Guitar Hero - Van Halen

Guitar Hero - Van Halen

Publisher: Activision
Entwicklerstudio: Neversoft
Genre: Geschicklichkeitsspiel
Sub-Genre: Musik-Gitarren-Spiel
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 19.02.2010
USK 0

Guitar Hero - Van Halen   11.04.2010 von DeWerni

Für den einen sind sie der Fluch für den anderen der Segen auf Erden: Die Musikspiele in ihren verschiedenen Varianten. Fest steht, dass sie eine große Fangemeinde haben. Grund genug für Activision die nächste Ausgabe von Guitar Hero auf den Markt zu werfen. Dieses Mal als spezielle Version der Band Van Halen. Was das Ganze an Neuerungen bringt, erfahrt ihr hier…

 

Der Erfolg der Musikspiele ist ja mittlerweile hinlänglich bekannt, genauso variantenreich und vielzählig sind auch die erscheinenden Games: Egal ob Singstar auf der PS3, Lips auf der Xbox, die Rockband- oder die Guitar Hero(GH)-Serie, alle haben ihre Anhängerschaft und Fangemeinde. Das ist auch der Grund dafür, dass diese Fans regelmäßig mit neuen Songs und Ausgaben gefüttert werden müssen, egal ob per Downloadcontent oder als Hardcopy. Activision hat zusätzlich damit begonnen, einzelne Releases verschiedener Bands und deren historischer Entwicklung zu widmen. Angefangen hat man dabei mit Aerosmith, was eher schlecht als recht gelungen ist. Anschließend erschien die Metallica-Ausgabe, die meiner Meinung nach immer noch einer der besten Guitar Heroe Spiele ist und nun erschien vor kurzem auch die Version für Van Halen Fans. Auch hier machte es Activision wie bisher, man packte eine Menge der Originalsongs der Band mit auf die Scheibe und außerdem noch eine Auswahl zusätzlicher Songs, die meist von der Band ausgesucht wurden und als Bonus-Rock-Acts verpackt wurden. Hier werden nun 25 Songs von Van Halen, drei Lieder von Eddi Van Halen als Solokünstler und 19 weitere Gast-Rock-Acts mitgeliefert, als wieder genug Material, um sich eine Weile als Rockstar auf der virtuellen Bühne wohlfühlen zu dürfen.

Gameplay und Karrieremodus

Zum Gameplay gibt es an dieser Stelle so gut wie nichts Außergewöhnliches zu berichten. Wie in allen Spielen dieser Art fliegen wieder die bunten Notenpunkte auf euch zu, die ihr in den verschiedensten Kombinationen zum richtigen Zeitpunkt treffen müsst. Wer einen Guitar Hero- oder Rockbandableger kennt, der kennt die Spiele prinzipiell alle. Aus diesem Grunde werde ich hier auch nicht erneut auf das Spielprinzip eingehen und verweise auf unseren anderen Guitar Hero- und Rockbandreviews. Allerdings muss man an dieser Stelle schon sagen, dass Van Halen hierbei eher lustlos und detailarm wegkommt. Auch wenn die Grafik und damit die Spielstätten und Bühnen wiederum gut gelungen sind – die Grafikengine basiert ja auch auf der von Guitar Hero Metallica, so fehlt gerade im Karrieremodus doch ein wenig das Drumherum. So ist die Karriere beispielsweise auf das Instrument ausgerichtet, das ich ausgewählt habe und nicht auf die ganze Band, was mich irgendwie nicht so in den Bann gezogen hat, wie es der fünfte Teil der Serie noch getan hat. Zu Beginn fällt das Ganze aber noch nicht so auf. Man sieht die Band im Zentrum der kreischenden Zuschauer, die darauf warten, ihre Idole endlich spielen und singen zu sehen und hören. Nachdem die ersten Klänge ertönt sind, übernimmt man mehr oder weniger nahtlos auch gleich seine Rolle in der Band und darf ins Spiel einsteigen. Begeistert wird man auch von der Meute empfangen, die des Öfteren die Refrains euphorisch mit kreischen, so dass während des Spiels eine tolle Atmosphäre herrscht. Gepaart mit dem tollen Sound und den sehr gut animierten Bandmitgliedern ist dieser Teil der Umsetzung wirklich gut gelungen.


