufig kaputt und nerven oft. Aber bei BC2 ist das Ganze noch übertriebener. Hier können sie einfach alles und sind übermächtig. So können Sie beispielsweise auch ohne Probleme einen Panzer in die Luft jagen, was eigentlich Aufgabe der Pioniere wäre. Man kann nur hoffen, dass da Electronic Arts schnell nachbessert. Ansonsten macht der Multiplayermodus einfach nur Laune, vor allem wenn man mit ein paar Freunden im Squad ist und sich so einzelne Rollen aufteilen kann. Das ist einfach ganz großes Kino!
Grafik und Sound
Wie schon angesprochen ist die Grafik einfach genial. Wenn man eine Karte das erste Mal sieht, dann könnte man auch einfach für ein paar Minuten das Panorama genießen. Wenn da nicht wieder ein Raketeneinschlag direkt neben einem wäre, so dass man auch die Explosion mit anschließendem, sich langsam verziehenden Nebel betrachten müsste. Und dann sind da auch noch die Wassereffekte, die einem das Wasser fast real vorkommen lassen. Ihr merkt schon, ich komme aus der Euphorie gar nicht mehr heraus. Das Ganze wird dann noch von ordentlichen Soundeffekten unterstützt, die richtig druckvoll aus den Bassboxen kommen und wiederum sehr authentisch wirken. Von der technischen Seite gibt es also her kaum was zu meckern, das kann man nicht mehr viel besser machen. Ein Kompliment an die Entwickler. Da bleibt nur zu hoffen, dass Bad Company 3 nicht allzu lange auf sich warten lässt. So und nun geht es wieder im Eiltempo vor die Konsole, mein Squad wartet…



Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Ich bin wieder mal begeistert. Ich habe eigentlich schon seit dem Release des ersten Teils auf den Nachfolger gewartet. Als ich ihn nun endlich in den Händen hielt, konnte ich das erste Game kaum abwarten. Also rein damit und nichts wie rein in die Multiplayeraction, die noch mehr als im Vorgänger das zentrale Element des Spiels darstellt. Kaum einer meiner Gamerkollegen hat sich bisher groß mit dem Singleplaymodus beschäftigt, auch wenn dieser durchaus seinen Reiz hat. Für alle Shooterfans ist dieser Titel wieder mal ein absolutes Muss und eine unbedingte Kaufempfehlung. Wer Spaß an Shootern hat wird dieses Spiel lieben. Top!


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positiv negativ
  • Beinahe alles zerstörbar
  • Brachiale Multiplayermatches
  • Sehr gute, detailreiche Grafik
  • Sehr detaillierte Charaktere (inkl. Waffen und Uniformen)
  • Flüssige Onlinegames und neue -modi
  • Belohnung von Team- und Squadzusammenarbeit
  • Leider kein Koopmodus der Kampagne
  • Teilweise nerviges Hängenbleiben an kleineren Hindernissen
  • Etwas stupide KI (Bsp. Laufen in die Schusslinie)
  • Charakterklasse Sniper viel zu mächtig (können praktisch ALLES)





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