Fight Night Round 4

Fight Night Round 4

Publisher: Electronic Arts
Entwicklerstudio: EA Sports
Genre: Sportspiel
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 02.07.2009
USK 12

Fight Night Round 4   09.08.2009 von DeWerni

Der Gong wird geschlagen. Der alles entscheidende Kampf geht in die nächste Runde. Ihr steht Mike Tyson im legendären Kampf um die Schwergewichtsweltmeisterschaft gegenüber. Habt ihr genug trainiert und reicht eure Kraft bis zum Ende? Ob ihr der Herausforderung gewachsen seid, könnt ihr hier herausfinden…
 
EA Sports hat vor kurzem das nächste Spiel der erfolgreichen Fight Night Reihe auf den Markt gebracht. Mit diesem Teil geht man bereits in die 4. Runde. Dieses Mal hat sich einiges im technischen sowie auch im spielerischen Bereich im Vergleich zu den Vorgängern getan. Aber dazu muss man natürlich auch anmerken, dass die Veröffentlichung der dritten Runde bereits über drei Jahre her ist, so dass man auch mit einem Fortschritt rechnen musste. Neben der Erstellung eines eigenen Boxers, auf das ich später noch kurz eingehen werde, habt ihr auch die Wahl einen bekannteren Starboxer für den schnellen Kampf oder den Karrieremodus herzunehmen. Darunter sind auch so klangvolle Namen wie Mike Tyson, George Foreman oder Muhammad Ali. Insgesamt habt ihr die Wahl zwischen knapp 50 vorgefertigten realen Boxern. Ein Manko hat die Auswahl aber auch. Die momentan wohl bekanntesten Boxer, gerade in Deutschland, sind leider im Game nicht spielbar: Die Klitschko-Brüder. Naja, dann muss man sich wohl einen ähnlichen Boxer selber zusammenstellen. Außerdem habt ihr auch noch die Auswahl zwischen verschiedenen Boxringen, in denen eure Kämpfe steigen. Angefangen von einem popligen kleinen Trainingsring in einer dreckigen Lagerhalle über dem Staples Center in Los Angeles, die MGM Grand Arena in Las Vegas bis hin zum Royal Theatre in London, euch stehen also mehr als genug Möglichkeiten offen.

Gameplay
Das Gameplay von Fight Night Round 4 wurde im Gegensatz zu den Vorgängern ein wenig umgestellt. Man steuert seinen Boxer nun über die sogenannte „New Punch Control“. Dabei muss man nicht, wie bei vielen früheren Boxspielen, wie ein wilder auf den verschiedenen Knöpfen rumhauen, s
ondern die einzelnen Moves mit einer Bewegung des Analogsticks einläuten. Dabei ist die ganze Steuerung nach anfänglichen Schwierigkeiten recht intuitiv. Zu Beginn bekommt man deswegen auch ein kleines Tutorial angeboten, in dem man zwar mit den verschiedenen Möglichkeiten erst mal ein wenig überfordert ist, aber das gibt sich schnell. Die eigentlichen Knöpfe benötigt man ab sofort nur noch für spezielle Bewegungen, wie beispielsweise einen unfairen Angriff unter der Gürtellinie, den Kopfstoß (Vorsicht! Punktabzug oder Abbruch des Kampfes möglich.), das Klammern oder das Wegstoßen des Gegners. Im Großen und Ganzen ist die Steuerung meines Erachtens nach sehr gut gelungen, sie versetzt den Spieler mehr als bei anderen Spielen in die Lage eines Boxers. Auch reagiert sie sehr schnell, so dass man jederzeit in der Lage ist, auf den Gegner und seine Bewegungen mit der „richtigen“ Antwort zu reagieren. Allerdings spielen natürlich auch andere Eigenarten des eigenen Boxers in die Wirkung der Schläge mit ein, diese sind zum Beispiel die Schlaggenauigkeit, die Schlagkraft selber, die Reichweite und die Technik. Auf diese Eigenschaften wird im späteren Verlauf noch einmal genauer eingegangen. Besondere Schläge, auf die man im Kampf nur bedingt eingewirkt werden kann, sind vor allem der Haymaker und der Lucky Punch. Mit dem Haymaker hat man jederzeit die Möglichkeit, zu einem besonders kräftigen Schlag auszuholen, allerdings ist dessen Vorbereitung etwas länger und langsamer, so dass der Gegner auch besser darauf reagieren kann und seine Deckung dementsprechend richtig halten kann. Außerdem kann man jederzeit einen sogenannten Lucky Punch setzen. Dieser trifft den Gegner in einer speziellen Situation sehr unerwartet, so dass man durch nachsetzen die Chance darauf hat, seinen Gegner auf die Bretter zu schicken. Also in keiner Situation aufgeben, es kann jederzeit passieren.

