Geheimakte 3

Geheimakte 3

Publisher: Koch Media
Entwicklerstudio: Deep Silver
Genre: Adventeure
Sub-Genre: Point&Click-Adventure
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 31.08.2012
USK 12

Geheimakte 3   01.10.2012 von DeWerni

Nina und Max sind schon tierisch aufgeregt, schließlich steht in zwei Tagen die große Hochzeit an. Doch an diesem Morgen werden sie grob aus den Träumen gerissen: Ein Sondereinsatzkommando stürmt die Wohnung und nimmt Max mit. Nina bleibt nur ein Hinweis: das Ziel der Flitterwochen und ein paar andere, komische Fakten. All das ermuntert Nina wieder einmal dazu, ihre eigenen Ermittlungen anzustellen …

 

Ich starte ein neues Spiel aus dem Hauptmenü heraus und werde sofort in das Geschehen katapultiert, das mit einem Intro eingeleitet wird. Alexandria im Jahre 48 vor Christus. Krieg herrscht. Überall brennende Schiffe, Kämpfe und Wachen – überall Wachen. Ich bin Menis-Ra und habe gerade den Auftrag bekommen, die Papyrusrollen in der Bibliothek zu vernichten. Der Zeitpunkt ist günstig, die meisten Wachleute scheinen gerade in den Kämpfen zu stecken. Also klettere ich die Mauer der Bibliothek hoch. Als kleines Minispiel darf man sich hier einen Spalt nach dem anderen für den Halt suchen und so die Mauer mit ein wenig Kombinationsgeschick erklimmen. Das Ganze ist nicht wirklich schwer, deutet aber schon darauf hin, was es an Neuigkeiten in Geheimakte 3 gibt. Weiter, ich habe es auf das Gebäude geschafft. Doch nun versperrt eine Wache den Zugang. Glücklicherweise finde ich eine Giftschlange, die es sich zwischen ein paar Fässern gemütlich gemacht hat. Ich fange die Schlange mit einem leeren Beutel und werfe sie in den Stall. Das sollte doch für genügend Aufregung sorgen, oder?! Und richtig, die Wache schaut nach, was denn da los ist. Der Zugang ist frei. Nach ein paar weiteren kleinen Hindernissen gelingt es mir, die Papyrusrollen schließlich unbemerkt anzuzünden und damit zu vernichten. Auftrag erledigt. Oder?

 

Auf den Spuren von Indiana Jones

Von wegen, denn jetzt geht die Story erst richtig los. Nachdem sich die Heldin der Geheimakte-Reihe Nina Kalenkow aus ihren üblen Träumen gerissen hat, wird der Albtraum sofort zur Realität. Denn eigentlich wollte sie noch ein paar ruhige Tage mit ihrem Freund Max Gruber verbringen, bis übermorgen schließlich eine der erfreulichsten Ereignisse im Leben einer Frau ansteht: die Hochzeit. Doch es kommt alles ganz anders. Urplötzlich steht ein bewaffnetes Sondereinsatzkommando in der Wohnung und führt Max ab. Angeblich ist er irgendwie in terroristische Machenschaften verwickelt. Nina kann das nicht glauben, Max gelingt es, ihr als einzigen Hinweis noch das Ziel der anstehenden Hochzeitsreise zukommen zu lassen: Australien. Nina merkt, dass an dieser Stelle irgendetwas stinkt – und zwar ganz gewaltig. Nina weiß, dass ihr nichts anderes übrig bleibt, als der Sache selbst nachzugehen. Zunächst gibt sie eine Vermisstenanzeige auf, die örtliche Polizei weiß nichts über einen angeblichen Einsatz eines Sondereinsatzkommandos. Dann macht sie sich selbst an die Ermittlungen. Der Hinweis Australien bringt sie schließlich in die Türkei an den Fuß des Nabelbergs. Dort ist Max’s Kollege Emre in unterirdischen Gängen verschüttet. Nachdem ich ihn befreit habe, bekomme ich den ersten richtigen Hinweis darauf, was es mit der Entführung von Max auf sich haben könnte: Max und Emre haben Ausgrabungen geleitet, die das Volk vom Nagelberg betrifft. Es gibt Anzeichen darauf, dass das Volk vor 10.000 Jahren nicht auf natürlichem Wege vernichtet und die Stadt absichtlich zugeschüttet wurde. Nun kommt Emre mit Hilfe von Nina auch noch dahinter, dass das Volk damals schon die radioaktive Strahlung für sich entdeckt hatte – und von dieser dahingerafft wurde. Überall trifft Nina von nun an auf mathematische Gleichungen und seltsame Zeichen der Wächter, die ihr schon in Tunguska begegnet sind. Unter Einsatz ihres Lebens versucht Nina fortan aufzuklären, was hinter der Sache steckt und gleichzeitig Max zu befreien. Doch jederzeit muss sie sich vor den mysteriösen, bewaffneten Soldaten in Acht nehmen, die ihr ständig nach dem Leben trachten …

