Fifa 11

Fifa 11

Publisher: Electronic Arts
Entwicklerstudio: EA Sports
Genre: Sportspiel
Sub-Genre: Fußballsimulation
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 28.09.2010
USK 0

Fifa 11   08.10.2010 von DeWerni

Vor Kurzem ist die Fußball Bundesliga endlich wieder in die neue Saison gestartet. Während sich die Teams wieder mehr oder weniger erfolgreich in das Geschehen gestürzt haben, geht auch der diesjährige Kampf um die Krone im Games-Sektor um das beste Fußballspiel in die nächste Runde. Wie sich FIFA dabei geschlagen hat, erfahrt ihr im nachfolgenden Bericht…
 

Wie schon fast in jedem Jahr geht kurz, nachdem die Fußball Bundesliga die neue Saison eingeleitet hat, der Kampf um die fußballerische Krone abseits des Platzes weiter. Die Konkurrenten dabei sind die alljährlichen Veröffentlichungen der FIFA- und der Pro Evolution Soccer (PES)-Reihe. Letztes Jahr hatte nach der Meinung der Fachpresse FIFA 10 nach einigen eher schwächeren Jahren zum ersten Mal wieder vor PES 2010 die Nase vorne. Einer der wichtigsten Punkte, die allerdings schon immer für das Werk aus dem Hause Electronic Arts gesprochen haben, ist das riesige und umfangreiche Lizenzpaket. Auch in diesem Jahr haben die Entwickler weder Kosten noch Mühen gescheut, uns Gamer mit ausreichenden Lizenzen zu versorgen. Auch wenn sich in unseren Breitengraden wenig an neuem hinzugesellt hat, so gibt es doch wieder 28 verschiedene, offiziell lizensierte Originalligen mit insgesamt über 500 reellen Mannschaften und mehr als 15000 Spieler, deren Steuerung man allesamt übernehmen kann – Viel mehr gehen gar nicht! Neu hinzugesellt hat sich dieses Jahr vor allem zu guter Letzt auch die russische Liga, die damit schließlich ihren Zugang zu den Next-Gen-Konsolen gefunden hat. Doch nun endlich rein mit der Scheibe ins Laufwerk!

Das Runde muss immer noch ins Eckige

Die Überschrift sagt es bereits aus: „Ja, das Runde muss noch immer ins Eckige!“ Mit FIFA 11 kann das Ganze aber wesentlich realistischer als bisher stattfinden. Es wurden in das Gameplay doch einige Veränderungen und Verbesserungen eingebaut. Im Fokus stehen hier auf alle Fälle das verbesserte Passspiel und die Integration von persönlichen Stärken und Schwächen eines Spielers. So ist das Passen nicht mehr so leicht wie früher, es kann immer mal ein Ball verloren gehen. Je nach Klasse des Spielers kann dieser dann auch noch einen sauberen Ball unter Bedrängnis spielen oder verstolpert ihn eben. Ein „Robben“ beispielsweise agiert bei seinen Schüssen jederzeit brandgefährlich und mit einer extremen Ballsicherheit, während ein „van Bommel“ doch des Öfteren mal danebenschießt. Dieser Schritt des Entwicklerteams ist genau der richtige. Zum einen macht es das Spiel wesentlich realistischer und sorgt zusätzlich dafür, dass man nun endlich nicht mehr 11 Klons auf dem Platz hat, zum anderen kann man die Stärken und Schwächen der einzelnen Spieler auch wirklich (aus-) nutzen. Noch ausgereifter als in FIFA 10 wirken zudem die Zweikämpfe, bei denen fast alles stimmt. Man merkt richtig, wie man sich mit dem Stick gegen den Gegner lehnen muss, um im Zweikampf zu bestehen. Ein weiterer positiver Aspekt sind auch die verbesserten Details in den Bewegungsabläufen der Spieler aber auch beim Verhalten des Balls. Diese unterscheiden genauso bei den verschiedenen Spielern wie ihre Fähigkeiten. Der Ball springt irgendwie nicht mehr so linear, sondern authentischer. Alles in allem setzt FIFA 11 gerade den richtigen Hebel bei der Spielmechanik an und liefert ein Meisterwerk ab, das neue Maßstäbe im Genre setzt.