Ansonsten hat jeder Boxer drei Statusleisten: Gesundheit, Ausdauer und Schaden. Die Gesundheit zeigt an, wie viel Schaden dein Boxer noch verkraftet. Hat er noch wenig Gesundheit fängt die Leiste an zu blinken und der Boxer läuft Gefahr, mit dem nächsten Treffer zu Boden zu gehen. Die Ausdauer ist dafür verantwortlich, wie hart du zuschlägst, wie schnell deine Bewegungen sind und wie erschöpft du bist. Der Schaden zeigt an, wie viele Schläge du einstecken musstest und wie heftig deine Verletzungen sind. Je mehr Schaden du hast, desto eher wird ein Kampf wegen eines Cuts abgebrochen bzw. desto schwieriger wird es für dich, nach einem Niederschlag wieder auf die Beine zu kommen. Die eben erwähnten Verletzungen, vor allem die Cuts, sieht man dem Gegner auch während des Kampfes an. So hat es auch Einfluss, wenn man immer wieder auf die gleiche Stelle schlägt, um so einen Cut hervorzurufen bzw. einen vorhandenen zu verschlimmern. Also man merkt sofort, dass sich das Entwicklerteam bei dieser Ausgabe wirklich richtig Gedanken gemacht hat. Sollte man doch einmal zu viel Prügel bezogen haben und sich das Geschehen mal vom Boden aus anschauen müssen, so muss man sich einer besonderen Herausforderung stellen. Zunächst muss man versuchen, einen Balken mit dem rechten Stick in der Mitte zu halten, dabei muss man nur rechts/links steuern, wobei sich das Ganze einfacher anhört als es ist. Hat man den Balken einigermaßen im mittleren grünen Bereich, dann muss man mit dem
linken Stick nach oben drücken, um den Boxer aufstehen zu lassen. Doch Vorsicht! Sollte man dabei wieder aus dem grünen Bereich herauskommen, dann verliert der Boxer das Gleichgewicht und kippt wieder um. Dieses Feature ist sehr gut umgesetzt, aber auch sehr herausfordernd. Gerade ein Aufstehen nach dem zweiten Niederschlag ist nahezu unmöglich und ist mir auch mit ein wenig Übung noch gar nicht gelungen. Das wäre auch so ziemlich das Einzige, was man bemängeln könnte.

Abschließend noch ein paar Worte zu einem sogenannten Minispiel in der Ecke in der Ringpause. Naja, eigentlich handelt es sich dabei nicht wirklich um ein Spiel, mehr um eine Art Coaching. Also je nachdem, wie man die vorherige Runde abgeschlossen hat, bekommt man Punkte, beispielsweise für einen besonders hohen Prozentsatz an getroffenen Schlägen oder einem Niederschlag des Gegners. Mit diesen Punkten kann man dann die weiter oben angesprochenen Statusleisten wieder auffüllen (Gesundheit und Ausdauer) bzw. leeren (Schaden). So kann man aktiv Einfluss auf die genaue Entwicklung des Kämpfers während des Kampfes nehmen. Allerdings kann man das Ganze auch automatisch durchführen lassen oder sich Punkte für spätere Ringpausen aufheben.

Karriere
In diesem Spielmodus, der neben dem Multiplayer- und Onlinemodus das Herzstück des Games darstellt, kann man einen Boxer von den Anfängen seiner Karriere als Amateur bis hin zum Schwergewichtsweltmeister begleiten. Ziel der Karriere ist es eigentlich „The Greatest of All Time“ zu werden. Dabei kannst du zunächst die Wahl treffen, ob du einen neuen Boxer erstellen möchtest oder einen vorhandenen entscheidest. Sollte man sich für die eigene Erstellung entscheiden, hat man wirklich unzählige Möglichkeiten, die von den einfachen körperlichen Ausmaßen, wie Größe, Gewicht und Figur, über einzelne Charakteristika, wie Hautfarbe, Bekleidung und Kampfstil, bis hin zur genauen Planung des Einlaufs inklusive der Musik führen. Ihr seht also, man kann an dieser Stelle des Spiels schon Stunden verbringen, falls man dies möchte.

