Halo Reach

Halo Reach

Publisher: Microsoft
Entwicklerstudio: Bungie Studios
Genre: Action
Sub-Genre: Egoshooter
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 14.09.2010
USK 18

Halo Reach   30.10.2010 von DeWerni

Endlich gibt es wieder Futter für alle Halo Fans. Mit Halo: Reach präsentiert Bungie den vorerst letzten Teil der Halo Reihe. Die Story erzählt dieses Mal das Prequel der Halo-Saga und rundet praktisch beim allerersten Teil ab. Ob es sich dabei um den krönenden Abschluss einer Ära handelt, erfahrt ihr im nachfolgenden Bericht…

Schade, dass es sich bei Halo: Reach um den wohl vorerst letzten Teil der Halo-Saga handelt. Mit Halo, Halo 2, Halo 3, Halo: ODST gab es also vier Vorgänger, trotz allem wird Reach als vierter Teil angepriesen, da ODST ja mehr oder weniger nur eine Erweiterung zum dritten Teil darstellte. Um die Mythologie noch einmal passieren zu lassen, sei darauf hingewiesen, dass der erste Teil ziemlich genau 8½  Jahre vor dem vierten Teil auf den Markt gekommen ist, damals noch als Launch-Titel für Microsofts neue Spielekonsole, die gute alte Xbox. Aktuell ist aber nun die Xbox 360, technisch und auch spielerisch hat sich einiges bewegt, die Story ist 21 Jahre vor Halo 1 angesiedelt und statt des Master Chiefs übernimmt man die Rolle eines neuen Mitglieds der Noble-Eliteeinheit der Spartans. Damit sind eigentlich die Neuheiten, die Halo 4 anbietet auch schon zusammengefasst.

Mitten rein ins Geschehen

So nun aber die Scheibe rein in die Xbox. Nun gut, also der Master Chief existiert noch gar nicht. Wenn man also die Kampagne betritt, darf man sich zunächst einen Charakter zusammenstellen. Dabei lassen sich lediglich Geschlecht, Spitzname und die Farbe sowie die Feinheiten der Rüstung und der Ausrüstung sowie die Stimme des Helden festlegen.  Allerdings sei an dieser Stelle gleich erwähnt, dass ihr nicht von Beginn an zu allen Ausrüstungsgegenständern Zugang habt. Um einige Teile freizuschalten, müsst ihr zunächst einen bestimmten Dienstgraderreicht haben. Außerdem kosten die meisten Gegenstände auch noch Credits, die Ingamewährung von Reach. So lässt sich eure Waffenkammer, wie das Ausrüstungsmenü im Spiel genannt wird, jedenfalls Stück für Stück erweitern. Halo-typisch bleibt der Held hinter seinem Helm versteckt, so dass sich ein detaillierter Gesichtsdesigner auch nicht wirklich rentiert hätte. Viel mehr erfahren wir aber leider über den neuen Charakter auch nicht. An dieser Stelle hätte vielleicht etwas mehr Tiefe wirklich Sinn gemacht.

Die eigentliche Kampagne wird euch dann aber fast filmreif präsentiert. Gerade zu Beginn gibt es sehr viele Zwischensequenzen und wenig Action. So habt ihr genug Zeit, euch erst einmal in Ruhe umzuschauen und die Grafik zu genießen. Zu Beginn habt ihr dann gleich die Aufgabe, feindliche Rebellen auf Reach aufzuspüren und zu vernichten. Doch schnell ändert sich das Ganze und es wird für euch zur Jagd um Leben und Tod gegen die Zeit. Dadurch dass es sich um das Prequel der Serie handelt ist der Ausgang des Abenteuers für Halo-Fans sowieso kein Geheimnis, denn Halo 1 setzt nach der Zerstörung von Reach an, in dem man sich dann als Master Chief gegen die Allianz durchsetzen muss. Somit ist euer Kampf für die Rettung von Anfang an aussichtslos, trotzdem stürzt man sich voller Hoffnung in die Verteidigung, auch wenn ihr mit euren Kameraden am Ende untergehen werdet.