Lasst die Karriere beginnen
Die zentralen Spielmodi für den geneigten Single-Player sind in dieser Ausgabe sicherlich der Modus „Be a Goalkeeper“, in dem ihr nun endlich auch die Karriere eines Torhüters durchleben dürft, und die Karriere selbst. Solltet ihr euch für einen Torhüter entscheiden, so kann man sich den Ablauf irgendwie schwierig vorstellen, wenn man es nicht selbst einmal erleben durfte. Trotz allem ist der Modus simpel umgesetzt und macht erstaunlicherweise eine Menge Spaß. Ihr müsst nämlich eigentlich nur einen farbigen Kreis auf dem Rasen im Auge behalten, dieser ist für das Stellungsspiel relevant und zeigt euch die richtige Positionierung eures Spielers an. Sollte dann ein Schuss in Richtung eures Tores abgegeben werden, dann müsst ihr nur im richtigen Moment die richtige Taste drücken und schon landet ihr mit einer Glanzparade in den Herzen der Fans. Es ist schon mal etwas anderes die vergebenen Chancen oder Tore des eigenen Teams aus der Sicht eines Torhüters zu beobachten. Gerade ärgert man sich noch, dann kommt der Stürmer auf das eigene Tor zugerannt und man ist mehr oder weniger alleine dafür verantwortlich, den hauchdünnen Vorsprung zu halten. EA hat da einen sehr geilen Modus geschaffen, der einem ein neues Spielgefühl näher bringt und man in den Genuss kommt, den Werdegang und die Sichtweise unserer Torhüter selbst einmal nachzuempfinden.

Die Karriere an sich kann man entweder als Manager, als Spieler oder als Spielertrainer durchleben. Bisher gab es die Karriere ja nicht wortwörtlich in der FIFA-Serie. Aber auch hier wurde das Rad nicht neu erfunden, es wurden lediglich mehrere Modi zusammengefasst. Gab es letztes Jahr noch „Be A Pro“, „Be A GM“ und die Saison, so gibt es heute nur noch die Karriere. In dieser kann man dann eben auch entscheiden, ob der Manager, ein Spieler oder das gesamte Team gesteuert werden soll. Je nach Wahl habt ihr dann auch einen anderen Fokus. Als Spieler habt ihr wohl hauptsächlich eure eigene Karriere im Sinn, während im Fokus des Trainers natürlich mehr der Erfolg des Vereins und des gesamten Teams steht. Egal wie eure Wahl nun genau ausfällt, die Karriere an sich dauert auf alle Fälle 15 Jahre. Als Spieler müsst ihr dabei auf eurer Position mit guten Aktionen und Bewertungen glänzen, so bekommt ihr Erfahrungspunkte für bestimmte Aktionen, die sich dann wiederum je nach Aktion auf die Entwicklung einzelner Eigenschaften auswirken. So könnt ihr mit eine wenig Glück und Können bald mit den Weltstars mit halten. Als Manager müsst ihr euch im Wesentlichen um die Koordination, die Verträge und die weitere personelle Gestaltung des Teams und dessen Umfeld kümmern. Dabei wurden gegenüber letztem Jahr einige Features, wie das Aufwerten des eigenen Trainer- und Betreuerpersonals, gestrichen. Andere wiederrum, wie zum Beispiel das Aushandeln von Verträgen, dagegen deutlich ausgeweitet. Im Endeffekt wird jeder seine Herausforderung und auch seinen individuellen Spaß an der Karriere finden, egal welche Rolle man wählt.

Geil, geiler oder doch lieber 11 vs. 11
Bevor ich kurz auf die möglichen Multiplayer- und Onlinemodi eingehe, der Hinweis auf den negativen Aspekt, dass man – egal ob man on- oder offline im Multiplayer spielen möchte – ein Konto bei EA anlegen muss und das Spiel für den Multiplayerbereich aktivieren muss. Das hat den Hintergrund, dass man das Spiel nicht mehr verkaufen kann beziehungsweise jeder Besitzer seine eigene Multiplayerberechtigung benötigt, die natürlich für den Gebrauchtkäufer wieder extra Geld kostet – einfach unschön!

