Schlacht um Finnland

Schlacht um Finnland

Originaltitel: Tali-Ihantala 1944
Genre: Action / Kriegsfilm
Regie: Ake Lindman • Sakari Kirjavainen
Hauptdarsteller: Rauno Ahonen • Frank Biermann
Laufzeit: Ca. 116 Minuten
Label: Pandastorm Pictures
FSK 16

Schlacht um Finnland   22.09.2012 von DeWerni

Im Juni 1944 nehmen sich finnische Truppen vor, den Vormarsch der russischen Armee gegen Finnland und Deutschland aufzuhalten. Auch wenn die Kräfteverhältnisse klar für die scheinbar übermächtige Rote Armee sprechen, geben die tapferen Soldaten ihr Bestes. Es kommt zu einer erbitterten Schlacht, die das Highlight in dieser recht realistischen Kriegsdarstellung liefert …

 

Unsere Vorstellung des kriegerischen Geschehens im Zweiten Weltkrieg ist stark geprägt von diversen Veröffentlichungen, die sich meist mit den Schlachten der Alliierten und den Deutschen an unterschiedlichsten Fronten auseinandersetzen. Doch der Trend in der letzten Zeit geht ganz klar Richtung der etwas abgeschiedeneren Schauplätze. Und genau das trifft auch auf die Schlacht um Finnland zu. Dabei steht der Vormarsch der Roten Armee Richtung Finnland im Fokus. Die zahlenmäßig deutlich unterlegene Streitkraft liefert den Sowjets in diversen Gefechten erbitterten Widerstand und bereitet sich schließlich auf die finale Schlacht in Tali-Ihantala – gleichzeitig der Originaltitel des Films – vor. Der Zuseher bekommt das Geschehen aus der Sicht des Panzerverbands unter der Leitung von General Ruben Lagus (Marcus Groth) präsentiert. Diese muss sich an der heimischen Grenze zu Russland auf ihrem Rückzug teils heftigen Angriffen der Russen wehren. Ake Lindman, der Regisseur des Werks, greift bei der Darstellung des Geschehens auf Erlebnisse zurück, die er selbst mitgemacht hat. Denn er selbst war als junger Erwachsener mitbeteiligt an den Kämpfen.

 

Das Werk könnte man schon fast als dokumentarische Darstellung betrachten, denn das wollten die Macher mit Sicherheit erreichen. Allerdings ist dies nicht ganz gelungen. Die einzelnen Kampfszenen mögen im Grunde interessant sein, allerdings wirken sie oftmals viel zu unrealistisch. Das gilt für die grundlegende Qualität, der man den B-Movie-Charakter des Öfteren durchaus anmerkt, sowie für das Geschehen, das doch hin und wieder einfach nur unrealistisch ist. Wer den Film gesehen hat, wird das sicherlich bezüglich des einsamen, finnischen Panzers inmitten von russischen Kampftruppen bestätigen können. Aber auch die einzelnen Darstellungen können leider wenig Atmosphäre erzeugen. Am wenigsten kann man dabei den Darstellern einen Vorwurf machen, sie spielen ihre Rollen im vorgegebenen Konzept durchaus überzeugend und können die Charaktere auch rüberbringen. So gelingt es zwar, eine Art Dokumentation des Geschehens zu präsentieren, diese liegt jedoch weit entfernt von realistischem Handeln und authentischen Kriegshandlungen. Aber auch der Versuch der Vermischung mit unterhaltenden Elementen ist leider meilenweit danebengegangen. Hier hätte man vielleicht vorab eine Entscheidung treffen müssen, ob man realistischer Darstellung oder actionreicher Unterhaltung den Vorzug gibt. So ist es leider nichts Halbes und nichts Ganzes geworden.

 

Bildergalerie von Schlacht um Finnland (10 Bilder)

Technisch bekommt man als Zuseher ein solides, aber nicht immer gelungenes Werk im HD-Bereich geboten. Die Farben wirken meist authentisch für die Zeit des Settings, wenn sie des Öfteren auch etwas blass daherkommen. Der Kontrast ist dabei deutlich zu steil umgesetzt, sodass das Bild in dunkleren Passagen oftmals von den helleren Bereichen überstrahlt wird. Ansonsten ist das Bild meist scharf, aber einige, wenige totale Einstellungen zeigen dabei Schwächen und oftmals wirkt es etwas grob und verrauscht. So kommt dann in Summe leider kein großer plastischer Effekt auf. Die Qualität der Audioeffekte geht in Ordnung. Zumindest die Dialoge sind meist recht verständlich gehalten, da gibt es kaum etwas zu meckern. Ansonsten hinkt die Qualität allerdings hinter aktuellen Produktionen her. Es fehlt an dynamischer Verteilung der Kanäle und klaren Effekten. Alles hört sich da ein wenig dumpf an, so kommt leider kaum Atmosphäre auf. Auch eine deutliche Frontlastigkeit lässt sich mit der Zeit feststellen. Insgesamt ist das Werk also solide, allerdings auch nicht annähernd auf der Höhe dessen, was im HD-Bereich möglich und teils auch nötig ist.


Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Mich konnte das Werk von Ake Lindman wenig fesseln. Das Ganze wurde irgendwie zu trocken und nüchtern präsentiert, von einer Story abseits des eigentlichen Kriegsgeschehens ist weit und breit nichts zu erkennen. Aber dafür wurde das Werk wohl dann auch nicht produziert. Wer generell Interesse am Kriegsgeschehen des Zweiten Weltkriegs hat, der bekommt mit Sicherheit auch eine dokumentationsartige Präsentation des damaligen Geschehens geboten, das sich abseits der Hauptkampfhandlungen abgespielt hat und deswegen auch weniger im Fokus von bekannten Kriegsfilmen und Dokumentationen stand. Wer von dem Film ein hollywoodreifes Actionspektakel erwartet, der sollte besser die Finger von der Veröffentlichung lassen. Wer dagegen realitätsnah über das kriegerische Geschehen in der Wildniss von Finnland informiert werden möchte, der ist mit diesem Werk nicht falsch beraten und kann einen Blick wagen.


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