Die Kampagne lebt aus diesem Grund auch weniger von der Story an sich, als vielmehr von der Dramatik und der Art, wie sie erzählt wird. Die Präsentation ist so gut aufgemacht, dass ihr die Dramatik praktisch in jeder Sekunde spürt. Das macht es insgesamt sehr schwer, den Controller aus der Hand zu legen, wenn ihr gerade vertieft vor dem Bildschirm sitzt. Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel spoilern, die Story müsst ihr schon selbst durchspielen. Aber es wird so viel verraten, dass die Settings, Karten und Aufgaben sehr abwechslungsreich sind. Dies geht von einer ruhigen Sniper-Missionen, in denen ihr möglichst unbemerkt bleiben sollt, bis zu offenen Schlachten auf großen Kriegsschauplätzen. Einige Kritikpunkte müssen trotzdem angebracht werden. Das ist zum einen wieder mal die künstliche Intelligenz unserer Kameraden, die uns des Öfteren im Weg stehen oder einfach nicht in das Fahrzeug einsteigen wollen, so dass man unverschuldeterweise unnötige Treffer kassiert. Die gesamte Kampagne ist für Geübte nach gut sechs Stunden vorbei, was aus meiner Sicht leider ein wenig kurz ist. Da hätte man doch im letzten Teil der Serie noch etwas drauf packen können. Der Schwierigkeitsgrad lässt sich übrigens in vier Stufen von einfach über normal bis hin zu Heldenhaft und Legendär einstellen. Vorweg sei gleich gesagt, dass es der Schwierigkeitsgrad in sich hat und nicht ohne ist, aber es reizt natürlich schon, gleich den schwersten auszuwählen –  jedenfalls wenn man alle anderen Teile vorher gespielt hat.

Unverändertes Spielprinzip mit Feinheiten
Das Spielprinzip von Halo ist über die verschiedenen Teile ja nahezu unverändert geblieben. Trotzdem gibt es einige Feinheiten, die zusätzlich eingebaut wurden. Wer schon mindestens einen der Vorgänger gespielt hat, der wird sich mit der Steuerung sofort zurecht finden. Die größte Neuerung aus meiner Sicht sind die Spezial-Items, von denen ihr immer nur eines tragen könnt und die euren Held um eine weitere Fähigkeit bereichern. Dies können beispielsweise Sprint-,  Doppelgänger- oder Jetpack-Item sein. Während der Kampagne und auch in den Multiplayerspielen könnt ihr in den verschiedenen Levels unterschiedliche Items finden und diese auch jederzeit austauschen. Aktivieren lassen sich die speziellen Fähigkeiten immer mit dem linken Bumper. Auch was die Fahrzeuge angeht hat sich nicht viel getan. Wer kennt sie nicht, die Warthogs, Ghosts und Scorpions? Klar konnte man nun in einem Prequel keine neuen Fahrzeuge einbauen, das wäre von der logischen Abfolge her natürlich nicht machbar. Außerdem sind diese ja schon fast legendär, haben Wiedererkennungswert und sind zum festen Bestandteil jedes Halo-Teils geworden. Eine Veränderung in dieser Hinsicht gibt es aber doch. Zum ersten Mal könnt ihr nämlich auch ein Raumschiff steuern, mit dem ihr euch in einer Mission schöne und spannende Dogfights im Weltall liefert. Die Steuerung geht dabei erstaunlich gut von der Hand. Auch die schon angesprochenen Credits sind neu. Ihr bekommt nämlich, egal ob im Single- oder Multiplayerbereich Credits. Die Menge richtet sich natürlich danach, wie gut ihr gespielt habt. Diese dienen dann anschließend als Erfahrungspunkte für euren Helden und sorgen so auch Stück für Stück dafür, dass ihr in eurem Dienstrang aufsteigt. Zum anderen könnt ihr sie aber auch in der Waffenkammer einsetzen, um euch bessere Rüstungs- und Ausrüstungsgegenstände zu kaufen, die ihr aber durch euren Dienstrang bereits frei geschaltet haben müsst.