Der Umfang des Multiplayerbereichs ist dafür umso größer. Egal ob ihr 10 vs. 10, 11 vs. 11,  oder die Pro Club Championship spielen wollt, werdet ihr sicher auf eine Menge Spielspaß kommen. Ebenso gilt dies beim Creation Center, bei dem ihr komplett euren eigenen Verein samt Logo, Trikot, Namen und ähnliches erstellen könnt. Ein ganz besonderes Schmankerl dabei ist sicherlich der 11 vs. 11-Modus, der nun auch seine Integration gefunden hat, da ja mittlerweile auch die Torhüter selbst spielbar sind. Während fast allen Partien, die wir online in allen möglichen Modi  für euch getestet haben, lief das Spiel übrigens angenehm stabil und flüssig. Selbst bei einem Spiel mit den maximal möglichen 22 Mitspielern gab es so gut wie keine Ruckler. Der Multiplayerbereich von FIFA 11 wurde sicherlich in den Fokus gerückt und stellt mit einen der Hauptbestandteile des Spiels dar.

Das atmosphärische Highlight
Also wer schon letztes Jahr oder spätestens mit dem Release von FIFA WM 2010 gedacht hatte, man würde so langsam an die Grenzen der Grafikpracht der Next-Gen-Konsolen gelangt sein, der wird hier eines besseren belehrt. Klar ist, dass dieses auch sofort ins Auge sticht. Die Spieler sehen noch ein wenig detaillierter und realer aus, da wurde viel Herzblut ins Detail gesteckt. Nun sieht ein Schweini auch aus wie ein Schweini und nicht mehr wie ein entfernter Verwandter. Die Fußballarenen sind auch wieder sehr gut umgesetzt, dies merkt man vor allem dann wenn man selber schon einmal in einem der Stadien war und die Atmosphäre kennt. Diese wurde auf jeden Fall sehr gut eingefangen.

Der Sound dagegen hinkt den Ansprüchen dagegen leider noch ein wenig hinterher. Von den Soundeffekten auf dem Fußballfeld her an sich geht das Ganze wirklich in Ordnung, die Atmosphäre durch die Fangesänge könnte ein wenig besser sein. Schön ist aber auf alle Fälle wieder die Integration von vereinseigenen Gesängen und Schlachtrufen. Die Kommentatoren wurden nun endlich einmal ausgetauscht, nachdem sie in den letzten Jahren doch Stück  für Stück immer mehr genervt haben, allerdings ist der Ersatz durch die bekannten Kommentatoren Frank Buschmann und Manni Breuckmann auch (noch) nicht viel besser, weil die Kommentare oft einfach nicht wirklich zur Spielsituation passen. Insgesamt gesehen ist die Atmosphäre aber allein durch die geniale Grafik super gelungen und auf einem sehr hohen Niveau.


Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

FIFA macht in der diesjährigen Version wieder mal richtig Spaß. Und obwohl es letztes Jahr schon besser als der große Kontrahent war, spürt man nochmals einen riesen Sprung zwischen den beiden Versionen. Es wurden sehr viele Features neu angepackt und realisiert. Schade, dass diese Features teilweise in der Menge und Komplexität des Spiels etwas untergehen. Der wichtigste Punkt im Spiel ist aus meiner Sicht die Atmosphäre - und die ist bombastisch gelungen: Geniale Grafik, schöne Fangesänge, real anmutende Zweikämpfe, das neue Passsystem und die verbesserte grundlegende Spielmechanik. All das trägt zu einem neuen Spielgefühl bei, das das Spiel aus meiner Sicht wieder auf den Thron der Fußballsimulationen für die nächsten 12 Monate hebt. Einzig das allseits bekannte Manko der Kommentatoren besteht noch immer, auch wenn diese mittlerweile ausgetauscht wurden. Fans der Serie und des Fußballsports an sich werden um einen Kauf von FIFA 11 wohl kaum herumkommen. Von mir gibt’s eine absolute Kaufempfehlung! Top Umsetzung!


Die letzten Artikel des Redakteurs:


positiv negativ
  • Sehr viele Verbesserungen…
  • Riesiges Lizenzpaket
  • Beeindruckende Grafik
  • Online 11 vs. 11 möglich
  • Intensive und reale Zweikämpfe
  • Nun sind auch Torhüter in den „Be a Goalkeeper“-Modus spielbar integriert
  • …die leider teilweise etwas untergehen
  • Hin und wieder KI-Aussetzer
  • Etwas nervige, wenn auch neue Kommentatoren





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