Hoffnungslos Glücklich

Hoffnungslos Glücklich

Originaltitel: Matching Jack
Genre: Drama
Regie: Nadia Tass
Hauptdarsteller: Jacinda Barrett • James Nesbitt • Tom Russell
Laufzeit: ca. 99 Minuten
Label: Koch Media Home Entertainment
FSK 12

Hoffnungslos Glücklich   07.11.2012 von Benji

Ein gutes Drama zu machen, dürfte zu den wahren Herausforderungen im Filmbusiness gehören. Kein anderes Genre lebt so sehr von Emotionen wie dieses. Eine langweilige Geschichte darf dieses Genre deshalb schon mal nicht haben. Es ist allerdings mindestens genauso gefährlich, dem Zuschauer mit stumpfem Kitsch auf die Tränendrüse zu drücken. Bei Hoffnungslos Glücklich prallt das Schicksal eines krebskranken Jungen auf die Beziehungsprobleme seiner Eltern. Wurde hier der passende Mittelweg gefunden oder bleiben die Taschentücher bei diesem Film trocken?

 

Das Leben von Marissa und David könnte kaum besser sein. Er arbeitet als erfolgreicher Restaurateur und ist bei seinen Kunden heiß begehrt, während sie zu Hause die Aufgabe als fürsorgende Mutter für Sohn Jack einnimmt. Zusammen hat die Familie es sich im amerikanischen Mittelstand gemütlich gemacht, doch die ruhige Eintracht wird unterbrochen, als Jack zunehmend erschöpft wirkt. Marissa geht mit ihm zum Arzt und erhält einige Tage später die erschütternde Diagnose. Jack leidet an Leukämie und soll zunächst für Beobachtungszwecke einige Nächte im Krankenhaus verbringen.

 

Marissa begleitet ihren Sohn und bietet ihm Beistand, während ihr Mann David in der Zwischenzeit nicht zu erreichen ist. Dieser hat sich nämlich anstatt im angegebenen Hotel, bei seiner Geliebten eingemietet und verbringt mit ihr angenehme Stunden in Zweisamkeit. In den ersten ernüchternden Stunden im Krankenhaus lernt Marissa dann Connor kennen. Dessen Sohn Finn hat ebenfalls Leukämie und teilt sich auf der Station das Zimmer mit Jack. Zunächst muss sich Marissa an die Marotten von Connor gewöhnen, denn der verwandelt das Zimmer in Windeseile in einen Abenteuerspielplatz. Doch die sorgsame Mutter erkennt, dass Connor damit nur bezweckt, dass ihre Kinder von den schweren Strapazen abgelenkt werden. Als kurz darauf David erscheint und sein Fremdgehen auffliegt, entwickelt Marissa einen verzweifelten Plan. Sie klingelt die alten Liebschaften ihres Ehemannes ab, um nach einem geeigneten Knochenmarksspender zu suchen. In der Zwischenzeit wird ihre Beziehung zu Connor stärker.

 

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Das perfekte Rezept für ein gutes Drama beinhaltet neben einer emotionalen Story vor allem gute Schauspieler, das passende Setting und intelligent geschriebene Charaktere. Zunächst aber ist wichtig, dass in der Einleitung der Geschichte das Schicksal der Charaktere nicht zu kurz kommt. Hier hat Hoffnungslos Glücklich aber ein entscheidendes Problem. Die gesamte Strecke von der Einführung der Charaktere bis zum ersten Krankenhausbesuch dauert gerade mal 20 Minuten. Zu kurz, um z. B. den Leukämiekranken Jack richtig ins Herz zu schließen. Denn der bekommt neben einigen nett gemachten Szenen, in denen er die erdachte Geschichte eines Meteors in sein Diktiergerät spricht, kaum Screentime. Das sorgt dafür, dass Hoffnungslos Glücklich vor allem in der ersten Hälfte etwas Emotionsarm daherkommt.

 

Wirklich interessant wird es erst mit der Einführung von Connor. Dessen Charakter ist nicht nur unglaublich gut geschrieben worden, er wird auch von James Nesbitt überraschend gut verkörpert. Zum Glück wird die Rolle von Connor im Laufe des Filmes immer größer, was dem gesamten Spannungsverlauf definitiv zugutekommt.

 

Ansonsten bleibt Hoffnungslos Glücklich nämlich leider etwas blass. Das Potenzial hinter der gefühlvollen Geschichte von Jack wird leider nur mäßig eingesetzt. Der Anfang wirkt wie bereits beschrieben etwas langweilig und das Ende sogar ein wenig kitschig. Für einen verregneten Nachmittag auf dem Sofa reicht der Film aber allemal.


Das Fazit von: Benji

Benji

Ganz den Mittelweg konnte Hoffnungslos Glücklich nicht einschlagen. Die Charaktere werden am Anfang nur ungenügend eingeführt und die Geschichte braucht etwas, bis sie an Schwung aufnimmt. Hinzu kommt das wirklich kitschige Ende, dass dem sonst eigentlich recht gefühlvollen Spannungsbogen absolut nicht gerecht wird. Dafür macht James Nesbitt einen ausgezeichneten Job und haucht seinem Charakter Connor die notwendige Mischung aus Verzweiflung, Trauer und liebenswerten Ratgeber ein. Wer das geeignete Material zum Schmachten sucht, ist bei diesem Film deshalb immer noch recht gut beraten.


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