Im Rahmen eurer Karriere werdet ihr natürlich unzählige Trainingsrunden, Boxkämpfe und Turniere als Amateur oder später auch als Profi durchkämpfen. Je nachdem, wie gut oder besser erfolgreich ihr das tut, bekommt ihr natürlich dann auch Punkte, mit denen ihr euren Kämpfer in diversen Werten aufwerten könnt. Ihr startet zunächst als Amateur, ihr müsst euch so zunächst durch ein paar unterklassige Turniere kämpfen. Solltet ihr dabei erfolgreich sein, so könnt ihr schon bald die ersten Profi-Boxer herausfordern, um euch in der Rangliste nach oben durchzukämpfen. Desto weiter oben ihr in der Rangliste steht, desto eher werden auch bald topplatzierte Boxer eure
Herausforderungen annehmen. Vielleicht schafft ihr es ja, euch bis nach ganz oben durchzukämpfen?! Allerdings solltest du auch den Absprung rechtzeitig schaffen, indem du deine Karriere rechtzeitig beendest, wenn das Potential voll ausgeschöpft ist und es für dich nichts mehr zu gewinnen gibt. Also hänge die Boxhandschuhe rechtzeitig an den Nagel, bevor die Karrierebewertung Schaden nimmt und dein Boxer an Ansehen verliert.

Multiplayer-/Online-Modus
Auch hier gibt es zahlreiche Optionen für den geneigten Spieler. So kann man beispielsweise mit anderen Spielern seine selbst erstellten Boxer jederzeit austauschen oder an virtuellen „Online World Championships“ teilnehmen. Außerdem könnt ihr natürlich auch die typischen Mitspieler- und Ranglistenspiele bzw. Kämpfe spielen. EA hat sich hier wirklich Gedanken gemacht, um den Mitspielern rund um den Globus einiges zu bieten, was meiner Ansicht nach auch gelungen ist. Was noch anzumerken bleibt ist, dass die Verbindung anscheinend sehr stabil ist. Während meiner Testphase gab es keinerlei Abbrüche. Ein kleines Manko scheint es aber doch zu geben. Die Kämpfe, so scheint es mir, laufen leicht verzögert bzw. allgemein ein wenig langsamer ab, als direkt auf der Konsole, was dem Spielspaß allerdings nach einer kurzen Eingewöhnungszeit keinerlei Abbruch tut. Auch in diesem Punkt kann Fight Nicht Round 4 also wirklich überzeugen.

Grafik und Sound
An der Grafik hat man hier wirklich gar nichts zu mäkeln. Sie ist sehr gut gelungen, außerdem geht das Spiel auch sehr ins Detail. So wirken die Boxer jederzeit authentisch. In jeder Runde, mit jedem Treffer merkt und sieht man dem Boxer die Anstrengung und die Verletzungen an. So kann man auch einzelne Cuts erkennen, auf die man dann natürlich weiter versucht einzuschlagen. Auch der wegspritzende Schweiß bei einem ordentlichen Treffer ins Gesicht trägt zur gelungenen Atmosphäre bei. Ein besonderes Schmankerl ist der Einlauf der Boxer, dieser ist wirklich top. Die Nebel- und Lasereffekte kann man einfach nicht besser machen. Super EA! Auch die Sounds während des Kampfes sind jederzeit passend, mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Die musikalische Untermalung der Menüs und des Einlaufs eines Boxers ist super gut. Zwar hat man sich hier leider auf Rap & HipHop versteift, aber die Songauswahl ist wirklich gut und meist sehr stimmig, nur Alternativen anderer Musikrichtungen hätten den Mix verbessern können…

Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Ich bin begeistert von Fight Night Round 4. Ich habe bisher zwar auch einzelne Alternativen des Boxgamegenres angespielt, allerdings konnte mich keines davon wirklich überzeugen. Bei diesem Spiel hat man so das erste Mal das Gefühl, etwas von der Boxatmosphäre mitzubekommen. Zum Einen stimmen Grafik, Sound und Aufmachung, zum Anderen „merkt“ man richtig, wenn man beispielsweise einen unerwarteten Lucky Punch abbekommt, und versucht, sich schnell aus der Affäre zu ziehen. Für alle Boxsportfans auf jeden Fall ein Muss!


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positiv negativ
  • Knapp 50 verschieden reale Boxer integriert
  • Schöne Trefferanimationen
  • Guter Karrieremodus
  • Gelungene Grafik mit vielen Details
  • Viele Designmöglichkeiten für den eigenen Boxer
  • Teilweise hacklige KO-Animationen
  • Schwieriger Steuerung für Anfänger
  • Musikauswahl sehr einseitig





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