 

Bildergalerie von Geheimakte 3 (11 Bilder)

Point&Click in Perfektion und knifflige Angelegenheiten

Die Steuerung von Adventures spielt immer eine wichtige Rolle für den Erfolg des Games. Diese ist hier solide umgesetzt, man hat sich an der typischen Steuerung für Point&Click-Adventures orientiert. Man visiert das Objekt der Begierde mit der Maus an, mit Rechtsklick begutachtet man es genauer, mit einem Linksklick verwendet man es. Hat man einen Gegenstand bereits in der Hand, kann man es mit einem weiteren Linksklick mit einen anderen Gegenstand kombinieren, falls möglich. Sollte eine Verwendung oder Kombination nicht möglich sein, ist der entsprechende Mausklick auch optisch schon deaktiviert. Das Inventar ist praktisch als untere Bildschirmleiste integriert und wird dann sichtbar, wenn man mit der Maus in diesen Bereich fährt. Für die Gegenstände des Inventars gilt das Gleiche wie für den Rest der Gegenstände bezüglich Verwendung, Untersuchung und Kombination. Als Hilfe für den Spieler gibt es im Übrigen wieder die oftmals integrierte Hotspotfunktion, bei der man sich am aktuellen Ort des Geschehens die Interaktionsmöglichkeiten anzeigen lassen kann, sollte man einmal nicht weiter wissen. Zudem gibt es die Aufgabenhilfe, bei der der Erzähler die wichtigsten aktuellen relevanten Fakten noch einmal zusammenfasst und dem Spieler so versucht, auf die Sprünge zu helfen.

 

Auch die Rätsel präsentieren sich meist recht klassisch, für den Einsteiger auch durchaus anspruchsvoll, während der erfahrene Adventure-Zocker hier weniger Probleme haben wird. Es handelt sich bei den Rätseln oftmals um Minispiele, die die Code- oder Kombinationsgabe und Logik des Spielers auf die Probe stellen. Einige Ideen sind da sehr schön umgesetzt, wie beispielsweise die Bildkombinationsaufgabe, um ein verschlossenes antikes Tor zu öffnen, andere wirken teilweise etwas unpassend und aufgesetzt. Was hat denn bitte ein Schieberätsel mit dem Abschalten eines Kraftwerks zu tun?! Insgesamt gehen die Rätsel allerdings in Ordnung, sind allerdings auch oftmals etwas unlogisch und (fast) nur durch Ausprobieren zu lösen. Vor einigen Aufgaben lässt sich zudem der Herausforderungsgrad festlegen. Man kann dabei zwischen der einfacheren und der schwierigeren Variante wählen, wobei der höhere Schwierigkeitsgrad auch für Erfahrene nicht besonders schwer ausfällt. Für Spielspaß ist also in Summe schon gesorgt, auch wenn man das Abenteuer in etwa fünf bis zehn Stunden durchhat, je nachdem ob man zusätzliche Achievements erringen möchte und wie groß die Erfahrung im Genre ist. Ein nettes Feature sind zudem einige moralische Entscheidungen im Laufe des Spiels, die den Ausgang der Story zwar nicht grundlegend beeinflussen, aber doch ihre Wirkung zeigen. Auch zum Schmunzeln gibt es etwas: Nina mit ihren direkten und durchaus lustigen Sprüchen sorgt immer wieder dafür, dass man sich als Spieler bewusst wird, dass es sich schließlich um ein Spiel zur Unterhaltung handelt.