Was allerdings darüber hinausgeht, da wird man doch sehr enttäuscht. Wurde bei GH-Metallica noch Wert auf die Darstellung der Bandkarriere in Form von Videos, Dokumentationen oder anderen Zusatzinhalten gelegt, so wird man hier, was das angeht, sehr enttäuscht. Die Karriere verkommt so leider zu einem eintönigen, völlig linearen Durchspielen der Songs, dem Sammeln von Sternen und dem Freischalten der existierenden Bühnen Stück für Stück. Man erfährt währenddessen leider so gut wie nichts über die Musiker. Das einzige, was man über die einzelnen Songs geboten bekommt, sind die Songtexte. Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Karriere also deutlich interessanter hätte gestaltet werden können, so bleibt man nicht wirklich lang motiviert am Ball.

Multplayermodus

An dieser Stelle noch ein paar Anmerkungen zu den Multiplayermöglichkeiten. Hier sind leider nur die üblichen Koop- und Versus-Modi zu finden. Auf einen Party-Modus wie in GH 5 hat man leider verzichtet. Auch dauert es eine ganze Weile, bis man einen entsprechenden Spielpartner gefunden hat und es überhaupt zu einem Spiel kommt. Dies liegt wohl an der Abgrenzung vom Rest des Spiels, auf die ich im folgenden Abschnitt noch etwas genauer eingehen werde. Schade, an dieser Stelle hat man wirklich Rückschritte gemacht. Alles was in den letzten Versionen als Neuerung gelobt wurde, wurde hier wieder nicht mehr integriert.

Die Songs
Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, deswegen möchte ich auch die Auswahl der Songs nicht unbedingt auf die Goldwaage legen.  Allerdings gibt es zur Songliste doch einiges anzumerken. Während Songs der frühen Phase der Band in den 70er Jahren gut vertreten sind, so fehlen Inhalte nach Wechsel des Sängers von David Lee Roth zu Sammy Hagar im Jahre 1985 komplett. Auch nach dieser Zeit produzierte Van Halen einige bekannte Billboard-Songs, wie beispielsweise „Why can’t this be Love?“ oder „Top of the World“. Es ist also nicht ganz zu verstehen – vor allem für Fans der Band -, warum diese Zeit komplett ausgeblendet wurde. Naja, da muss man sich dann eben mit den Klassikern der Bandgeschichte zufrieden geben. Auch die zusätzlichen Rock-Acts sehen irgendwie an den Haaren herbeigezogen aus und sind mit keinem sichtbaren Bezug zur Gruppe Van Halen. Die Lösung des Rätsels ist folgende: Der 19jährige Sohn Van Halens hat diese Songs ausgewählt. Naja, bei den anderen Ausgaben haben wenigstens die Bandmitglieder selber diese Songs gewählt, weil sie meiste einen Bezug in deren Kindheit oder zu Beginn der Karriere hatten. So ist diese Auswahl – ja, ich nenne es ein Mal – etwas zweifelhaft. Ein weiterer negativer Kritikpunkt ist die Abgrenzung des Titels vom Rest der Serie aus songtechnischer Sicht. So lassen sich keinerlei Songs in das Spiel importieren, in anderen Spielen verwenden und kein Downloadcontent spielen. Da sollte man sich schon mal fragen, was das soll und warum man dieses Feature der Vorgänger anscheinend bewusst herausgelassen hat?!