Viele Modi mit viel Spaßpotential

Aber ehrlich gesagt, wer von euch kauft sich Halo nur aus dem Grund, die Kampagne spielen zu wollen, sei sie noch so gut?! Halo war und ist schon immer für seine spannenden und actiongeladenen Multiplayerschlachten bekannt. Auch in diese Version haben die Macher eine Menge unterschiedlicher Modi gepackt. Angefangen mit der Kampagne, die ihr übrigens auch im Koopmodus mit bis zu vier Spielern an einer Konsole oder auch online spielen könnt, über die mittlerweile bekannten Feuergefechte, in denen ihr diverse und immer größer werdende Wellen an Gegnern überstehen müsst, bis hin zu den typischen Genrevertretern im Multiplayerbereich, wie Showdown, Hügelkönig oder Capture the Flag. Euch stehen insgesamt stolze 13 Multiplayerkarten zum Spielen zur Verfügung, dabei könnt ihr euch in 30 unterschiedlichen Modi (!!!) austoben. Mit an Bord sind auch einige neue Vertreter wie ein Modus, in dem ihr gleich mehrere Flaggen und nicht nur eine sammeln müsst, oder ein anderer, in dem ein Spieler als Zombie beginnt und alle anderen anstecken muss. Ein negativer Punkt fällt jedoch auch hier auf. Im Multiplayermenü könnt ihr sehr schön auswählen, auf was der Server bei der Auswahl eurer Spiele achten soll – Verbindungsqualität, Sprache und/oder  Rang -, aber wenn ihr die Spielsuche einmal geestartet habt, dauert eine Zusammenstellung eines Spiels mit mehreren Spielern genau aus dem gleichen Grund wiederum sehr lange. Schade, aber die anschließende Action entschädigt dies auf jeden Fall.

Aufgepeppte Grafik und geiler Soundtrack
Das erste was einem bei einem Spiel auffällt, ist die Optik. Das ist bei Halo: Reach natürlich auch nicht anders. Anders ist aber, dass sie im Vergleich zu den Vorgängern aufgepeppt ist und dem Spiel wirklich gut steht. Die Entwickler haben dieses Mal viel Liebe ins Detail gesteckt. Gerade die Umgebungsgrafik und die Szenarien sehen wesentlich detaillierter und schärfer aus. Wenn man in die Ferne blickt, so kommt man teilweise sogar ins Schwärmen. Allerdings merkt man der Engine auf Basis von Halo 3 an, dass sie nun langsam an ihre Grenzen gekommen ist, was aber nur bei genauerem Hinschauen ein wenig auffällt. Ein wenig Verbesserungspotential bietet sich allemal, auf alle Fälle läuft es aber wenigstens extrem flüssig ab. Viel später hätte der Teil aber deswegen auch nicht veröffentlicht werden sollen. Optisch gesehen kann das Game auf jeden Fall einige atmosphärische Highlights setzen. Der Sound dagegen setzt meiner Sicht sogar noch einen drauf. Der Soundtrack, der in der gewohnten Halo-Manier daherkommt und wiederum episch angehaucht ist, passt sich extrem gut in das Szenario ein und sorgt für eine Atmosphäre, bei der es einem als Fan sogar teilweise kalt den Rücken runter läuft. Außerdem sind die Dialogsprecher zu jeder Zeit sehr gut zu verstehen, genauso wie die Funksprüche mit Anweisungen. Da haben sich die Macher zum Abschluss doch nochmal richtig Mühe gegeben, um auch die Serie aus technischer Sicht zu einem würdigen Ende zu führen.


Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Ich muss mich ja wirklich als Fan der Halo Reihe zu erkennen geben. Jedes Halo hat irgendwie immer riesig und dauerhaft Spaß gemacht. Es gibt eine nette Single-Player-Kampagne, die man sogar im Koopmodus mit bis zu vier Freunden spielen kann, und dann noch eine Menge weiterer Online-Multiplayermodi, die einfach nur langfristigen Spiel- und Actionspaß garantieren. Das einzige Manko bei den bisherigen Ausgaben war immer die altbackene Grafik, die damals nicht wirklich verbessert wurde, was den Spielspaß an sich aber nicht trübte. Auch dieses Mal haben die Entwickler alles an Spaßpotential in das Spiel eingebaut und auch sogar die Technik runderneuert. Die Kampagne macht wieder richtig Spaß und bietet auch als Multiplayermaps verschiedenste Settings, Abwechslung ist somit garantiert. Bungies angeblicher Schlussakt von Halo ist damit für mich auch der beste Teil der Serie und gleichzeitig ein krönender Abschluss. Halo: Reach ist eine tolle Umsetzung, die Spielspaß für Profis aber auch Einsteiger garantiert! Vielleicht gibt es ja doch irgendwann noch eine Fortsetzung?!


Die letzten Artikel des Redakteurs:


positiv negativ
  • Sehr abwechslungsreiche Settings
  • Koopmodus mit bis zu vier Spielern
  • Viele Mehrspielermodi
  • Verbesserte Technik…
  • Sehr schöne und packende Atmosphäre
  • Passender Soundtrack
  • Leider vorerst letzter Teil der Serie
  • Sehr lange Wartezeiten beim Multiplayerspiel
  • Kaum Neuerungen
  • …die aber trotzdem besser sein könnte





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