 

Fortschritt oder Deja-Vu

Technisch macht das Adventure nicht alles richtig. Grundlegend kommt es im üblichen 2D-Look daher. Gegen die Orte und Hintergründe kann man nicht meckern, denn schließlich sind sie gestochen scharf und überzeugen mit Liebe zum Detail. Einige wenige Szenarien wirken nicht ganz authentisch, das gilt beispielsweise für das U-Boot und die Unterwasserwelt. Das kann man aber getrost verkraften, schließlich stehen bei einem Adventure nicht perfekte Bilder, sondern eine tolle Story im Vordergrund. Nichtsdestotrotz kann man es nicht einfach ignorieren, wenn die Technik zwar sauber aber doch auch etwas angestaubt ist. Das gilt aber weniger für die Hintergründe als vielmehr für die Animationen der einzelnen Charaktere, die doch oft wenig authentisch und etwas hackelig ausschauen. Der Sound ist dagegen extrem gut umgesetzt. Das gilt wiederum vor allem für die Synchronisierung, der es gelingt, dass man sich immer mittendrin fühlt – mittendrin in einer Geschichte zwischen Kino und Hörbuch, toll! Dazu kommt dann noch der gelungene Soundtrack, der nicht immer nur lustlos vor sich hindudelt, sondern Appetit auf mehr macht. Insgesamt handelt es sich vom technischen Aspekt her um eine durchschnittliche Umsetzung, deren Highlight Soundeffekte man aber zumindest miterlebt haben sollte.

Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Mir machte der dritte Teil der Geheimakte wieder richtig Spaß. Wenn man erwartet, neue, technische Highlights präsentiert zu bekommen, wird man sicher enttäuscht werden. Die Geheimakte-Reihe bleibt mit diesem Release ihrer Art treu. Dabei bekommt man eine interessante Story präsentiert, die einige, unterhaltsame Aspekte, wie beispielsweise die Minispielrätsel, mit einbringt. Das Gameplay ist solide und tut ihren Dienst. Toll ist an dieser Stelle noch die Möglichkeit, die Story anhand der eigenen Entscheidung zwar nicht im Grunde zu verändern, denn lösen möchte man das Mysterium so oder so, aber dennoch zu beeinflussen. Wer Spaß an den Vorgängern hatte, der sollte sich auch diesen dritten Teil auf keinen Fall entgehen lassen. Geheimakte 3 ist ein spannendes Point&Click-Adventure mit ein paar guten Ansätzen und einer erlebenswerten Story! Zu viel darf man allerdings auch nicht erwarten, denn da haben andere vergleichbare Titel teilweise schon deutlich mehr zu bieten.


Die letzten Artikel des Redakteurs:


positiv negativ
  • Sehr schöne Erzählungen
  • Überzeugende Settings …
  • Interessante Geschichte
  • Geeignet für alle Spielerarten
  • Ninas Sprüche und gesamte Synchronisation
  • Gutes Gameplay (Steuerung)
  • Nettes Tutorial
  • Wenig liebevollen Grafiken
  • … aber hackelige Charakteranimationen
  • (Zu) einfacher Schwierigkeitsgrad
  • Kaum spielerische Highlights





Kommentare[X]

[X] schließen