Aber wie schon angedeutet, diese Anmerkungen sollen an dieser Stelle genügen. Jeder Fan sollte sich sein eigenes Bild davon machen. Nachfolgend noch die Songliste der Van Halen Songs:
 

  • Ain’t Talkin‘ ‚Bout Love
  • And the Cradle will rock…
  • Atomic Punk
  • Beautiful Girls
  • Cathedral (Solo)
  • Dance the Night Away
  • Eruption (Solo)
  • Everybody wants some!
  • Feel your Love tonight
  • Hang ‘em high
  • Hear about it Later
  • Hot for Teacher
  • I’m the one
  • Ice Cream Man
  • Jamie’s Cryin’
  • Jump
  • Little Guitars
  • Loss of Control
  • Mean Street
  • Panama
  • Intruder/(Oh) Pretty Woman
  • Romeo Delight
  • Runnin’ with the Devil
  • So this is Love?
  • Somebody get me a Doctor
  • Spanish Fly (Solo)
  • Unchained
  • You really got me


Außerdem die Rock-Acts der Gaststars:
 

  • Come to Life – Alter Bridge
  • White Wedding (Part 1) – Billy Idol
  • First Date – Blink 182
  • Safe European Home – The Clash
  • Space Truckin‘ – Deep Purple
  • Best of You – Foo Fighters
  • Double Vision – Foreigner
  • Stacy’s Mom – Fountains of Wayne
  • Pain – Jimmy Eat World
  • Painkiller – Judas Priest
  • The End of Heartache – Killswitch Engage
  • Rock and Roll is Dead – Lenny Kravitz
  • I want it all – Queen
  • Sick, Sick, Sick – Queens of the Stone Age
  • Master Exploder – Tenacious D
  • Pretty Fly (For a white Guy) – The Offspring
  • Semi-Charmed Life – Third Eye Blind
  • Dope Nose – Weezer
  • The Takedown – Yellowcard

Grafik und Sound

Grafisch gesehen knüpft das Spiel an den Vorgänger der Serie GH-World Tour an. So sind die Charaktere und Bandmitglieder schön dargestellt, die Stages wurden mit sehr viel Liebe zum Details gestaltet und die ganze Präsentation wirkt schon überzeugend, ohne zu glänzen. Fraglich ist, warum man nicht die Engine von GH 5 und GH-Metallica verwendet hat?

Wie es sich für ein Musikspiel gehört, kommt der Sound mit ordentlichem Druck aus den Surroundboxen und sorgt musikalisch gesehen für gute Stimmung vor der Mattscheibe. Das Publikum geht während der Songs an einigen Stellen schön mit, grölt den Refrains mit und sorgt insgesamt gesehen so für eine gute bis sehr gute Atmosphäre. Das einzige, was es hier zu bemängeln gibt, ist die Integration des Bassisten. Hier wird im Spiel der 19jährige, etwas korpulente Sohn von Eddie Van Halen dargestellt, und nicht Michael Anthony, der diesen Part von der Bandgründung bis 2006 inne hatte. Meiner Meinung nach, leider nicht ganz nachvollziehbar. Ansonsten wirkt das Spiel technisch gesehen jedenfalls auf der Höhe der Zeit und damit überzeugend ohne neue Highlights.


Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Mit Guitar Hero – Van Halen liefert Activision Hausmannskost ab, die ohne große Neuerungen daherkommt und in einigen Features beschnitten wurde. Insgesamt wirkt das Paket etwas langweilig, lustlos und eintönig verpackt, da waren andere Versionen wie beispielsweise die Metallica-Ausgabe deutlich liebevoller gestaltet. Was vor allem fehlt, sind auch etwas die Storyline und die Hintergrundinformationen zu Van Halen selber, so dass man sich mit seiner Plastikgitarre wenigstens etwas in die Lage der Musiker zurückversetzen kann. Trotz allem bin ich Fan der Guitar Hero-Serie und halte auch diese Version wieder für eine solide. Wer sein Hauptaugenmerk auf die Songs und die rockigen Klänge legt, der wird hier sicher nicht enttäuscht. Wer sich mehr erwartet hat, der sollte vielleicht eher die Finger davon lassen. Gute Umsetzung mit mittelmäßiger bis guter Songauswahl!


Die letzten Artikel des Redakteurs:


positiv negativ
  • Gute atmosphärische Umsetzung
  • Detailreiche Grafik
  • Guter Sound
  • Eintöniger, linearer Karrieremodus
  • Zweifelhafte Songauswahl
  • Wenig Bandinformationen
  • Eingeschränkter Bandzeitraum (1974-1984)
  • Keine Import- und Exportfunktionen
  • Abgrenzung des Spiels gegenüber der Serie





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